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Afrika

Klingenstädter

Well-Known Member
ELEND IN NIGERIA



<span>"Die Polizisten sind die miesesten Kerle von allen"</span>



Von Klaus Brinkbäumer, Lagos




Lagos ist eine erbärmliche Stadt. 15 Millionen Menschen und nichts als Dreck und Müll und Schlamm. Auf seiner fünfjährigen Reise Richtung Europa blieb John Ekow Ampan auch in der nigerianischen Metropole hängen - und landete für Monate im Gefängnis. Eine E-Mail aus einer Endzeit-Stadt.




Jesse Jackson sagte: "Kommt es hier zum Bürgerkrieg, dann war das, was in Ruanda geschah, eine Gartenparty." Als SPIEGEL-Reporter Klaus Brinkbäumer auf der zentralen Route der Flüchtlinge durch Afrika mit seinem Begleiter John Ampan im nigerianischen Lagos ankommt, schreibt er einen Brief, eine E-Mail an seine Freunde:



Nun habe ich etwas Zeit, aber bald schließt dieses Internetcafé mit den hakenden und verklebten Tastaturen, 20 Minuten zum Schreiben bis zum Einbruch der Dunkelheit, dann müssen wir ins Hotel, denn das hier ist Lagos. Das sagt John ständig: Klaus! This is Lagos! Und bedeuten soll das, dass hier keine Regeln mehr gelten, dass hier nur die Starken durchkommen, dass nichts so ist wie in anderen Städten.



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AFRIKANISCHE ODYSSEE



<span>Wer sein Wasser teilt, stirbt</span>



Aus Arlit berichtet Klaus Brinkbäumer



Die Sahara verzeiht keine Fehler. Das Schlimmste für viele der Millionen afrikanischer Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa ist der Weg durch die Wüste. Als John Ekow Ampan den gefährlichen Weg durch die glühende Hitze der Sahara antrat, waren sie noch 88 Menschen. Nur wenige überlebten.



Morgens um sechs wird der Himmel über der Sahara orange. Dann verblasst das Orange, und der Himmel wird rot dort hinten am Horizont, zunächst ist es ein blasses Rot, dann wird es dunkler und kräftiger. Die Sterne verschwinden in wenigen Minuten, das Rot verblasst wieder, und nun ist der Himmel blau. Etwas mehr als eine halbe Stunde dauert dieser Sonnenaufgang.



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