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Mailänder Staatsanwälte wollen CIA-Agenten anklagen

Klingenstädter

Well-Known Member
VERSCHLEPPTER TERRORVERDÄCHTIGER


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Mailänder Staatsanwälte wollen CIA-Agenten anklagen</span>



Ranghohen Agenten des US-Geheimdienstes CIA soll der Prozess gemacht werden: Italienische Staatsanwälte wollen sie wegen der Verschleppung eines Terrorverdächtigen anklagen. Es wäre weltweit die erste Anklage wegen der umstrittenen Entführungen.



Rom - Auf Betreiben der Staatsanwaltschaft sollten sich unter anderem der frühere CIA-Chef in Italien, der ehemalige CIA-Büroleiter in Mailand und der Ex-Chef des italienischen Militärgeheimdienstes vor Gericht verantworten, hieß es heute in Gerichtskreisen.



Der Terrorverdächtige, um den es in dem Fall geht, ist der Ägypter Hassan Mustafa Osama Nasr. Er wurde am 17. Februar 2003 in Mailand gefangen genommen, dann Anwälten zufolge zu einer US-Basis in Norditalien gefahren, nach Ägypten geflogen und dort gefoltert. Er soll Fahndern zufolge Kontakte zur Terrororganisation al-Qaida gehabt und Kämpfer für den Irak angeworben haben.



Nasr hat behauptet, von ägyptischen Geheimdienstagenten gefoltert worden zu sein. Demnach wurde er mit Elektroschocks und Schlägen malträtiert, es gab demzufolge Vergewaltigungsdrohungen. Auf elf handgeschriebenen Seiten erklärt Nasr, dass ihm die Freilassung für den Fall der Kooperation in Aussicht gestellt worden sei. Er habe aber abgelehnt.



Ein an der Aktion beteiligter italienischer Polizist hat inzwischen eingeräumt, der CIA geholfen zu haben, um Nasr zu ergreifen. Der CIA-Büroleiter in Mailand habe ihm aber gesagt, es gehe darum, Nasr anzuwerben - nicht darum, ihn zu verschleppen. Ihm sei auch gesagt worden, die italienische und die US-Regierung hätten die Aktion genehmigt.



Über die Eröffnung eines Verfahrens entscheidet ein Richter in Mailand nach einer Anhörung. Es wäre der erste Strafprozess im Zusammenhang mit den so genannten Geheimflügen der CIA. Ein Prozess wäre auch ein Schaden für US-Präsident George W. Bush, für den die so genannten "Renditions" - die Überstellung von Terrorverdächtigen durch die CIA in Drittländer - ein Instrument im Kampf gegen den Terrorismus sind. Die US-Regierung hat aber stets bestritten, Terrorverdächtige gefoltert zu haben.



Ein italienisches Gericht hatte im vergangenen Jahr gegen 26 Amerikaner Haftbefehl erlassen. Von den Betroffenen dürfte sich jedoch niemand mehr in Italien aufhalten.



hen/Reuters







Quelle: spiegel.de
 
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