Also in erster Linie ist dieser Gewinn in meinen Augen ehrlich verdientes Geld. Sicherlich, das ist kein Geld was man mit Produktionsleistungen erbracht hat aber das schmälert den Wert des Geldes nicht.
Natürlich ist es der Gewinn - so unglaublich hoch er erscheinen mag - nur das Ergebnis überschüssigen Kapitals. Der Einsatz dieses Kapitals ist doch aber nur verständlich. Jeder Bürger macht das auf seine Weise. Der eine legt das Geld konservativ auf der Bank an, der andere in Immobilien-Anteile, wieder andere in Aktien. Die Frage wie viel Geld man verdienen kann hängt in meinen Augen auch nur minder davon ab, wie viel Geld man vorher besessen hat, sondern viel eher von der Frage, wie sicher man sein Geld vermehren möchte. Ganz einfach gesprochen: Ohne Risiko sind keine nennenswerten Gewinne zu erwarten.
Die extrem hohen Gewinne resultieren doch zum großen Teil momentan aus genau einer Begebenheit, der Bankenkrise. Die Krise auf dem Finanzmarkt hat logischerweise massive Auswirkungen auf die Realwirtschaft erzeugt. Diese negativen Einflüssen führen wieder zu sinkenden Aktienkursen. Seit Beginn der Krise auf den Finanzmärkten haben sich die Aktienkurse bei den meisten namhaften Firmen der Realwirtschaft mehr als halbiert, weil Anleger mehr oder weniger panisch den Verkauf ihrer Papierer angestrebt haben.
Was macht man in einer solchen Situation, wenn man viel Kapital übrig hat, was man gerne irgendwo anlegen möchte? Investieren. Am besten in Aktien von Unternehmen, die momentan weit unter ihrem tatsächlichen Marktwert notieren. Man muss eben nur riskieren, dass sich der Aktienkurs langsamer erholt als man es plant oder dass das Geld sogar ganz verloren geht.
Und die Herren Soros, Buffett, oder Tepper sind in erster Linie einmal Investoren, weniger irgendwelche Angestellte die Prämienzahlungen erhalten. Ein kleiner aber feiner Unterschied.
Diese Form der Spekulation ist für mich absolut legitim. Jeder muss wissen, was er mit seinem Geld macht, wie er es sinnvoll einsetzt, ob auf der Bank oder eben in Aktien, Fonds oder auch meinetwegen mit Wetten.
Sicherlich muss man unterscheiden, ob jemand mit einer risikobehafteten Anlage sein Geld verdient oder mit dem "ausschlachten" von Firmen, zu Lasten der Arbeitnehmer. Sicher ist es schwer zu verstehen, wenn auf der einen Seite Unternehmen Milliarden Gewinne einfahren, während andere Unternehmen Mitarbeiter entlassen, das ist aber nun einmal der Lauf der Zeit und das ist auch nicht aufzuhalten.
Kritisch wird es dann, wenn Unternehmen übernommen werden und zu kurzfristigem Gewinn gepushed werden, ohne eine dauerhafte Überlebens-Chance zu haben. Oder eben wenn Unternehmen Milliarden-Gewinne akquirieren können und gleichzeitig Mitarbeiter vor die Tür setzen.
Oder wenn sich Spekulationsgeschäfte nicht auf Firmen, Kapitalanteile oder Ähnliches, sondern auf Rohstoffe konzentrieren, mit dem einzigen Ziel den Preis in die Höhe zu schrauben.
"Die Ungleichverteilung des Reichtums" birgt sicherlich gewaltiges Sprengpotenzial. Aber sind wir mal ehrlich: Wie soll eine Gleichverteilung des Reichtums aussehen? Es hat in der Geschichte der Menschheit vermutlich noch nie eine Gleichverteilung gegeben und es wird sie auch nicht geben können. Das ist - bei aller Liebe - eine sozialistische Träumerei. Es wäre ein absolut erstrebenswertes Ziel, ganz sicher und ich würde auch aus vollster Überzeugung zu einem solchen System stehen aber die Machbarkeit ist ganz einfach nicht gegeben.
Ich für meinen Teil denke, man sollte sich auf das "Machbare" konzentrieren und dort ansetzen. Man muss verhindern, dass Gewinne privatisiert werden und Verluste über die Gemeinschaft aufgefangen werden müssen. Man muss versuchen die sozialen Unterschiede so klein wie irgend möglich zu halten, die Voraussetzung hierfür ist eine vernünftige Schulbildung. Hier kann, hier darf es keine Benachteiligung aufgrund der Einkommen des Elternhauses geben. Unternehmen die in staatlichem oder halbstaatlichem Besitz stehen können nicht Milliarden-Gewinne einfahren und gleichzeitig Mitarbeiter entlassen.
Wirtschaftsbereiche von Bedeutung für die Bevölkerung dürfen nicht privatisiert werden, wenn sie privatisiert wurden, wäre zu prüfen, in wie weit die Unternehmen wieder in staatlichen Besitz übertragen werden können. Ich drücke es mal gewagt aus: Eine Verstaatlichung der Energie - und Mineralölkonzerne führt zu einer nachhaltigen Stärkung der Wirtschaft.
Was mir einfach nicht gefällt ist die Dämonisierung des Kapitals. Ein Warren Buffet hat mittlerweile über 6 Mrd. US Dollar in die Bill&Melinda Gates Foundation überführt. Die Stiftung hat mittlerweile ein Volumen von weiter über 30 Mrd US$. Es ist mit nichten so, dass das Kapital immer nur missbraucht wird. Die GAVI Alliance wird zu über 75% aus der Bill&Melinda Gates Foundation getragen und rettet damit jährlich abertausende Kinderleben in der dritten Welt. Natürlich könnte man immer mehr machen, unbestritten aber das was getan wird, wird kaum gewürdigt. Es wird immer nur das Übel im Kapital gesehen und das geht einfach nicht.
Es gibt auf dieser Welt immer noch genug Menschen mit sozialem Gewissen, die sich in Ihrer Heimat oder in ärmeren Ländern der Welt unterstützen. Sicher geschieht das auch zum Teil aus eigenem Interesse aber es hat eben auch einen Nutzen für die Allgemenheit und da sollte man nicht unbedingt ständig mit dem Dreizack hinter dem Kapital herrennen. Es gibt so viele Beispiele für gute Leistung, auch dieser "Financiers", ein Soros hat 5 Mrd. US$ in eine Stiftung zum Aufbau von Demokratie investiert, hat früh schon die Solidarnosc von Lech Walesa unterstützt, das kann man doch nicht alles aus Wut übersehen.