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Frankreich testet anonymen Lebenslauf

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Habe ich gerade von der französischen Botschaft bekommen. Finde ich sehr interessant:



Frankreich testet anonymen Lebenslauf



Im Rahmen der von Staatspräsident Nicolas Sarkozy in die Wege geleiteten Politik zur Verbesserung der Chancengleichheit für Minderheiten wird in Frankreich seit Anfang 2010 der anonyme Lebenslauf (CV anonyme) getestet. An dem Versuch beteiligen sich freiwillig 49 Privatunternehmen sowie Unternehmen des öffentlichen Dienstes wie z.B. die mit der französischen Arbeitsagentur Pôle emploi, das staatliche Finanzinstitut Caisse des dépôts et consignations und die Post.

Auch wenn der Gesetzgeber schon seit 2006 die Nutzung des anonymen Lebenslaufes vorgesehen hat, so ist der Beschluss aufgrund eines fehlenden Dekrets bisher nicht umgesetzt worden.

Auf Betreiben der Regierung läuft deshalb seit Ende 2009 in 49 Unternehmen in sieben Départements mit großem Migrantenanteil (Seine-Saint-Denis, Nord, Rhône, Bouches-du-Rhône, Bas-Rhin, Loire-Atlantique und Paris) ein Feldversuch, um Diskriminierungen bei der Einstellung vorzubeugen und dafür zu sorgen, dass der anonyme Lebenslauf bei Einstellungsverfahren zur gängigen Praxis wird.

Der Versuch soll den konkreten Einfluss anonymer Lebensläufen im Bewerbungsprozess evaluieren und eine Antwort darauf geben, ob es sinnvoll ist, alle Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern per Dekret hierzu zu verpflichten. Zudem sollen Leitlinien des anonymen Lebenslaufes bei Einstellungsverfahren erstellt werden.

Ziel des anonymen Lebenslaufes ist die Wahrung der Chancengleichheit bei Stellenausschreibungen. So sollen Diskriminierungen von Bewerbern aufgrund der Hautfarbe, eines Familiennamens mit ausländischem Klang bzw. aufgrund des Wohnortes oder des Alters verhindert werden. Der an den Arbeitgeber übersandte Lebenslauf soll deshalb keine Angaben mehr zur Identität des Kandidaten enthalten (Name, Vorname, Adresse, E-mail-Adresse, Geschlecht, Geburtsdatum, Geburtsort, Familiensituation, Lichtbild).

Eine erste Auswertung der Erfahrungen mit dem anonymen Lebenslauf soll von einer Kommission unter Federführung des Staatssekretariats für Beschäftigung, des Arbeitsministeriums und des Kommissariats für Vielfalt im Herbst 2010 vorgelegt werden.
 
Interessante Sache.... Aber spätestens bei nem Einstellungstest/-gespräch ist doch das dann aber eh wieder Kokolores. Oder gibts dann sowas nicht mehr!?
 
die meinung der deutschen privat-wirtschaft dazu, aus der saarbrücker zeitung von heute:




Mittelstand gegen anonyme Bewerbungen


Verband: Alter und Geschlecht sind entscheidende Kriterien

Das Bundesfamilienministerium will in einem Pilotprojekt anonymisierte Bewerbungen testen. Die Wirtschaft sieht das Vorhaben kritisch. Für Unternehmen würde der Aufwand erheblich steigen.

Berlin/Saarbrücken. Die familiengeführten Unternehmen in Deutschland haben vor der Einführung anonymisierter Bewerbungen gewarnt. "Unternehmen benötigen die Angaben von Alter und Geschlecht, weil dies für die Vergabe der meisten Arbeitsplätze von entscheidender Bedeutung ist", erklärte der Präsident der Verbandes Die Familienunternehmer, Patrick Adenauer.


quelle und link: saarbrücker zeitung
 
Interessante Sache.... Aber spätestens bei nem Einstellungstest/-gespräch ist doch das dann aber eh wieder Kokolores. Oder gibts dann sowas nicht mehr!?


Das habe ich mir auch gedacht.

Wie soll das überhaupt funktionieren? Irgendwo müssen doch Kontaktdaten vorhanden sein. Ist da eine Agentur zwischengeschaltet?
 
Vorurteile lassen sich leider nicht einfach per Verordnung abschaffen. Ein Arbeitgeber, der keinen Türken, Kenianer, Isländer oder Usbeken einstellen will, wird dann eben zu einem späteren Zeitpunkt einen Vorwand finden, den Bewerber abzulehnen. Genauso verhält es sich bei den Punkten Alter, Geschlecht, Wohnort, Familienstand, Behinderung.



Ich werde auf Grund meines angeheirateten Familiennamens auch häufiger für einen Ausländer gehalten. Ab und zu werde ich dann für mein "fast akzentfreies" Deutsch gelobt. Nach meiner Erfahrung und Einschätzung hat es wenig Sinn, unbedingt dort einen Job haben zu wollen, wo man dich nicht haben will. Da sucht man sich besser einen Arbeitgeber, der sich für deine Qualifikationen, Referenzen und Fähigkeiten interessiert und weltoffen genug ist, dass ihm dein Name und deine Herkunft erst einmal egal ist.
 
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