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[Aktion] Großmütter – Heldinnen Afrikas

Klingenstädter

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<span>Großmütter – Heldinnen Afrikas</span>



AIDS hat allein in Afrika mehr als 12 Millionen Kinder zu Waisen gemacht. In einigen Dörfern hat die Epidemie die ganze mittlere Generation ausgelöscht. Zigtausende afrikanische Großmütter müssen nicht nur den Tod ihrer Töchter verkraften, sondern auch deren Aufgaben übernehmen – auch wenn sie selbst bitterarm und schwach sind.



In dem Dorf Chikankata in Sambia wird heute nur noch der Tod satt. Die Menschen hier sterben zwar nicht am Hunger, dafür sorgen die Lebensmittellieferungen der Regierung. Doch immer mehr Dorfbewohner, von jahrelanger Mangelernährung zusätzlich enkräftet, fallen der AIDS-Epidemie zum Opfer. Es trifft vor allem die mittlere Generation der 20- bis 40-Jährigen - die Leistungsfähigsten, die den Pflug ziehen, das Feld bestellen und den Haushalt versorgen könnten. Übrig bleiben Waisenkinder und ihre Großeltern. So wie Esther und Raphael Hachintu, 67 und 70 Jahre alt. Das alte Ehepaar hat schon sieben seiner acht Kinder sterben sehen. Nun versorgen die beiden 21 Enkelkinder - einundzwanzig.



Zigtausende Großeltern in Sambia und anderen afrikanischen Ländern müssen wieder die Rolle von Eltern übernehmen. Allein in dem relativ kleinen Staat haben 710.000 Kinder einen Elternteil oder beide durch AIDS verloren. Weltweit gibt es inzwischen rund 15 Millionen Waisen durch AIDS. Bis zum Jahr 2010 soll ihre Zahl auf mehr als 18 Millionen steigen. Und sehr oft sind es die Großmütter, die sich um die Waisen kümmern.



Oft sind die alten Frauen selbst krank und eigentlich zu schwach für die schwere Aufgabe, in tiefster Armut noch einmal Kinder großzuziehen und zu versorgen. Angesichts der enormen Zahl der Waisen streben Hilfsorganisationen und Regierungen an, die Last in den ländlichen Gebieten auf die gesamte Dorfgemeinschaft zu verteilen. Wo immer möglich, sollen Verwandte oder Nachbarn als Pflegeeltern einspringen und dabei unterstützt werden. Waisenhäuser könnten so viele Kinder nie aufnehmen und sind für jedes Kind allenfalls die zweitbeste Lösung.



Die Großmütter brauchen am meisten Unterstützung. In Ländern wie Sambia und Mosambik bildet UNICEF deshalb Freiwillige zu Dorfhelfern aus. Sie besuchen Großmütter und andere von AIDS betroffene Familien, helfen bei der Krankenpflege und im Haushalt.



Noch weniger als Esther und Raphael hatte die 73-jährige Edina Gilibati aus dem Nachbarland Malawi. Einst lebte Edina mit ihrem Mann, den Kindern und Enkelkindern. Sie freute sich auf einen ruhigen Lebensabend. Doch ihr Leben war kaum je anstrengender als heute, im hohen Alter. Denn Edina hat nicht nur ihren Mann, sondern auch all ihre Kinder und selbst all ihre Enkel verloren. Sie hat nur noch ihre sieben Urenkel, die sie wie eine Mutter umsorgt und erzieht. „In meinem Alter kann ich den Acker nicht mehr pflügen“, sagt sie. „Ich kann nicht einmal eine Hacke halten, und doch trage ich die ganze Verantwortung.“ Mehr als eine halbe Million AIDS-Waisen gibt es in Malawi. Jedes vierte malawische Kind hat mindestens einen Elternteil verloren.



Während Edina erzählt, setzt sich eines ihrer Urenkel auf ihren Schoß und fängt an zu weinen. „Wenn Sie nächstes Jahr wieder kommen, bin ich wahrscheinlich tot“, sagt die alte Frau, die sich gerade erst von einem Malariaschub erholt hat. Schnell fügt sie hinzu: „Aber ich werde nicht an AIDS sterben.“ Das ist Edinas einziger, schwacher Trost. In manchen Momenten fürchtet sie sich vor dem Tag, an dem sie stirbt – vor allem, weil sie weiß, wie sehr ihre Urenkel auf sie angewiesen sind. Doch meist lässt Edina diese Schwäche erst gar nicht zu.




Zum Muttertag am 13. Mai startet UNICEF eine besondere Aktion, um alle Großeltern und Enkelkinder in Deutschland um Unterstützung für Waisen und ihre Großmütter zu bitten: Hier können Sie ein Foto ins Internet stellen und mit einem Kommentar versehen.


Die Fotos sollten Großeltern mit ihren Enkelkindern zeigen. Großmutter mit Enkelsohn, Großeltern mit Enkelkindern – jedes Foto als Ausdruck der Solidarität mit den von AIDS betroffenen Familien ist willkommen. Gleichzeitig ruft UNICEF zu Spenden auf, um die Großmütter wirkungsvoller unterstützen zu können.





Quelle: unicef
 
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