Auch wenn der Thread schon ein paar Tage offen ist, hier ein kleiner Versuch eines Pokal-Vorberichts gegen RW Koblenz
Am kommenden Sonntag (Anstoß 15:30 Uhr) trifft der 1. FC Kaiserslautern in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den Oberligisten RW Koblenz.
Die kommenden Gastgeber des 1. FCK sind nach vier Jahren Zugehörigkeit in der vierthöchsten, deutschen Spielklasse, erstmals wieder aus der Regionalliga Südwest abgestiegen und müssen nun eine Etage tiefer in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar antreten. 27 Punkte aus 34. Spieltagen und eine Bilanz von sieben Siegen, sechs Unentschieden und einundzwanzig Niederlagen, waren in abgelaufenen Saison zu wenig um den Ligaverbleib zu sichern. In der aktuellen Oberliga wird die „11 vom deutschen Eck“, wie der Verein in Fankreisen auch gerne bezeichnet wird, u.a. auch auf die U21 des 1. FCK treffen, das Hinspiel gegen die „kleinen roten Teufel“ ist auf Samstag, 26.08.23 (Anstoß 15:30 Uhr) terminiert.
Aber zuerst geht es für den Verein, der seine Heimspiele im Stadion Oberwerth (Kapazität ca. 9.500 Plätze) austrägt, am kommenden Sonntag gegen die Profiabteilung vom Betzenberg. Anfang der 1950er Jahre wurden die Rot-Weißen u.a. von Weltenbummler Rudi Gutendorf trainiert. In den 2010er-Jahren begann dann ein sportlicher Aufschwung. Die Koblenzer stiegen 2016 in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und drei Jahre später sogar in die Regionalliga Südwest auf. In den Jahren 2018 und 2021 gelang dem TuS Rot-Weiß jeweils die Qualifikation für den DFB-Pokal, allerdings musste man sich 2018 nach einem 0:5 gegen den damaligen Bundesligaabsteiger Fortuna Düsseldorf, sowie drei Jahre später mit 0:3 gegen Jahn Regensburg in der ersten Pokalrunde geschlagen geben.
Der Pokal-Anlauf Nr. 3 gegen den 1. FCK glückte aufgrund der Tatsache, dass die Koblenzer in der vergangenen Saison den „Bitburger Rheinlandpokal“ für sich entscheiden konnten, im Endspiel bezwang man Anfang Juni die TUS Immendorf durch einen 1:0-Sieg. Die Gäste aus Immendorf hatten damals selbst sensationell als einzig verbliebener Siebtligist, dass Pokalendspiel erreicht und u.a. den großen Stadtrivalen von RW, die TUS Koblenz, im Halbfinale mit einem 2:1-Sieg vorzeitig aus dem Wettbewerb geworfen.
Trainiert wird die Mannschaft von RW aktuell vom 41-jährigen Fußballlehrer Fatih Cift, der zur neuen Saison als Nachfolger vom bisherigen Cheftrainer Adrian Alipour vorgestellt wurde. Cift soll den Club wieder zurück in die sportliche Erfolgsspur bringen. Nach seinem aktiven Karriereende bei den Rot-Weißen (2013) übernahm der türkische Fußballlehrer in den Jahren 2015-2019 schon einmal das Amt des Cheftrainers in Koblenz und begleitete die Mannschaft aus der Rheinland- über die Ober- bis in die Regionalliga und zum erstmaligen Gewinn des Rheinlandpokals. Nach einer privaten Auszeit im Anschluss, ist er jetzt aber wieder zurück bei seinem Herzensverein und möchte an seine damaligen, erfolgreichen Zeiten am deutschen Ecke gerne nochmal anknüpfen.
Die ersten Pflichtspielauftritte zur neuen Saison fielen nach dem Abstieg dabei sehr vielversprechend aus. Nachdem man zum Oberliga-Auftakt noch eine herbe 0:3-Heimniederlage gegen die TuS Mechtersheim hinnehmen musste, bezwang man am zweiten Spieltag den FV Engers auswärts mit 2:1 und konnte am zurückliegenden Wochenende sogar einen 6:0-Heimsieg gegen die SV Alemannia Waldalgesheim feiern. Auffällig dabei: Alle sechs Tore erzielten die Koblenzer in der zweiten Spielhälfte bzw. erst ab der 56. Spielminute mit sechs unterschiedlichen Torschützen. Somit rangiert der kommende Gastgeber des 1. FCK nach drei Spieltagen mit sechs Punkten auf Rang vier der Tabelle (Torverhältnis 8:4).
Beim kommenden Gast aus Kaiserslautern hingegen dürfte nach der empfindlichen Auswärtsniederlage im Spitzenspiel bei Schalke 04 (0:3) vom vergangenen Samstagabend in erster Linie "Wunden lecken" angesagt sein, gerade auch aus ergebnistechnischer Hinsicht. Auf Schalke präsentierte sich das Team von Chefcoach Dirk Schuster durchaus ansprechend und versuchte gegen den Bundesligaabsteiger aus Gelsenkirchen auf Augenhöhe mitzuspielen - ein Platzverweis für Stammkeeper Andreas Luthe nach Notbremse (39') sowie FCK-Innenverteidiger Boris Tomiak (57'), der mit einer gelb-roten Karte vom Platz gestellt wurde, verhinderten dieses Vorhaben allerdings letztendlich selbstverschuldet.
Für den 1. FCK wird ein erstes Erfolgserlebnis deshalb umso wichtiger und fast schon zur Pflichtaufgabe. Der GF Sport, Thomas Hengen, äußerte sich schon kurz nach der Auslosung positiv über den kommenden Gegner: „
Das wird ein tolles Spiel für unsere Fans, da die Anreise nicht so weit sein wird und die Region um Koblenz zum Einzugsgebiet unserer Fans gehört. Sportlich sind die Rollen klar verteilt, wir werden keinen Gegner unterschätzen, nehmen die Favoritenrolle aber natürlich an."
Von Koblenzer Seite zeigte sich der sportliche Leiter, Christian Noll ebenfalls sehr zufrieden mit der Zulosung der roten Teufel: „
Das ist ja ein kleines Derby, und in Rheinland-Pfalz gibt es keine Mannschaft, die einen größeren Ruf halt als der FCK“.
Nachdem der Gastgeber aus der Oberliga bereits kurz nach Start des freien Ticket-Vorverkaufs Ende Juli "ausverkauft" meldete - war auch das relativ kleine Kontingent für den Gästebereich schnell vergriffen. Durch den freien Vorverkauf des Gastgebers ist allerdings davon auszugehen, dass sich die interessiertesten und schnellsten FCK-Anhänger mit Karten für die Partie eindecken konnten und die Ränge im (mit einer offiziell angepeilten Zuschauerzahl von 10.236 Plätzen) ausverkaufen Oberwerth-Stadion in Koblenz zu 90 Prozent mit Fans der Roten Teufel ausgelastet sein dürften.
So könnten sie spielen:
RW Koblenz: Grote – Alsela, Weidenbach (C), Wozny, – Farajli, Asare, Doll, Ercan, Wilki, – Gyamenah, Oriyama
1. FC Kaiserslautern: Luthe (Krahl) – Tomiak (Bünning), Elvedi, Kraus, Puchacz (Zuck), Zimmer, – Niehues, Raschl, Ritter (Klement), Redondo (Opoku) – Ache (Boyd)
Sperren & Ausfälle:
RW Koblenz: Keine
1. FC Kaiserslautern: Keine