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16 Dinge, die wir bei dieser WM gelernt haben

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16 Dinge, die wir bei dieser WM gelernt haben






Von Barbara Geier




Ende der Fahnenstangen! Die WM ist vorbei, wird uns aber noch lange in Erinnerung bleiben. Denn auch bei diesem Turnier haben sich wieder ganz eigene Weisheiten gebildet. SPIEGEL ONLINE blickt zurück - von Beckenbauer über Klinsmann bis Zidane.



Aus, aus, aus - keine mediale Dauerbeschallung mehr aus Vorberichterstattung, Spiel, Zwischenberichterstattung, Spiel, Nachberichterstattung und Berichterstattung von der Berichterstattung. Schluss mit täglichen DFB-Pressekonferenzen, kein Jürgen Klopp mehr, der mit dem Rotstift Fußballtaktik erklärt, keine Fanmeilen mehr, keine schwarz-rot-golden Hula-Hula-Ketten, nix mehr Public Viewing - ach, und auch kein Fußball mehr.



WM-RÜCKBLICK: DER FRANZ, DIE FRAUEN UND EIN FRANZOSE











Klicken Sie auf ein Bild, um die Fotostrecke zu starten (16 Bilder).
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Die WM ist vorbei. Was bleibt? Viele Bilder im Kopf, klar. Aber da muss doch noch mehr sein? Schließlich soll man doch immer aus allem etwas lernen. Haben wir! Wie Sie bei einer Reise durch diese Fotostrecke feststellen werden. Ganz bewusst nicht hier aufgelistet wurde die Lehre, dass Deutsche fröhlich sein können und offen, hilfsbereit und humorvoll, gut feiern und gar nicht so langweilig und doof daher kommen wie immer gedacht. Denn das haben wir - mal ehrlich - doch schon vorher gewusst. Hat nur der richtige Anlass gefehlt, das öffentlich zu zeigen.

Zum Glück ist dieses Thema endlich mal durch. Jetzt müssen wir nichts mehr beweisen. Außer, dass wir auch ohne Fußball nicht zwangsläufig wieder missmutig durch den Alltag trotten werden, denn seit Philipp Lahm sollten wir doch alle wissen, wie man zünftig wuselt. Wenn es schon in der Politik nicht klappt, können wir wenigstens privat als Volk ein wenig wie Klinsmanns Nationalmannschaft bleiben. Das sind wir uns und unseren Jungs schuldig.

http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,425830,00.html
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AP

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1. Dass das Wort "dadafür" im Duden eingefügt werden muss. Ab sofort. Denn der Jürgen Klinsmann nutzt es und, wie wir alle wissen, macht der Bundestrainer alles richtig. Dadafür: Danke, Jürgen.
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AP

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2. Dass der Jogi Löw grundsätzlich kein "ch" am Wortende spricht. Vielleicht au aus taktischen Gründen; könnte ja sein.
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[size=-2]3. Dass italienische Spieler schon vor dem Anpfiff Schweißflecken auf dem Trikot haben. Rote Karten für den Designer dieser Hemdchen. Und das bei den sonst so modebewussten Italienern! [/size]
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4. Dass Alter nicht vor Leistung schützt. Aber auch erst recht nicht vor Torheit. Merci, Monsieur Zidane; merci, les Bleus!










DPA

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5. Dass man sich auf nichts mehr verlassen kann. Früher gehörte es zu den beruhigenden Dingen im Leben eines deutschen Bildungsbürgers, dass Fußballer per se intellektuell keine Leuchten sein können. Das ist nicht mehr so. Leuchtendes Beispiel: Christoph Metzelder, der wie gedruckt redet und dabei beweist, dass der Dativ doch nicht der Tod des Genetivs in der deutschen Sprache ist. Herr Metzelder, wenn Sie Millionen Akademiker und rhetorikkursgestählte Manager nicht weiter beschämen wollen, dann geben Sie bitte keine Pressekonferenzen mehr!










AFP

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6. Dass man sich auf bestimmte Dinge einfach verlassen kann. Engländer verlieren im Elfmeterschießen immer, aber auch wirklich immer. Das ist traurig. Ganz ernst gemeint übrigens und ohne Häme und Ironie. Aber dafür sind die Kollegen von der Insel die einzigen mit wirklich grandiosen Fußballliedern, die von der ganzen Welt gesungen werden. Und deshalb: Football’s coming home – immer wieder.










DPA

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7. Dass dies eine WM der Frauen war. Auf den Fanmeilen, in den Stadien, vor den Bildschirmen, beim Jubeln, beim Singen, beim phantasievollen Fanbekleidungsdesign, beim Fachsimpeln, bei der Wahl der attraktivsten Fußballer – überall waren die Damen ganz vorne mit dabei und hatten ein Wörtchen mitzureden. Jeder fünfte Stadionbesucher weiblich; auf den Fanmeilen sogar 40 Prozent Frauen.










