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Eine Woche nach dem Topspiel gegen Paderborn steht für den 1. FC Kaiserslautern die nächste anspruchsvolle Aufgabe an: Auswärts beim VfL Bochum. Im traditionsreichen Ruhrstadion „anne Castroper“ trifft am kommenden Samstag unter Flutlichtspielatmosphäre ein physisch robuster Gastgeber aus dem Ruhrpott auf eine FCK-Mannschaft, die die unglückliche 1:2 Heimniederlage gegen die Ostwestfalen vom vergangenen Wochenende wieder wettmachen will.
Erste Niederlage seit drei Monaten
Ähnlich wie die Lautrer gegen Paderborn gingen auch die Bochumer am vergangenen Wochenende leer aus: Der VfL musste sich im Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf mit 1:2 geschlagen geben.
Vor der Partie gegen die „Tuna“ hatte sich Bochum-Coach Uwe Rösler (57) – der in der Saison 1998/1999 selbst schon als Mittelstürmer für den 1. FCK auflief und in wettbewerbsübergreifenden 37 Spielen 13 Tore sowie zwei Vorlagen für die Pfälzer erzielte – mit seinem Team merklich stabilisiert und über mehrere Wochen hinweg konstant gepunktet.
Unter ihrem neuen Cheftrainer waren "Die Blauen" seit der 1:2-Heimniederlage gegen Dynamo Dresden am 13. Spieltag Ende November exakt drei Monate lang ungeschlagen geblieben – bis zum vergangenen Freitagabend.
Eigentlich hätte die knappe Niederlage gegen die unter F95-Cheftrainer Markus Anfang (51) zuletzt wieder formstärkeren Düsseldorfer für den letztjährigen Bundesligaabsteiger aus dem Pott auch keinen allzu großen Rückschlag darstellen sollen. Ein Blick auf die Tabelle lässt diese Einschätzung jedoch rasch verblassen: Mit derzeit 29 Punkten beträgt der Vorsprung auf die bedrohlich nahe Abstiegszone lediglich vier Zähler für den VFL.
Dennoch kann der VfL seit der Übernahme durch den 57-jährigen Thüringer zum neunten Spieltag eine starke Bilanz vorweisen: In der "Rösler-Tabelle" stehen bisher sechs Siege, acht Unentschieden und lediglich zwei Niederlagen bei einem Torverhältnis von 25:17 zu Buche. Mit durchschnittlich 1,61 Punkten pro Partie liegt der Bochumer-Cheftrainer damit sogar auf exakter Augenhöhe mit dem aktuellen Punkteschnitt von FCK-Coach Torsten Lieberknecht.
Bonus aufgebraucht: VfL muss gegen Kaiserslautern liefern
Mit dem Auftritt seiner Mannschaft in der Merkur Spiel-Arena am vergangenen Freitagabend zeigte sich der gebürtige Thüringer allerdings alles andere als zufrieden. Der sichtlich verärgerte Fußballlehrer, der während seiner erfolgreichen Zeit bei Manchester City (1994–1998) den Spitznamen „Der Panzer“ erhielt, sah sich nach der Partie sogar zu einer Entschuldigung bei den eigenen Fans genötigt. Er habe „seine Mannschaft beim Spiel in Düsseldorf nicht wiedererkannt“, erklärte er im Anschluss vor den anwesenden Medienvertretern. Weiter bezeichnete Rösler den Auftritt seiner Mannen als "mut-" und "energielos" – ein Urteil, zu dem auch der Großteil der gut 10.000 nach Düsseldorf mitgereisten VfL-Anhänger gekommen sein dürfte, so viele wie bei keinem Zweitliga-Auswärtsspiel der Bochumer in der laufenden Spielzeit zuvor.
Schrillende Alarmglocken in Richtung Kaiserslautern angesichts dieser Charakterfrage vor dem nächsten Topspiel? Auf die mentale Stärke und die kämpferische Einstellung war bei den Bochumern unter ihrem neuen Trainer im bisherigen Saisonverlauf eigentlich immer Verlass. Vor allem in den Heimspielen entwickeln die Jungs von der Castroper Straße regelmäßig eine ganz ähnliche Wucht – vergleichbar mit der Intensität, die der kommende Gast aus der Pfalz auf dem heimischen Betzenberg entfacht. Genau diese Energie wird am Samstagabend auch wieder im Ruhrstadion gefragt sein - mit einer aktuellen Ausbeute von neunzehn Punkten bei fünf Siegen, vier Unentschieden und drei Niederlagen (Torverhältnis 18:13) rangiert der VFL allerdings nur auf Platz Neun der Heimtabelle, im Gegensatz zu den noch heimstärkeren Lautrern (Platz 3).
Nichtsdestotrotz müssen sich die Roten Teufel am kommenden Samstagabend auf eine Reaktion von Röslers Mannschaft gefasst machen, die der VFL-Coach schon unmittelbar nach dem Schlusspfiff in Düsseldorf offensiv von seinem Team einforderte. Damit diese auch gelingt, hatte Rösler bereits für den zurückliegenden Samstag eine längere Videositzung angesetzt, in der sich die Spieler erklären sollten. „Der Bonus ist jetzt aufgebraucht, die Karten werden neu gemischt", machte er dabei deutlich. Bis auf den verlässlichen Stammkeeper Timo Horn (32) und Vize-Kapitän Maximilian Wittek (30), der nach abgesessener Gelbsperre wohl für den in Düsseldorf überforderten Mikkel Rakneberg (24) auf der linken Abwehrseite in die Startelf zurückkehren dürfte, scheint für das wegweisende Heimspiel gegen Kaiserslautern am kommenden Samstag kein Platz in der Startelf des erfahrenen Cheftrainers fest vergeben zu sein.
