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Der Kampf der Konzepte
FUSSBALL: Dietmar Hopp contra SV Waldhof
Von unserem Redakteur
Udo Schöpfer
Bis vor zwei Wochen befand sich die Metropol-Region Rhein-Neckar in Sachen Profi-Fußball im Dornröschenschlaf. Dann überstürzten sich die Ereignisse.
Was bisher geschah. Schauen wir ganz kurz zurück: Vor zwei Wochen avisierte das Mannheimer Energieunternehmen MVV seinen Ausstieg als Sponsor beim Regionalligisten TSG Hoffenheim. Hintergrund: MVV-Chef Rudolf Schulten erklärte, man wolle sich auf den SV Waldhof Mannheim konzentrieren, und helfen, den Verein wieder zurück in die Bundesliga zu führen. Die Argumentation: So eine starke Region braucht den Profi-Fußball einfach als Werbeträger.
Das rief die TSG Hoffenheim auf den Plan: Weil parallel dazu auch noch das „Nein" des DFB kam, das kleine Hoffenheimer Stadion auf Dauer für Zweitliga-Spiele nutzen zu dürfen, Sport-Mäzen Dietmar Hopp fürchtete, 15 Jahre Aufbauarbeit seien umsonst gewesen, stellte der Förderer seine eigenen Pläne vor. Zusammen in der Spielgemeinschaft mit dem Oberligisten SV Sandhausen und dem Verbandsligisten Astoria Walldorf strebt er in Richtung Beletage (wir informierten), will zudem - am liebsten in Walldorf - ein neues Stadion bauen, für geschätzte 50 Millionen Euro. Die Pläne sind fertig, bis 2008 soll dort gespielt werden.
Der SV Waldhof spielt im Konzept Hopps keine Rolle. Da spielen frühere Schmährufe der Fans sicher eine Rolle. Die Offensive des SAP-Mitbegründers wiederum hatten Folgen: Am Freitagabend trafen sich Hopp und Schulten am Rande des Regionalliga-Spiels der TSG Hoffenheim gegen den FC Augsburg und übten den großen Schulterschluss. Jetzt wollen beide an einem Strang ziehen. „Mit der beispiellosen Initiative von Herrn Hopp, mit der vor zwei Wochen noch niemand rechnete, hat die Region nun die einmalige Gelegenheit, dieses Ziel in absehbarer Zeit zu erreichen", meinte Schulten. Mannheims Sportbürgermeister Peter Kurz dementierte gestern eine Meldung, die Stadt habe dem 65-jährigen Hopp das Gelände neben der von Hopp gebauten SAP-Arena für sein Stadion-Projekt angeboten. „Das kann ich nicht bestätigen", sagte er. Zur Erinnerung: 1993 wurde das Carl-Benz-Stadion einen Steinwurf weit weg von der SAP-Arena nach jahrelangem juristischem Gezetere eröffnet.
Die MVV und die Kurskorrektur - der Schock saß noch am Samstag tief beim SV Waldhof Mannheim. Gestern erklärte nun Präsident Hans Joachim Bremme gegenüber der RHEINPFALZ: „Wir lassen uns nicht beirren, auch wenn die Entwicklung dramatisch ist. Die MVV bleibt unser Hauptsponsor, wird sich aber nicht bemühen, weitere Partner ins Boot zu bekommen." Bremmes Ansatz: Der SV Waldhof wird noch intensiver mit dem FSV Oggersheim kooperieren, am Ende könnte da eine Spielgemeinschaft stehen. Pläne lägen in der Schublade. Ein dritter Klub kommt hinzu, wie es aussieht ist das die TSG Weinheim. Bremme listet die Vorteile auf. „Es ist dasselbe Konzept. Mit Blick auf die drei Vereine werden wir 9000 Mitglieder haben, die andere Spielgemeinschaft nur 3000. Wir haben schon ein Stadion, mit dem Südwest-Stadion sogar zwei. Und wir befinden uns direkt in der Metropol-Region, da wo der Fußball auch hingehört."
Bremme geht davon aus, dass die MVV nicht nur diese Saison seine Oberliga-Fußballer unterstützt. Das erste Engagement bei Waldhof und dem Lokalrivalen VfR Mannheim endete 2003 jäh, als sich die beiden Vereine nicht - wie angedacht - zu einer Spielgemeinschaft zusammenfanden. Signale gibt es von der MVV. „Wir wollen die positive Entwicklung in den letzten beiden Jahren bei diesem traditionsreichen Verein unterstützen und aktiv begleiten", betont Schulten. Bremme sucht nun neue Partner, will auch mit dem Chemieunternehmen BASF sprechen, hat gleichwohl beobachtet, dass einige mögliche Partner verunsichert sind. Eine BASF-Sprecherin erklärte auf Anfrage, an der Philosophie des Unternehmens, keinen Spitzensport zu unterstützen, ändere sich nichts.
„Vor zwei Wochen haben die Perspektiven für den SV Waldhof noch ganz anders ausgesehen. Wir hatten für die Metropol-Region eine andere Strategie", sinnierte Mannheims Sportbürgermeister Peter Kurz.
Beim Kampf der Konzepte, beim Kampf der „Kulturen" - gewinnen werden da sicher nicht zwei ...
