Klingenstädter
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In zehn Jahren 128 Tote in Polizeigewahrsam
In Deutschland sind zwischen 1993 und 2003 128 Menschen in Polizeigewahrsam gestorben. Wie der "Focus" unter Berufung auf eine Studie von Rechtsmedizinern der Universität Halle-Wittenberg berichtet, hätte jeder zweite Todesfall vermieden werden können.
Für die Erhebung hatten die Innenministerien der Länder erstmals die Zahl der Todesfälle in Polizeizellen bekannt gegeben. Die Rechtsmediziner stießen dem Magazin zufolge auf eine Vielzahl gravierender Mängel beim Umgang mit Menschen, die von der Polizei in Gewahrsam genommen wurden, etwa weil sie betrunken randaliert hatten.
Mehrfach sperrten Beamte demnach offenkundig verletzte oder über innere Schmerzen klagende Verdächtige ein, ohne einen Arzt zu konsultieren. Zudem hätten sie den Zustand der Festgehaltenen nicht regelmäßig überprüft. So habe es in einem Fall offenbar sechs Stunden gedauert, bevor ein Mann tot in seiner Zelle entdeckt worden sei.
Harte Kritik üben die Rechtsmediziner "Focus" zufolge auch an Ärzten, die üblicherweise die "Gewahrsamstauglichkeit" von Gefangenen überprüfen. "In zwei Dritteln der Fälle stießen wir auf zum Teil fatale Mängel bei der ärztlichen Beurteilung", sagte Studienleiter Steffen Heide dem Magazin. Viele Mediziner hätten fehlerhafte Diagnosen gestellt und damit "die notwendige Einweisung der Häftlinge in Krankenhäuser verhindert".
Quelle
In Deutschland sind zwischen 1993 und 2003 128 Menschen in Polizeigewahrsam gestorben. Wie der "Focus" unter Berufung auf eine Studie von Rechtsmedizinern der Universität Halle-Wittenberg berichtet, hätte jeder zweite Todesfall vermieden werden können.
Für die Erhebung hatten die Innenministerien der Länder erstmals die Zahl der Todesfälle in Polizeizellen bekannt gegeben. Die Rechtsmediziner stießen dem Magazin zufolge auf eine Vielzahl gravierender Mängel beim Umgang mit Menschen, die von der Polizei in Gewahrsam genommen wurden, etwa weil sie betrunken randaliert hatten.
Mehrfach sperrten Beamte demnach offenkundig verletzte oder über innere Schmerzen klagende Verdächtige ein, ohne einen Arzt zu konsultieren. Zudem hätten sie den Zustand der Festgehaltenen nicht regelmäßig überprüft. So habe es in einem Fall offenbar sechs Stunden gedauert, bevor ein Mann tot in seiner Zelle entdeckt worden sei.
Harte Kritik üben die Rechtsmediziner "Focus" zufolge auch an Ärzten, die üblicherweise die "Gewahrsamstauglichkeit" von Gefangenen überprüfen. "In zwei Dritteln der Fälle stießen wir auf zum Teil fatale Mängel bei der ärztlichen Beurteilung", sagte Studienleiter Steffen Heide dem Magazin. Viele Mediziner hätten fehlerhafte Diagnosen gestellt und damit "die notwendige Einweisung der Häftlinge in Krankenhäuser verhindert".
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