TESTSPIEL: BORUSSIA MÖNCHENGLABDACH – 1. FC KAISERSLAUTERN 0:2 (0:1)
Borussia unterliegt Roten Teufeln im Test
14.11.2014 17:49 von Andreas Plum
Tony Jantschke und der VfL unterlag dem FCK. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de Tony Jantschke und der VfL unterlag dem FCK. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de
Borussia Mönchengladbach hat am Freitag ein Testspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 0:2 verloren. Der Ex-Borusse Karim Matmour und Kerem Demiray sorgten für den unter dem Strich verdienten Sieg des Zweitligisten. Auf Borussen-Seite durfte Youngster Joshua Holtby erstmals Profiluft schnuppern.
Borussias Trainer Lucien Favre musste am letzten länderspielfreien Wochenende es Kalenderjahres gleich auf zehn Nationalspieler verzichten. Dazu standen Filip Daems (Rückenprobleme) und Granit Xhaka (Aufbautraining nach Bänder- und Kapselriss) nicht zur Verfügung, André Hahn unterzog sich einer Zahn-OP und stand ebenso nicht im Aufgebot. Dafür aber einige Nachwuchsspieler, die – wie bei solchen Spielen gewohnt – ihre Visitenkarte abgeben durften.
So bot der Schweizer zunächst folgende Startformation auf: Vor Torhüter Christofer Heimeroth bildeten Michel Lieder, Marvin Schulz, Roel Brouwers und Álvaro Dominguez die Viererkette, während Thorben Marx und Kapitän Tony Jantschke auf der Doppel-6 agierten. Im Mittelfeld liefen Patrick Herrmann (rechts) und Benno Mohr (links) auf und in der Offensive begannen Raffael und Thorgan Hazard.
Matmour bringt FCK in Front
Auf dem bestens präparierten Fohlenplatz gingen die Borussen von Beginn an engagiert zu Werke, boten den Gästen aus der Pfalz kaum Raum zur Entfaltung und suchten ihrerseits den Weg nach vorne. Allerdings dauerte es bis zur 11. Minute, ehe sich der erste gute Torschuss ergab. Da traf Hazard nach einer schönen Kombination über Herrmann, Raffael und Marx aber lediglich das Außennetz. Kurze Zeit später brachte der erste Eckball der Roten Teufel nichts ein (13.). Bezeichnend, dass es bei den beiden kompakten Defensivreihen lediglich Chancen durch Standardsituationen gab.
Und eine solche nutzte der Zweiligist dann auch, um sich in Führung zu bringen. ‚Ausgerechnet’ Ex-Borusse Karim Matmour war es, der nach einer Freistoßflanke von der rechten Seite am langen Pfosten lauerte und per Kopf zum 1:0 für den FCK vollendete (19.). Mit der Führung im Rücken kamen die Roten Teufel besser und nahmen das Zepter in die Hand. Die Borussen lauerten auf der anderen Seite auf Konter.
Borussia mit Möglichkeiten, Hazard auffällig
So wie nach etwa einer halben Stunde, als sich im Sechzehner eine gute Einschussmöglichkeit, Hazard, Herrmann und Raffael jedoch zu zögerlich agierten und an der Defensive hängen blieben (28.). Vor allem der spielfreudige Hazard versuchte es immer wieder mit Einzelaktionen, blieb aber häufig an der gut organisierten FCK-Abwehr hängen. Dann trieb der Belgier die Kugel nach vorne und bediente Jantschke, dessen Zuspiel Herrmann im Strafraum aber nicht erreichte (34.). Die Fohlenelf kam nun vermehrt zu guten Ausgleichmöglichkeiten, ließ im letzten Drittel aber die Konsequenz vermissen. Raffael tanzte dann gleich drei Verteidiger aus, der abgefälschte Schuss landete im Toraus – die Ecke brachte nichts ein (39.). So ging es für die Gäste vom Betzenberg mit einer knappen Führung in die Kabine, die Borussen ließen vielversprechende Angriffe zum Ausgleich ungenutzt.
Zum zweiten Durchgang nahm Lucien Favre den ersten Wechsel vor: Tony Jantschke, der in den ersten 45 Minuten einiges wegstecken musste, blieb in der Kabine. Joshua Holtby kam in die Partie und spielte fortan auf der Doppel-Sechs, während Brouwers die Kapitänsbinde übernahm.
Unterdessen begann der zweite Durchgang mit einem Schuss ans Gebälk. Der Lauterer Jacob fasste sich aus der Distanz ein Herz, zimmerte die Kugel jedoch lediglich an die Latte (47.). Wenige Minuten später entschärfte Heimeroth einen Schuss Distanzschuss von Karl zur Ecke (53.).
Derweil brauchte die Borussen nach Wiederanpfiff eine gute Viertelstunde, um in Fahrt zu kommen. Benno Mohr hatte dann die erste gute Gelegenheit, setzte die Kugel per Direktabnahme jedoch neben das Tor (61.). Wenige Minuten später hatte der FCK die Vorentscheidung auf dem Fuß, doch Jacob hämmerte die Kugel am herauseilenden Heimeroth vorbei an den rechten Pfosten (64.). Dann machte sich Hazard mit einem Dribbling auf die Reise und bediente Raffael, doch Herrmanns Schuss fehlte es im Strafraum dann an Präzision (70.).
Spielpraxis im Vordergrund
Zwar versuchten es die Borussen in der Folgezeit und hatten Möglichkeiten zum Ausgleich, konnten die Kugel aber nicht mehr in den Maschen unterbringen. Das gelang aber noch einmal den Gästen in der Nachspielzeit, als Demiray nach einem Konter zum 2:0 einschob.
So mussten sich die Borussen am Ende mit 0:2 geschlagen geben. Tragisch ist diese Niederlage nicht, große Erkenntnisse hat sie allerdings auch nicht hervorgebracht. Wichtiger ist es da vielmehr, dass sich keiner verletzt hat. »Es war wichtig, dass die Spieler, die bisher wenig zum Einsatz kamen, Spielpraxis sammeln«, fasste sich Lucien Favre kurz.
»Wir hatten in der zweiten Halbzeit Chancen, um den Ausgleich zu erzielen. Schade, dass er uns nicht gelungen ist. Einige Spieler haben lange nicht gespielt und wir hatten viele junge Spieler dabei. Hier und da hätte die Abstimmung besser funktionieren können. Es war sicherlich nicht unser bestes Spiel, aber es war okay«, meinte Roel Brouwers. »Das Ergebnis ist nicht so wichtig. Viel mehr, die Spielpraxis, die jeder hat für sich sammeln können. Auch für mich persönlich war es wichtig, 90 Minuten durchzuspielen«.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Heimeroth – Lieder, Schulz, Brouwers, Dominguez – Marx, Jantschke (46. Joshua Holtby) – Herrmann, Mohr (65. Holzweiler) – Raffael, Hrogta
Weiter im Kader: Blaswich (ETW), Stranzl, Clasen, Gino van den Bergh,
1. FC Kaiserslautern:Müller (65. Sippel) – Schulze (65. Rizzuto), Heubach, Schindele (65. Kyere), Fomitschow (65. Löwe) – Karl (65. Demirbay), Jenssen (73. Hofmann J.) – Matmour (65. Osei Kwadwo); Stöger (77. Zellner) – Jacob (73. Dorow), Lakic (65. Mugosa)
Tore: 0:1 Matmour (19.), 0:2 Demiray (90.+1)
Gelbe Karten: Keine
Bes. Vorkommnisse: Keine
Zuschauer: 650 (Fohlenplatz am Borussia-Park)
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)