Modena (dpa) - Die Opernwelt nimmt Abschied von Luciano Pavarotti: Der italienische Startenor starb am frühen Donnerstagmorgen im Alter von 71 Jahren in seiner Heimatstadt Modena an einem Krebsleiden. Dies bestätigte seine Managerin Terri Robson.
Kollegen und Freunde zeigten sich tief betroffen über den Tod des "Tenorissimo". "Ich habe immer seine göttliche Stimme bewundert und auch seinen Sinn für Humor", erklärte der spanische Opernsänger Plácido Domingo in einer Mitteilung. Das Royal Opera House in London würdigte Pavarotti als einen der "besten Sänger unserer Zeit".
Bei Pavarotti war im vergangenen Jahr Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden. Bei einer Operation in New York wurde ihm der Tumor zwar von Spezialisten entfernt, der Sänger erholte sich jedoch anschließend nicht mehr. Er lebte seither zurückgezogen mit seiner Frau Nicoletta Mantovani und der gemeinsamen Tochter Alice in seinem Haus in Modena. Zuletzt war er im August wegen hohen Fiebers zwei Wochen im Krankenhaus.
Der Bürgermeister von Modena, Giorgio Pighi, kündigte an, das Stadttheater nach dem großen Sohn der norditalienischen Stadt benennen zu wollen. "Ein großer Künstler verlässt uns, ein guter Mensch. Luciano Pavarotti hat Modena Glanz verliehen", sagte Pighi. Der Direktor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, ließ eine schwarze Flagge als Zeichen der Trauer an dem Gebäude aufziehen. Er sprach vom "Verlust der schönsten Tenorstimme meiner Zeit und darüber hinaus eines Menschen, der durch seine Kunst in außergewöhnlicher Weise gewirkt und dem Publikum unendlich viel gegeben hat."
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Seinen letzten großen Auftritt hatte Pavarotti bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele im Februar 2006 in Turin, als er noch einmal mit seinem Paradestück "Nessun Dorma" aus Puccinis "Turandot" ein Milliardenpublikum begeisterte. Viele Fans waren zu Tränen gerührt, als "Big Luciano" dabei noch einmal den Jubel der begeisterten Zuschauer in sich aufsog.
Pavarotti hatte in den vergangenen Jahren mehrfach gesundheitliche Probleme. Immer wieder musste er Konzerte etwa wegen Rückenproblemen absagen, wollte aber dennoch seine Karriere nicht beenden.
Sein Aufstieg hatte Anfang der 60er Jahre begonnen, vor allem mit der Rolle des Rudolf in Puccinis "La Bohème". Als er 1964 am Covent Garden in London für den erkrankten Giuseppe Di Stefano einsprang, gelang Pavarotti der Durchbruch. 1966 folgte das Debüt an der Mailänder "Scala", zwei Jahre später an der New Yorker "Met".
In seinen großen Zeiten schaffte er es, auf einer Partiturzeile gleich neun Mal auf ein hohes C zu kommen. 1988 bekam er in Berlin 115 Vorhänge. "Ich war mir immer bewusst, dass die Stimme ein göttliches Geschenk ist", sagte er einmal.
Luciano Pavarotti
Luciano Pavarotti im Anayasi Theater in Panama City, Panama (2004).
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Weltberühmt wurde Pavarotti auch durch die Auftritte der "Drei Tenöre" mit Plácido Domingo und José Carreras. 1990 nutzte das Trio die Fußball-Weltmeisterschaft in Italien für einen weltweit ausgestrahlten Auftritt. Der Live-Mitschnitt wurde weltweit mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Zudem organisierte der Sänger unter dem Titel "Pavarotti & Friends" Benefizkonzerte, bei denen er mit Rock- und Popgrößen wie Bono, Anastacia und James Brown auftrat und auf diese Weise auch das junge Publikum begeisterte.
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