Taktische Ausgangslage / Statistikecke
Der VfL agiert meist in einem 4-2-3-1 oder 4-3-3 mit klarer Struktur.
Typische Merkmale:
- Kompakte Viererkette mit enger Staffelung im Zentrum
- Doppelsechs zur Absicherung und für schnelle Ballgewinne
- Direktes Umschaltspiel über die Flügel
- Hohe Intensität im Gegenpressing
Mit bisher 334 abgegebenen Torschüssen (Platz 6), bereits fünf zugesprochenen Elfmetern (Platz 5) und drei davon verwandelten Strafstößen (Platz 7) sowie starken Kopfbällen (504 – Platz 6), Flanken (250 – Platz 7) und Sprints (3779 – Platz 7) stellt der VfL Bochum in der Offensive durchaus seine Präsenz und Durchschlagskraft unter Beweis.
Defensiv und im Spielaufbau hinkt das Team analog zu den Pfälzern jedoch auch etwas verstärkter hinterher: Ballbesitz (45 % – Platz 18), Passquote (80,7 % – Platz 14) und Laufdistanz (2812 – Platz 13) sind eher durchschnittlich.
Statistisch unterscheiden sich diese Werte nur geringfügig von denen des 1. FC Kaiserslautern, was zusätzlich verdeutlicht, dass am kommenden Samstag zwei Teams mit ähnlichen Spielanlagen und vergleichbarer fußballerischer Grundphilosophie aufeinandertreffen.
Schlüsselspieler
Timo Horn (32, TW) - erfahrener Rückhalt im Bochumer Tor und ein sicherer Faktor bei Paraden und entscheidenden Aktionen. Seine Präsenz gibt der Abwehr Stabilität, besonders in engen Spielen.
Gerrit Holtmann (30, LA) - gehört zu den kreativen und dynamischen Offensivspielern beim VFL, der durch Dribblings, Tempo und Dynamik regelmäßig für Torgefahr sorgt. Mit einer Grundgeschwindigkeit von über 36 km/h gehört der erfahrene Flügelflitzer auch im fortgeschrittenen Fußballeralter nach wie vor zu den schnellsten Spielern im Unterhaus. Holtmanns Bilanz in der aktuellen Saison: vier Tore, drei Torvorlagen.
Francis Onyeka (18, OM) - Als 18‑jähriges Talent auf Leihbasis von Bayer 04 Leverkusen hat Onyeka in der 2. Bundesliga schon für Furore gesorgt: Er spielt vielseitig im Mittelfeld, ist torgefährlich und bringt frischen Schwung ins Team mit gutem Drang nach vorne. Aktuell steht der Deutsch-Nigerianer bei acht Saisontoren und einer Torvorlage, was ihn zum angriffslustigsten Spieler in den Reihen des VFL macht.
Phillip Hofmann (32, MS) - Der ehemalige Betze-Spieler (2014/2015) ist einer der wichtigsten Offensivspieler im Team von Uwe Rösler, setzt durch seine körperliche Präsenz und Torgefahr Akzente vorne und war in dieser Saison an wichtigen Treffern beteiligt. Hinter Onyeka mit fünf Toren und sechs Vorlagen zweitverlässlichster Angreifer an der Castropper Straße.
Personalsituation
Augenblicklich muss Chefcoach Rösler auf Mittelstürmer Ibrahim Sissoko (30) verzichten, der sich nach einer langwierigen Sprunggelenksverletzung allerdings bereits wieder im Rehatraining befindet. Beim zurückliegenden Spiel in Düsseldorf reichte es noch nicht für eine Kadernominierung, sein Einsatz gegen den 1. FC K dürfte sich in der laufenden Trainingswoche entscheiden. Ebenfalls fehlt dem VFL aktuell Mittelfeldspieler Moritz Göttlicher (17) mit einer Beckenverletzung auf unbestimmte Zeit.
Mannschaftskapitän Matúš Bero (30) ist nach überstandenen Knöchel- und Sprunggelenksproblemen die ihn schon seit dem vergangenen Dezember ausbremsten, mittlerweile wieder einsatzbereit. Mit seinem Einsatz am kommenden Samstagabend ist daher mit hoher Wahrscheinlichkeit zu rechnen. Er könnte für Youngster Mats Pannewig (21) auf die zentrale Sechser-/Achterposition neben Cajetan Lenz (19) ins Mittelfeld rücken.
Wie am gestrigen Dienstag bekanntgegeben wurde, droht Gerrit Holtmann womöglich ein Ausfall im Topspiel gegen den Traditionsverein aus der Pfalz. Bereits in Düsseldorf in der Halbzeitpause angeschlagen ausgewechselt, fehlte Holtmann auch beim gestrigen Trainingsauftakt, trainierte nur individuell. Rösler: „Ich hatte ein Gespräch mit Gerrit und der medizinischen Abteilung. Wir haben diskutiert, was wir machen, um eine gute Lösung zu finden. Im Moment ist er nicht auf dem Platz. Das wird keine zwei Monate dauern, aber schon ein paar Tage.“ Denkbar, dass er am Samstag ersetzt werden muss. Entweder durch Moritz-Broni Kwarteng (27) oder den Torschützen zum 1:2-Anschlusstreffer gegen Düsseldorf, Farid Alfa-Ruprecht (19).
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