KONZOKH / KONZOKH
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
FUSSBALL: Dietmar Hopp contra SV Waldhof
Von unserem Redakteur
Udo Schöpfer
Bis vor zwei Wochen befand sich die Metropol-Region Rhein-Neckar in Sachen Profi-Fußball im Dornröschenschlaf. Dann überstürzten sich die Ereignisse.
Was bisher geschah. Schauen wir ganz kurz zurück: Vor zwei Wochen avisierte das Mannheimer Energieunternehmen MVV seinen Ausstieg als Sponsor beim Regionalligisten TSG Hoffenheim. Hintergrund: MVV-Chef Rudolf Schulten erklärte, man wolle sich auf den SV Waldhof Mannheim konzentrieren, und helfen, den Verein wieder zurück in die Bundesliga zu führen. Die Argumentation: So eine starke Region braucht den Profi-Fußball einfach als Werbeträger.
Das rief die TSG Hoffenheim auf den Plan: Weil parallel dazu auch noch das „Nein" des DFB kam, das kleine Hoffenheimer Stadion auf Dauer für Zweitliga-Spiele nutzen zu dürfen, Sport-Mäzen Dietmar Hopp fürchtete, 15 Jahre Aufbauarbeit seien umsonst gewesen, stellte der Förderer seine eigenen Pläne vor. Zusammen in der Spielgemeinschaft mit dem Oberligisten SV Sandhausen und dem Verbandsligisten Astoria Walldorf strebt er in Richtung Beletage (wir informierten), will zudem - am liebsten in Walldorf - ein neues Stadion bauen, für geschätzte 50 Millionen Euro. Die Pläne sind fertig, bis 2008 soll dort gespielt werden.
Der SV Waldhof spielt im Konzept Hopps keine Rolle. Da spielen frühere Schmährufe der Fans sicher eine Rolle. Die Offensive des SAP-Mitbegründers wiederum hatten Folgen: Am Freitagabend trafen sich Hopp und Schulten am Rande des Regionalliga-Spiels der TSG Hoffenheim gegen den FC Augsburg und übten den großen Schulterschluss. Jetzt wollen beide an einem Strang ziehen. „Mit der beispiellosen Initiative von Herrn Hopp, mit der vor zwei Wochen noch niemand rechnete, hat die Region nun die einmalige Gelegenheit, dieses Ziel in absehbarer Zeit zu erreichen", meinte Schulten. Mannheims Sportbürgermeister Peter Kurz dementierte gestern eine Meldung, die Stadt habe dem 65-jährigen Hopp das Gelände neben der von Hopp gebauten SAP-Arena für sein Stadion-Projekt angeboten. „Das kann ich nicht bestätigen", sagte er. Zur Erinnerung: 1993 wurde das Carl-Benz-Stadion einen Steinwurf weit weg von der SAP-Arena nach jahrelangem juristischem Gezetere eröffnet.
Die MVV und die Kurskorrektur - der Schock saß noch am Samstag tief beim SV Waldhof Mannheim. Gestern erklärte nun Präsident Hans Joachim Bremme gegenüber der RHEINPFALZ: „Wir lassen uns nicht beirren, auch wenn die Entwicklung dramatisch ist. Die MVV bleibt unser Hauptsponsor, wird sich aber nicht bemühen, weitere Partner ins Boot zu bekommen." Bremmes Ansatz: Der SV Waldhof wird noch intensiver mit dem FSV Oggersheim kooperieren, am Ende könnte da eine Spielgemeinschaft stehen. Pläne lägen in der Schublade. Ein dritter Klub kommt hinzu, wie es aussieht ist das die TSG Weinheim. Bremme listet die Vorteile auf. „Es ist dasselbe Konzept. Mit Blick auf die drei Vereine werden wir 9000 Mitglieder haben, die andere Spielgemeinschaft nur 3000. Wir haben schon ein Stadion, mit dem Südwest-Stadion sogar zwei. Und wir befinden uns direkt in der Metropol-Region, da wo der Fußball auch hingehört."
Bremme geht davon aus, dass die MVV nicht nur diese Saison seine Oberliga-Fußballer unterstützt. Das erste Engagement bei Waldhof und dem Lokalrivalen VfR Mannheim endete 2003 jäh, als sich die beiden Vereine nicht - wie angedacht - zu einer Spielgemeinschaft zusammenfanden. Signale gibt es von der MVV. „Wir wollen die positive Entwicklung in den letzten beiden Jahren bei diesem traditionsreichen Verein unterstützen und aktiv begleiten", betont Schulten. Bremme sucht nun neue Partner, will auch mit dem Chemieunternehmen BASF sprechen, hat gleichwohl beobachtet, dass einige mögliche Partner verunsichert sind. Eine BASF-Sprecherin erklärte auf Anfrage, an der Philosophie des Unternehmens, keinen Spitzensport zu unterstützen, ändere sich nichts.
„Vor zwei Wochen haben die Perspektiven für den SV Waldhof noch ganz anders ausgesehen. Wir hatten für die Metropol-Region eine andere Strategie", sinnierte Mannheims Sportbürgermeister Peter Kurz.
Beim Kampf der Konzepte, beim Kampf der „Kulturen" - gewinnen werden da sicher nicht zwei ...
KONZOKH / KONZOKH
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