Klingenstädter
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TODESLISTE EINES SCHÜLERS
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Gericht schickt 17-Jährigen in Therapie</span>
Ein Zehntklässler aus Usedom fertigte eine Todesliste von Lehrern und Schülern an und rechnete aus, wie viel Munition er zum Töten brauchen würde - 206 Kugeln. Wegen Störung des öffentlichen Friedens wurde der 17-Jährige nun zu Sozialstunden und Psychotherapie verurteilt.
Entsetzen herrschte im Oktober 2005 am Maxim-Gorki-Gymnasium auf Usedom. Fünf Schüler einer zehnten Klasse der Heringsdorfer Schule hatten eine Todesliste von 206 Lehrern und Mitschülern verfasst. Ein 16-Jähriger aus Ahlbeck hatte sogar schon ausgerechnet, wie viel Munition er benötigen würde. Er wurde festgenommen und gestand der Polizei, dass er Schüler und Lehrer mit einer Waffe töten wollte und bereits gewusst habe, wo er sich die Schusswaffe besorgen könne.
Am Donnerstag wurde der mittlerweile 17-Jährige vom Amtsgericht Greifswald nach einem Prozess mit einer Verwarnung belegt. Die Richter bezeichneten die Todesdrohungen als Störung des öffentlichen Friedens und verurteilten den Jugendlichen zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Darüber hinaus muss er sich in Psychotherapie begeben, teilte ein Gerichtssprecher mit.
Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der "Todesliste" war der Hauptverdächtige zunächst in eine Nervenklinik in Uckermünde eingewiesen worden. Er gilt als psychisch labil und war in der Vergangenheit bereits psychiatrisch behandelt worden. In der Anstalt wurde der Schüler kurz darauf festgenommen.
Bekannt wurde die Todesliste, weil ein Mitwisser das Papier auf dem Schulhof herumgezeigt hatte. Die Schüler hatten mehrere Mitschüler aufgefordert, im Jahrbuch des Maxim-Gorki-Gymnasiums anzukreuzen, wer ihnen unsympathisch ist. Mit Kreuzchen und Kreisen sollen der 16-jährige Haupttäter und seine Freunde verhasste Lehrer und Mitschüler gekennzeichnet haben. Im Heft standen Vermerke wie "diese sterben" und "206 Kugeln".
Bis auf die vier Mitwisser ahnten die Schüler des Gorki-Gymnasiums nicht, dass die schwarz angemalten Jahrbuch-Porträts in der Phantasie ihres Mitschülers eine Todesliste darstellten. Die vier anderen 16-Jährigen, darunter auch ein Mädchen, gaben in Vernehmungen zu, dass sie von den Mordplänen wussten. Sie hätten ihn allerdings nicht ernst genommen und nicht bei der Umsetzung mithelfen wollen.
Nach dem Vorfall hatte der Täter die Schule verlassen. Der Fall wurde in einem nicht öffentlichen Verfahren vor dem Greifswalder Jugendschöffengericht verhandelt.
cpa/AP
Quelle: spiegel.de
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Gericht schickt 17-Jährigen in Therapie</span>
Ein Zehntklässler aus Usedom fertigte eine Todesliste von Lehrern und Schülern an und rechnete aus, wie viel Munition er zum Töten brauchen würde - 206 Kugeln. Wegen Störung des öffentlichen Friedens wurde der 17-Jährige nun zu Sozialstunden und Psychotherapie verurteilt.
Entsetzen herrschte im Oktober 2005 am Maxim-Gorki-Gymnasium auf Usedom. Fünf Schüler einer zehnten Klasse der Heringsdorfer Schule hatten eine Todesliste von 206 Lehrern und Mitschülern verfasst. Ein 16-Jähriger aus Ahlbeck hatte sogar schon ausgerechnet, wie viel Munition er benötigen würde. Er wurde festgenommen und gestand der Polizei, dass er Schüler und Lehrer mit einer Waffe töten wollte und bereits gewusst habe, wo er sich die Schusswaffe besorgen könne.
Am Donnerstag wurde der mittlerweile 17-Jährige vom Amtsgericht Greifswald nach einem Prozess mit einer Verwarnung belegt. Die Richter bezeichneten die Todesdrohungen als Störung des öffentlichen Friedens und verurteilten den Jugendlichen zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Darüber hinaus muss er sich in Psychotherapie begeben, teilte ein Gerichtssprecher mit.
Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der "Todesliste" war der Hauptverdächtige zunächst in eine Nervenklinik in Uckermünde eingewiesen worden. Er gilt als psychisch labil und war in der Vergangenheit bereits psychiatrisch behandelt worden. In der Anstalt wurde der Schüler kurz darauf festgenommen.
Bekannt wurde die Todesliste, weil ein Mitwisser das Papier auf dem Schulhof herumgezeigt hatte. Die Schüler hatten mehrere Mitschüler aufgefordert, im Jahrbuch des Maxim-Gorki-Gymnasiums anzukreuzen, wer ihnen unsympathisch ist. Mit Kreuzchen und Kreisen sollen der 16-jährige Haupttäter und seine Freunde verhasste Lehrer und Mitschüler gekennzeichnet haben. Im Heft standen Vermerke wie "diese sterben" und "206 Kugeln".
Bis auf die vier Mitwisser ahnten die Schüler des Gorki-Gymnasiums nicht, dass die schwarz angemalten Jahrbuch-Porträts in der Phantasie ihres Mitschülers eine Todesliste darstellten. Die vier anderen 16-Jährigen, darunter auch ein Mädchen, gaben in Vernehmungen zu, dass sie von den Mordplänen wussten. Sie hätten ihn allerdings nicht ernst genommen und nicht bei der Umsetzung mithelfen wollen.
Nach dem Vorfall hatte der Täter die Schule verlassen. Der Fall wurde in einem nicht öffentlichen Verfahren vor dem Greifswalder Jugendschöffengericht verhandelt.
cpa/AP
Quelle: spiegel.de