Der SC Charleroi ist ein bescheidender Club in der
1. belgischen Fußball-Liga. In der vorigen Saison hatte er die
Chance, sich für die Champions League zu qualifizieren. Um die
Hoffnung zu wahren, riet die Clubführung dem Star des Teams, dem
Marokkaner Abdelmajid Oulmers, davon ab, zum Länderspiel Marokko
gegen Burkina Faso zu reisen. Aber der 26-jährige Mittelfeldspieler
musste antreten, wie der Weltverband FIFA dies verlangt. Er zog sich
einen Bänderriss im Knöchel zu, fiel sieben Monate aus, und Charleroi
verpasste den Einzug in die europäische Elite-Liga.
Die Belgier verklagten die FIFA auf Schadenersatz. Der Prozess vor
dem Handelsgericht in der belgischen Industriestadt könnte die Welt
des Fußballs durcheinander wirbeln, wie dies der «Fall Bosman» vor
knapp zehn Jahren getan hatte. Experten gehen davon aus, dass der
Europäische Gerichtshof eingeschaltet wird. Sollte dieser zu Gunsten
des SC Charleroi entscheiden, drohte das Länderspielsystem der FIFA
aus den Fugen zu geraten. Und das möglicherweise kurz vor der WM
2006: Prozessbeobachter erwarten das Urteil im Mai nächsten Jahres.
In dem Verfahren geht es im Grunde darum, ob die Profi-Vereine
weiterhin ihre Fußballer für Länderspiele abstellen müssen ohne
Anspruch auf Entschädigungen. Real Madrid beklagte zum Beispiel einen
Monat lang den Ausfall von Zinedine Zidane, der sich am 7. September
beim WM-Qualifikationsspiel Irland gegen Frankreich verletzt hatte.
Für die Madrilenen bedeutete dies einen Verlust von zwei Millionen
Euro, denn «Zizou» kostet sie 70 000 Euro pro Tag.
Die «G 14»-Gruppe der europäischen Spitzenclubs unterstützt die
Klage Charlerois gegen die FIFA. Sie wird durch den Anwalt Jean Louis
Dupont vertreten, der mit dem Bosman-Verfahren eine «Revolution» des
Transfersystems bewirkt hatte. «Die FIFA missbraucht nach unserer
Ansicht ihre marktbeherrschende Stellung», sagt der Jurist. «Dies ist
ein Verstoß gegen das EU-Wettbewerbsrecht.» Die FIFA betreibe ein
Doppelspiel. Sie lege die (Markt-)Regeln fest, zugleich beteilige sie
sich aber selbst wie ein Unternehmen am Fußballgeschäft.
«Die Vereine wissen, dass die WM 2,5 Milliarden Euro einbringt»,
sagte der Anwalt dem Madrider Sportblatt «As». «Sie stellen gratis
den wichtigsten Faktor zur Verfügung, nämlich die Fußballer. Im Falle
einer Verletzung bekommen sie nicht einmal eine Entschädigung.» Die
FIFA hüllt sich derweil in Schweigen, weil sie sich zu einem
laufenden Verfahren nicht äußern will. Sie forderte allerdings den
belgischen Verband auf, Charleroi wegen der Klage vor einem
ordentlichen Gericht zu bestrafen.
Einzelne Verbände zahlen bereits den Vereinen Gelder für die
Abstellung von Nationalspielern. Die Bundesligaclubs erhalten vom
Deutschen Fußball-Bund (DFB) pro Länderspiel und Fußballer 6000 Euro.
Aber könnte beispielsweise auch ein armer Verband wie der in Kamerun
für einen Star wie Samuel Eto´o (FC Barcelona) zahlen? «Wir verlangen
gar nicht, dass die Clubs für jede Abstellung Geld bekommen», betont
G-14-Geschäftsführer Thomas Kurth in der Zeitung «El País». «Wir
wollen nur einen Anteil an den Einnahmen aus den großen Wettbewerben
bekommen. Über den Prozentsatz wäre noch zu sprechen.»
Quelle: tm.de
WAS SAGT IHR DAZU????
