Der „Vadder" ist noch längst kein Opa FUSSBALL: FCK-Torwart Thomas Ernst kämpft um sein spätes Glück
ZEULENRODA (zkk). Jürgen Macho trägt in der neuen Saison beim 1. FC Kaiserslautern das Trikot mit der Nummer 1. Nummer 1 des Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern bleiben aber will mit aller Macht der Mann mit der Rückennummer 21: Thomas Ernst.
„Das ist doch nur eine Zahl, die auf dem Rücken steht", bekundet Ernst, der der Nummernvergabe keine größere Bedeutung beimisst. „Ich wurde gefragt, ob ich die 1 haben will, ich wollte aber lieber die 21 behalten", erzählt der 37-Jährige, der seit dem 15. Spieltag der letzten Saison Stammtorhüter der Lauterer ist, Nachfolger des damals schwer verletzten Tim Wiese wurde, der nun sein Glück bei Werder Bremen sucht.
„Ich werde um meinen Platz kämpfen, ich werde das Feld nicht freiwillig räumen. Ich werde meine Arbeit weiter so gut wie nur möglich machen und gehe einfach davon aus, dass ich spiele", betont der Keeper, der 2003 als Ersatzmann zum FCK geholt wurde und im letzten Jahr die unverhoffte Chance nutzte, sich als Nummer 1 zu profilieren. Zweifelsfrei: Ernst war ein Garant des Klassenerhalts, auch wenn er nur bescheiden sagt: „Ich habe das gespielt, was ich spielen kann".
„Der FCK hat kein Torwartproblem", konstatierte Michael Henke bei seiner Amtsübernahme. Auf eine Rangfolge seiner Torleute aber hat sich der neue Trainer bisher noch nicht festgelegt. Er beobachtet aber mit sichtlichem Wohlgefallen, mit welchem Eifer Macho und Ernst um den Platz zwischen den Pfosten konkurrieren. „Dass Jürgen Gas gibt, meinen Posten will, das ist ganz normal. Wenn es anders wäre, dann wäre er auch fehl am Platz", stellt Thomas Ernst fest, der mit Herz und Leidenschaft um seinen Stammplatz kämpft. Dem 103. Bundesligaspiel sollen 34 weitere folgen.
„Selbst in meinem Alter lernt man noch dazu. Man kann sich immer und überall verbessern: Athletik, Geschwindigkeit, Bewegungsabläufe", betont Ernst. Er rühmt Reha- und Prophylaxe-Coach Zvonko Komes als Bereicherung.
Michael Henke, der neue Cheftrainer, ist für Ernst der richtige Mann am richtigen Platz. „Er ist sehr souverän vor der Mannschaft. Man merkt nicht, dass er bisher nur Co-Trainer war", urteilt der Torwächter: „Der Trainer korrigiert vieles schon beim Training, er spricht viele Dinge sofort an, redet mit allen. Das ist wichtig und richtig. Diese Mannschaft braucht Führung und eine klare Ansprache!"
Da der 19 Jahre alte Florian Fromlowitz bei der U 19-Nationalelf weilt, ist der erst 17-jährige Tobias Sippel mit im Trainingslager in Zeulenroda. Und erntet viel Lob von Thomas Ernst, den Gerald Ehrmanns Torwartschule beeindruckt: „Klasse, dass der FCK einen solchen Fundus an jungen Torhütern hat. Ich war mit 19 nicht so weit, wie Florian heute ist. Man sieht jetzt auch bei Tobias, was er drauf hat und dass er schon seit der D-Jugend bei ,Gerry" trainiert." Den Jungen Ratgeber und Leitfigur zu sein, das verinnerlicht der tadellose Sportsmann Thomas Ernst. Und verschmitzt lächelnd freut er sich, „dass mich auch der Tobias noch nicht Opa, sondern höchstens auch mal ,Vadder" nennt." Thomas Ernst, der ,,Vadder", das Vorbild, der gute Geist der „Roten Teufel".
SCHOEPU / SCHOEPU
Quelle: Die Rheinpfalz