DPA

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8. Dass es folgerichtig auch eine Frau war, die allabendlich für die ARD Wache vor dem Mannschaftsquartier der Deutschen im Grunewald gehalten hat. Monika Lierhaus war immer da, immer gut gelaunt, immer höflich und charmant und kreierte ganz nebenbei noch einen neuen Begriff für das, was sich in Deutschland im jetzt schon legendären WM-Sommer 2006 abspielte: Euphorismus.










DDP

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9. Dass trotz allem die Pressekonferenzen des DFB auf Journalistenseite eine weitgehend frauenfreie Zone waren. Mindestens 90 Prozent aller Fragen, die im übrigen entweder gerne mal sinnfrei oder aber einfach die Wiederholung der kurz vorher bereits gestellten Frage waren, wurden von männlichen Journalisten gestellt. Wo sind sie, die ganzen weiblichen Fußballexperten in den Medien, von denen immer gesprochen wird










AFP

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10. Dass beim Jubeln alle gleich sind; Kaiser, Königs und Kanzlerin. Zu beobachten, wie Angela Merkel sich zum Superfan entwickelte, gehörte zu den überraschendsten Randerscheinungen der WM. Wenn die Gesichtszüge entgleiten, die Hände ineinander klatschen und der Mund schreit, ist der Mensch ganz bei sich. Schön.














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<span>11. Dass kein Fußballspieler, der was auf sich hält und egal welcher Nationalität, ohne ipod und damit ohne weiße Knöpfe im Ohr mehr aus dem Haus geht. Irgendwann huschte dann mal einer mit Riesenkopfhörern durchs Bild. Noch cooler als die anderen? Oder total yesterday? Nein, wahrscheinlich eine Verwechslung; war gar kein Spieler, denn die sind ja nur, s. oben, mit ipod unterwegs. </span>










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12. Dass man sich auf alles immer und unter allen Umständen akribisch (s. Jogi Löw und Jürgen Klinsmann) vorbereiten muss.









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REUTERS

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13. Dass allerdings trotzdem in der 118. Minute ein Italiener dazwischen kommen kann.










DPA

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14. Dass deswegen ganz normale Menschen, für die Fußball im Alltag ansonsten keinerlei Rolle spielt, Sätze formulieren wie: "Ich habe ja wegen Fußball auch noch nie geheult, aber jetzt weiß ich wie es ist. Komisch, oder?" Ja, komisch. Denn dies sagte eine Frau, (s. auch Punkt 7), 37 Jahre alt, und damit keine gefühlsverwirrter Teenie mehr. Aber das ist wie mit dem Jubeln. Wenn’s einen packt, kann man sich nicht mehr wehren, und dann sind wir alle gleich.
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DPA

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15. Dass alles mit dem Kaiser, dem Franz, beginnt und mit ihm endet und auch zwischendrin nichts ohne ihn geht. Er sitzt auf der Tribüne bei gefühlt mindestens drei Spielen gleichzeitig; er überfliegt Deutschland in seinem Helikopter und erklärt dabei das Land zum Paradies; er heiratet bei einer kurzen Zwischenlandung nebenbei seine Heidi; er nimmt unsere Kanzlerin mit weit offenen Armen in die weltumspannende Gemeinde der Fußballanhänger auf und gerät bei alldem kein einziges Mal aus der Ruhe






Getty Images

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16. Dass ein Spiel – an sich sinnlos, wie alle Spiele - mit einem Ball, 22 Männern und zwei Toren ein in die tiefsten Tiefen der Selbstzweifel abgestiegenes, vor sich hin jammerndes, unbewegliches Land auf die Höhen einer einzigen großen, fröhlichen und optimistischen La Ola-Welle katapultieren kann und sich dieses Land dann noch kollektiv in seine Fußballnationalmannschaft verkuckt. Vollkommen irrational, unverständlich, verrückt. Vielleicht sollten wir den Chefscout Urs Siegenthaler mal fragen, warum das so ist. Der weiß ja immer alles.
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DPA

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8. Dass es folgerichtig auch eine Frau war, die allabendlich für die ARD Wache vor dem Mannschaftsquartier der Deutschen im Grunewald gehalten hat. Monika Lierhaus war immer da, immer gut gelaunt, immer höflich und charmant und kreierte ganz nebenbei noch einen neuen Begriff für das, was sich in Deutschland im jetzt schon legendären WM-Sommer 2006 abspielte: Euphorismus.



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