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Natürlich hast Du streng genommen Recht, für 100% der Fälle mag dies nicht gelten. Aber doch für die überwiegende Anzahl der Fälle.
Mit der taktischen Einstellung wie gegen Hannover würden wir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch in einem Wiederholungsspiel mindestens 3 Tore kassieren. Natürlich gäbe es in diesem Theoretikum auch Wiederholungsspiele, wo Hannover tatsächlich nur 2 Tore oder sogar weniger erzielen würde, allerdings wäre dies in erster Linie auf die Chancenverwertung zurückzuführen.
Wer dem Gegner auf den Leim geht, bei einer bekannt schwachen Defensive gegen einen deutlich stärkeren Gegner auch noch offensiv spielen lässt, der wird in fast allen Fällen die Bude voll bekommen, insbesondere bei dem Unterschied in der Qualität beider Mannschaften.
Ein guter Zweitligatrainer wie sie fast alle Konkurrenten vorweisen können hätte das auch gewusst und die Mannschaft entsprechend eingestellt. Die taktsiche Einstellung gegen Hannover war ungefähr so sinnvoll, wie wenn Darmstadt gegen Bayern 90 Minuten pressen würde. Wie wahrscheinlich wäre dabei ein Darmstädter Sieg? Er lieg meines Erachtens nach außerhalb des gesunden Fußballsachverstandes und deswegen stehe ich auch noch wie vor zu meiner Aussage, auch wenn sie sicher nicht in 100%, sondern vielleicht nur in 95% oder auch nur in 80% der Fälle zutreffen mag.
Nehmen wir beispielsweise die ersten 10 Minuten: Wir haben erkannt, dass die hannoveraner Abwehrkette zu hoch steht (zumindest hoffe ich das) und deswegen versucht, mit frühem Pressing in einer für den Gegner heiklen Situation mit aufgerückter Defensive den Ballgewinn zu erzwingen. Ist so weit in Ordnung gewesen, kann man so machen und wenn Gaus ihn rein macht, hat man das auch erfolgreich praktiziert.
Dann erkennt aber Stendel seinen Fehler und er sieht, dass seine zu offensive Ausrichtung uns Räume bietet und seiner Mannschaft das Spiel entgleitet. Was macht er? Er stellt die Abwehrkette Defensiver mit dem Resultat, dass seine Mannschaft gefährlicher nach vorne agiert. Warum? Weil wir weiterhin agressives Pressing in der Spitze spielen, nur nun müssen Angreifer und Mittelfeld weiter aufrücken, um das Pressing aufrechtzuerhalten, was dazu führt, dass der Abstand zwischen unserer Viererkette und dem Mittelfeld größer wird und sich für Hannover die entsprechende Konterräume ergeben.
Dies führt dann auch beim 1:0 dazu, dass die DM zu spät zurück rücken und die Lücke zu groß ist. Formal hat man zwar eine 3:5-Situation, aber da zwei unserer Defensivspieler weiter vom Tor entfernt sind als der Ball hat man nun eine 3:3-Situation. Gut, einer unsere Spieler kommt noch reingeeilt (dann 3:4) und erwischt den Ball noch fast, ist aber dann entsprechend minimal zu spät. Trotzdem darf dies meines Erachtens nach nicht passieren und ein guter Trainer wie beispielsweise Fünfstück hätte das erkannt und das Pressing entsprechend (zunächst) eingestellt.
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Aber warum hat man dann den einen Trainer geholt, der bei minus 4 starten musste? Die Skepsis gründet sich ja nicht darauf, dass Korkut unsympathisch wäre oder dass er ein "Hungerharken" wäre oder einen "Strickpulli trägt", sondern alleine auf Grund seiner bisherigen Arbeit in Hannover. Jeder andere der potentiellen Kandidaten hatte zumindest eine einzige Station vorweisen können, bei der er schon einmal erfolgreiche Arbeit geleistet hat (selbst Sforza). Warum hat man einen Kandidaten verpflichtet, der in Hannover mit Ansage gescheitert ist? Das kann man jetzt meines Erachtens nach den Kritikern nicht vorwerfen.
Und das mit dem Potential ist auch so eine Sache: Man hatte doch bereits einen Trainer mit großem Potential, den hat man vom Hof gejagt. Ja, Fünfstück war ein junger Trainer und auch er hat einige Fehler gemacht - aber Korkut hat für mich schon gegen Hannover soviel falsch gemacht, wie Fünfstück in 2 Monaten. Es waren viele Trainer mit einem größeren Potential zu haben, Fünfstück, Rehm, Kocak, Härtel, Walpurgis, alle schon mindestens einmal bewiesen, dass sie es können, alle mit einem gewissen Potential. Warum hat man dann den Trainer ohne jede Erfolge in der Vita geholt? Es ist und bleibt mir einfach völlig unverständlich und wenn ich Recht behalten sollte, hat man da ganz umsonst einen Haufen gutes Geld verschenkt.
Und dass er selbstkritisch ist und Fehler erkennt, da stimme ich Dir zu, darauf würde ich jetzt auch hoffen. Ich würde mir wirklich wünschen, dass Du Recht behälst und von mir aus warten wir auch gerne noch die nächsten drei Spiele ab - in denen würde ich dann aber zumindest einen Sieg erwarten.
vor 38 Minuten schrieb blackZ:
Also ganz ehrlich, wenn ein Profifußball nur trifft, wenn der Ball millimetergenau gespielt wird, dann gute Nacht.
Tut mir Leid, wenn ich hier mal wieder den Foren-Klugscheißer geben muss, aber je genauer der Pass gespielt wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der angespielte trifft und das unabhängig vom Treffpotential des jeweiligen Spielers. Für die Frage, ob er dann trifft spielt allerdings dann natürlich die Abschlussstärke des Schützen natürlich eine gewichte Rolle, das ist richtig.
Hat aber auch nichts mit der Chance von Gaus zu tun, denn da würde ich @jimjones schon recht geben.