Solche Äußerungen meine ich. Das ist unter aller Sau!
Sind jetzt Sportler wie Michael Schumacher oder Ronaldinho oder Beckham oder Justin Gatlin oder oder oder...sind die etwa alle gedopt, nur weil sie Leistungen bringen, die außerhalb eurer Vorstellungskraft liegen, nur weil ihr nach 10 Runden auf dem Fussballplatz völlig außer Atem seid?
Hey hier, mach mal halblang und werd bitte net gleich persönlich, weil dir meine Meinung zu Armstrong gegen die Bürste geht. Ich mache sowas bei dir auch nicht. Meine Meinung gründet sich auf Argumente, die ich mal kurz darlegen möchte, damit man mir keine einseitige Polemik unterstellt wird:
Es ist doch im einigen Bereichen des Leistungssportes, speziell in Disziplinen, die mit Ausdauer (radfahren, Langstreckensport im allgemeinen usw.) und Kraftentfaltung über kurze Distanzen (Sprint) zu tun haben, ein offenes Geheimnis, dass es teilweise schwarze Schafe gibt, und dass - wie bei der Tour de France - teilweise mit System gedopt wird.
Ebenso bekannt ist das von der Leichtathletik, nehmen wir das laxe Dopingkontrollsystem in den USA, dass immer wieder in die Kritik gerät, den Skandal der griechischen Sprinter letztes Jahr, die gedopten Chinesen, die in der Vergangenheit immer wieder auffielen etc etc...das ließe sich jetzt ewig fortsetzen.
Die Gründe für Doping sind verschieden, und oft sind es nicht einmal die Sportler selbst, die das aus Eigenantrieb tun. Es sind die Medien, die immer neue Best- und Höchstleistungen verlangen, da wird ganz arg an der Schraube gedreht. vermarktung, Werbung, pi pa po, wir kennen das alle. Und - kommt auf den Staat an - manches mal sind es Politische Machthaber, die sportliche Erfolge mittels Doping erreichen wollen, um sich mit diesem Prestige schmücken zu können.
Tatsache ist doch, dass der menschliche Körper - so hoch trainiert er ist - nur bis zu einer gewissen Grenze belasten ist - freilich abhängig von der Konstitution des einzelnen und daher bei jedem unterschiedlich. Die Trainingsmethoden sind mittlerweile so ausgereift, das Weltrekorde sehr oft nur noch um Nuancen verbessert werden, weil man am Ende der Fahnenstange angekommen ist. Ein Mensch wird nie 100m in 5 Sekunden laufen können, bei 9 Sekunden ist eben Ende Gelände.
Bei Ausdauersportarten wie dem Radfahren ist das ähnlich. Irgendwann kann man nicht mehr, beim einen kommt der Zeitpunkt früher, beim anderen später. Aber irgendwann ist mit den kröperlichen Reserven einfach Schluß.
Wer zB mal beim Bund war und richtig an seine Grenzen geführt wurde, der kennt so ein ähnliches Gefühl, wenn einfach nichts mehr geht, einem alles weh tut, man fast kotzt usw.
Wenn man sich mal das Feld der Tour de France betrachtet, dann sind das alles klasse Leute, die fahren alle auf einem unheimlich hohen Niveau.
Selbst Leute wie Gregg LeMond oder Eddi Mercxx, Miguel Indurain oder Bjarne Riis oder auch Ullrich bei ihren jeweiligen Toursiegen haben die Konkurrenz nicht derartig dominiert wie Armstrong über 7 Jahre. Nun, daran ist zunächst noch nicht grundsätzlich was verdächtiges.
Aber wenn man zB die Bergetappen betrachtet, wo wirklich so gut wie alle am Abkacken sind, weil die letzte lange Steigung einfach zu steil ist, und dann schwingt sich Armstrong in den Stehschritt und fährt allen wie eine Nähmaschine davon, dann fragt man sich doch, ob das nicht eigentlich jenseits des normalen körperlichen Leistungsvermögens liegt. Denn wenn jemand an der Stelle, wo die direkte Konkurrenz absolut nichts mehr zuzusetzen hat, so davonfährt, dann kann das nicht nur an guter Renneinteilung liegen, denn er fährt ja genauso weit und steil nach oben wie alle anderen auch.
Das Labor, dass die 6 positiven Proben untersucht und das Doping festgestellt hat, hat den Epo-Test übrigens entwickelt. Es kann also kein kompetenteres Labor geben in diesem Fall.
Und - aber das ist jetzt mein persönliches Bauchgefühl - wer einmal becheißt, tuts auch wieder, deswegen glaube ich, dass Armstrong so ziemlich bei jedem Toursieg gedopt gewesen ist, und man das nur noch nicht nachweisen konnte. Der Dopingtest zum Nachweis mit sauerstoffangereichertem Eigenblut wurde ja zB erst dieses Jahr entwickelt. Des weiteren hat Armstrong 2004 ja auch mit dem umstrittenen und später angeklagten "Dopingarzt" aus Italien zusammengearbeitet.
Ich glaube nicht an seine Unschuld, und ich habe schon seit einigen Jahren - nicht von Anfang an, aber seit 2,3 Jahren das Gefühl gehabt, dass bei Armstrong was faul ist. Man kanns ihm bis jetzt nur nicht durchgehend beweisen - leider.
P.S. und falls mir jemand unterstellen will, ich argumentiere so weil ich gerne Jan Ullrich siegen gesehen hätte - DER ist sowieso ne Bratwurst und vergeudet sein Talent seit Jahren. Soviel dazu.