1. belgischen Fußball-Liga. In der vorigen Saison hatte er die
Chance, sich für die Champions League zu qualifizieren. Um die
Hoffnung zu wahren, riet die Clubführung dem Star des Teams, dem
Marokkaner Abdelmajid Oulmers, davon ab, zum Länderspiel Marokko
gegen Burkina Faso zu reisen. Aber der 26-jährige Mittelfeldspieler
musste antreten, wie der Weltverband FIFA dies verlangt. Er zog sich
einen Bänderriss im Knöchel zu, fiel sieben Monate aus, und Charleroi
verpasste den Einzug in die europäische Elite-Liga.
Die Belgier verklagten die FIFA auf Schadenersatz. Der Prozess vor
dem Handelsgericht in der belgischen Industriestadt könnte die Welt
des Fußballs durcheinander wirbeln, wie dies der «Fall Bosman» vor
knapp zehn Jahren getan hatte. Experten gehen davon aus, dass der
Europäische Gerichtshof eingeschaltet wird. Sollte dieser zu Gunsten
des SC Charleroi entscheiden, drohte das Länderspielsystem der FIFA
aus den Fugen zu geraten. Und das möglicherweise kurz vor der WM
2006: Prozessbeobachter erwarten das Urteil im Mai nächsten Jahres.
In dem Verfahren geht es im Grunde darum, ob die Profi-Vereine
weiterhin ihre Fußballer für Länderspiele abstellen müssen ohne
Anspruch auf Entschädigungen. Real Madrid beklagte zum Beispiel einen
Monat lang den Ausfall von Zinedine Zidane, der sich am 7. September
beim WM-Qualifikationsspiel Irland gegen Frankreich verletzt hatte.
Für die Madrilenen bedeutete dies einen Verlust von zwei Millionen
Euro, denn «Zizou» kostet sie 70 000 Euro pro Tag.
Die «G 14»-Gruppe der europäischen Spitzenclubs unterstützt die
Klage Charlerois gegen die FIFA. Sie wird durch den Anwalt Jean Louis
Dupont vertreten, der mit dem Bosman-Verfahren eine «Revolution» des
Transfersystems bewirkt hatte. «Die FIFA missbraucht nach unserer
Ansicht ihre marktbeherrschende Stellung», sagt der Jurist. «Dies ist
ein Verstoß gegen das EU-Wettbewerbsrecht.» Die FIFA betreibe ein
Doppelspiel. Sie lege die (Markt-)Regeln fest, zugleich beteilige sie
sich aber selbst wie ein Unternehmen am Fußballgeschäft.
«Die Vereine wissen, dass die WM 2,5 Milliarden Euro einbringt»,
sagte der Anwalt dem Madrider Sportblatt «As». «Sie stellen gratis
den wichtigsten Faktor zur Verfügung, nämlich die Fußballer. Im Falle
einer Verletzung bekommen sie nicht einmal eine Entschädigung.» Die
FIFA hüllt sich derweil in Schweigen, weil sie sich zu einem
laufenden Verfahren nicht äußern will. Sie forderte allerdings den
belgischen Verband auf, Charleroi wegen der Klage vor einem
ordentlichen Gericht zu bestrafen.
Einzelne Verbände zahlen bereits den Vereinen Gelder für die
Abstellung von Nationalspielern. Die Bundesligaclubs erhalten vom
Deutschen Fußball-Bund (DFB) pro Länderspiel und Fußballer 6000 Euro.
Aber könnte beispielsweise auch ein armer Verband wie der in Kamerun
für einen Star wie Samuel Eto´o (FC Barcelona) zahlen? «Wir verlangen
gar nicht, dass die Clubs für jede Abstellung Geld bekommen», betont
G-14-Geschäftsführer Thomas Kurth in der Zeitung «El País». «Wir
wollen nur einen Anteil an den Einnahmen aus den großen Wettbewerben
bekommen. Über den Prozentsatz wäre noch zu sprechen.»
Quelle: tm.de
WAS SAGT IHR DAZU????