Hab lange überlegt, wo man ein fazit für die gesamte EM 2012 unterbrinegn könnte. Da es mir hauptsächlich um das spielerische Niveau geht, hab ich diesen Thread mal wieder herausgekramt...
Die EM ist Geschichte und hat mit Spanien letztenendes wohl wieder ienen verdienten Europameister gefunden. Ich würde nicht sagen den verdienten Europameister, aber trotzdem irgendwo der Richtige. Hauptsächlich aus zwei Gründen.
1. Spanien hat mit Abstand die wenigsten Gegentore bei dieser EM kassiert (überhaupt nur ein einziges) und meiner Meinung nach wird bei aller Kritik an ihrem - bei dieser EM - nicht sehr zwingenden Spielstil dies häufig vergessen. Man hält damit den Gegenr höchst effektiv vom eigenen Tor fern. Gegen Spanien Chancen herauszuspielen, ist extrem schwer. Ein Tor zu erzielen, dank dem erneut bärenstarken Cassilas beinahe unmöglich...
2. Im Finale wurde das riesige Potenzial angedeutet und gezeigt wie aufregend dieser Fußball sein kann, wenn er zielstrebig und auf Effektivität ausgerichtet eingesetzt wird. Dies in dieser Form zu spielen, kann eigentlich im Moment nur diese Mannschaft auf Nationalmannschaftsebene.
Trotzdem hat auch Spanien dies im Turnier zu selten gezeigt, was mich letztenendes zum Gesamtniveau bringt, dass ich rückblickend dann doch eher durchschnittlich fand. Den ganz großen Fußball habe ich bis zum Finale eigentlich nicht gesehen. Immer mal wieder ein richtig toll herausgespieltes Tor, eine Weltklasseaktion, aber sonst eher die "europäische" Variante. Eine gute defensive Mannschaftsstruktur hatte bei fast allen Teams Vorrang, hohe Disziplin, kaum eine Mannschaft verlor die Geduld, Torfestivals gab es nur wenige etc. Insgesamt hat das Turnier gezeigt, dass in Europa die Teams doch recht eng beisammen liegen. Gerade im Verfolgerfeld der besten 5-6 Teams geht es doch sehr eng zu. Bspw. Kroatien hatte sowohl Spanien als auch Italien vor große Probleme gestellt. Tschechien und Greichenland setzten sich in der Gruppe gegen spielstarke Russen durch. Ein ausgeschiedenes Schweden schlägt beeindruckend den "Geheimfavoriten" Frankreich. Bei einer EM darf man sich nie zu sicher sein. Und trotzdem standen die 4 besten Teams im Halbfinale, ein gutes Zeichen für den Fußball.
Weniger gut hat mir gefallen, dass der "Geist von Chelsea" durchaus noch nachweht in dieser EM und wohl auch im Fußball national wie international weiterhin. Auch wenn dies in den Medien gerade in der Gruppenphase noch ganz anders komuniziert wurde. Einsicht kam bei Kicker & Co. eher in der Nachbetrachtung. Was ich erschreckend fand, war das bei unterlegenen Mannschaften auch nach Rückständen kein oder kaum aufbäumen stattfand. Ausnahmen bestätigen da eher die Regel. Negativbeispiele gibt es viele, Polen - Tschechien, Tschechien - Portugal, Ukraine - Frankreich etc. Schlussoffensive Fehlanzeige, man lies die gegnerische Mannschaft meist weiterwursteln wie beim Stand von 0:0. parallel zu Chelsea im CL-Finale, dort ging es gut bei der EM eigentlich nicht. Bei fast allen entscheidenden Spielen galt: Wer in Führung ging, gewinnt auch das Spiel...
Insgesamt muss man sagen, dass die EM trotzdem kein Rohrkrepierer war, langweiliges Ballgeschiebe gab es auch eher selten. Spannend genug wars auch. Vielleicht hatte man von Spanien, Deutschland und anderen nach teilweise Galaauftritten in Quali und Freundschaftsspielen einfach auch zu viel erwartet: Ein Titel bei einem Turnier ist immernoch harte Arbeit, Tagesform und viel Glück.
Positive Überraschungen:
1. Italien, die es einigermaßen überraschend geschafft haben einen neuen Spielstil im Land des Ergebnisfußballs zu etablieren. Konnte man größtenteils gut ansehen, aber ist dennoch nur teilweise ein Versprechen für die Zukunft da man die entwicklung abwarten muss und einige Stützen des Teams älteren Semestern anghören...
2. Portugal. Für mich das kompakteste Team der gesamten EM. Außer Ronaldo mit nicht den absoluten Topstars, dafür aber ohne große Schwächen und Mängel als Team korregiert. Für mich auch sehr überraschend, dass sich Ronaldo (und viele andere Topstars und Exzentriker ihrer Teams auch) da überwiegend als guter Teamspieler präsentiert hat. tritt er so auf, sind seine Mäzchen (etwa beim Freistoß) geschenkt.
3. Fairness. Keine bösen Fouls, extrem wenig rote und gelb-rote Karten, überhaupt kaum unschöne Szenen auf dem Platz. Dazu ordentliche Schirileistungen im Gesamtbild.
4. Manch "kleines" Team hat gezeigt, dass eine Aufstockung auf 24 Teams keine ganz große Katastrophe sein muss. In der Gruppe konnten vor allem Kroatien aber auch Dänemark, Tschechien und andere mit Abstrichen gut mithalten. Eine EM verträgt also auch Belgien, Serbien und andere noch zusätzlich. Eine Steigerungd er Qualität wird es indes nicht geben....
Negative Überraschungen:
1. Holland. Katatsrophaler Auftritt. Eigentlich der einzige ganz große Ausreißer nach unten.KeinTeam, keinZusammenhalt, keine Spielkultur. Mal sehen was sich dort tut Richtung Brasilien...
2. Polen. Irgendwie mit großer Euphorie und Erwartungen in einer relativ leichten Gruppe gestartet und dann übel geendet. Ohne echtes Aufbäumen gegen Tschechien gescheitert. Immerhin hat sich das Land drumherum sehr gut präsentiert ind er Öffentlichkeit. Ausnahme: Ausschreitungenen gg Russland...
3. Frankreich, England. Die beiden großen Nationen traten extrem uninspiriert auf. Ihnen fehlt auch weiterhin der Anschluss nach ganz oben. Bei England sehe ich da auch keine Änderung in Zukunft dazu fehlt mir die Überzeugung was den Nachwuchs angeht. Frankreich hat mit seinen u.a. Einwanderern ein großes Potenzial, steht aber erneut vor einem Neuaufbau hier heiß es abwarten ob endlich die Nachwehen der WM 2010 beendet werden können...
Gäbe bestimmt noch das ein oder andere zu sagen, aber will es dabei belassen. Vielelicht fällt ja dem ein oder anderen noch was ein...