Verärgerung über Umstände – FCK benutzt Verzögerung aber nicht als Ausrede
Das Gastspiel des 1. FC Kaiserslautern beim Hamburger SV stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Erst begann die Begegnung mit 75-minütiger Verspätung, weil den Gastgebern unverständlicherweise die rechtzeitige Beseitigung von Eis und Schnee auf dem Dach der AOL Arena nicht gelang. Dann präsentierten sich die „Roten Teufel“ über weite Strecken des Spiels nicht mit dem zuletzt gezeigten Biss. Am Ende stand eine deutliche 0:3-Niederlage, die die positive Serie von sechs Spielen in Folge ohne Niederlage beendete.
Erst nach 04.00 Uhr erreichte das FCK-Team am Montagmorgen wieder den Betzenberg. Durch die spätere Anstoßzeit wurde der gebuchte Flug von Hamburg aus nach Frankfurt verpasst, sodass als Alternative nur eine sieben Stunde dauernde Bus-Fahrt durch die Nacht blieb. Nicht zuletzt aufgrund der Unannehmlichkeiten zeigte sich Trainer Wolfgang Wolf verärgert über die Vorkommnisse: „Wir haben das zunächst wie Profis aufgefasst. Uns ist ja auch nicht anderes übrig geblieben. Aber es war sehr unverständlich, was hier abgelaufen ist. Entweder die Stadion-Betreibergesellschaft oder der HSV haben hier geschlafen. Das war vollkommen unnötig. Schon um 10.30 Uhr hat Schiedsrichter Wack auf die Prolematik aufmerksam gemacht. Dann ist bis 16.30 Uhr nichts passiert. Das war nicht professionell.“
Als Grund für die Niederlage führte Wolf diese Umstände allerdings nicht ins Feld. Nur in der Anfangsphase war es dem FCK gelungen, gut in die Zweikämpfe zu kommen, dem Druck der Hamburger stand zu halten und das Aufbauspiel der Hanseaten im Keim zu ersticken. Die Dreier-Kette um Ingo Hertzsch, Mathieu Beda und Fabian Schönheim stand zunächst gut, doch im Laufe der ersten Halbzeit nahm die Anzahl der unnötigen Ballverluste im Mittelfeld zu, die Hamburger machten vor allem in Person von Mehdi Mahdavikia und Verteidiger Thimothee Atouba über beide Flügel Dampf, das FCK-Gefüge geriet zunehmend ins Wanken.
Dennoch blieben die Lauterer in der ersten Halbzeit ohne Gegentreffer, was auch daran lag, dass Torhüter Florian Fromlowitz einige Male glänzend reagierte, so etwa bei einem Distanzschuss von Atouba, den er im Rückwärtsgang mit den Fingerspitzen noch über die Latte bugsierte.
Auch in der zweiten Halbzeit gelang es dem FCK weiterhin zu selten, ein geordnetes Aufbauspiel aufzuziehen und eigene Akzente zu setzen. Der eingewechselte HSV-Stürmer Benjamin Lauth sorgte mit einem Kopfball aus kurzer Distanz für den frühen Rückstand in Halbzeit zwei. In der Folge hatten die Lauterer Mühe, sich dem zunehmenden Druck der Hamburger zu widersetzen und überdies Pech, als Fabian Schönheim bei einem Rettungsversuch gegen Sergej Barbarez den Ball ins eigene Netz beförderte und Schiedsrichter Franz-Xaver Wack in der Schlussphase eine Aktion des Youngsters gegen David Jarolim zu Unrecht mit einem mehr als umstrittenen Elfmeter ahndete.
„Kein Vorwurf an ,Fabi’, das war Pech", nahm Fromlowitz seinen Teamkollegen in Schutz. FCK-Trainer Wolfgang Wolf meinte zum unberechtigten Elfmeter „Jarolim hat das doch gar nicht nötig. Er wird für ein Offensivfoul mit Elfmeter belohnt."
Wolfs Fazit nach dem Spiel war schnell gezogen: „Wir haben heute verdient verloren. Wir haben im Vorwärtsspiel, wenn wir einmal den Ball erkämpft haben, viele leichtfertige Fehler gemacht. Wir haben es heute nicht verdient, hier etwas mitzunehmen. Mit dieser Niederlage müssen wir leben, es gibt Schlimmeres. Die hatten wir auch einkalkuliert. Aber wir haben jetzt noch neun Endspiele und weiterhin alle Trümpfe in der Hand, um aus eigener Kraft die Klasse zu erhalten.“ Wolf zollte der Leistung des Gegners Respekt: „Die Hamburger haben heute gezeigt, dass sie eine ganz andere Qualität haben und dass es Unterschiede gibt, das muss man akzeptieren.“
Mehr Sorgen bereitete dem FCK-Trainer die Verletzung von Halil Altintop. Der mit 14 Saisontoren treffsicherste FCK-Stürmer musste nach gut einer Stunde mit einer Sprunggelenks-Verletzung vom Feld. „Wir hoffen, dass es nicht so schlimm ist“, so Wolf besorgt.
Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) steht für den FCK bereits das nächste schwere Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund auf dem Programm. Ingo Hertzsch bleibt trotz der Niederlage Zuversichtlich: „Vor zwei Monaten hatten uns alle schon abgeschrieben, jetzt ist alles eng beieinander. Wir fahren jetzt nach Dortmund, um da was zu holen.“
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