Kaiserslautern: Manfred Rauscher über sein verrücktes Jahr - 28.12.2005 16:14
"Wir waren nicht blauäugig"
Im Profibereich zu arbeiten, war mein Ziel, seit ich 2002 die Fußballlehrerlizenz erwarb. Im Mai hat mich Michael Henke angerufen und mir angeboten, ihn in Kaiserslautern als Co-Trainer zu unterstützen. Eine Topadresse zum Einstand – ich musste nicht lange überlegen.
Auch wenn ich dafür meinen Beruf als Ermittlungsbeamter für die Bereiche Falschgeld, Rauschgift, Waffen beim Landeskriminalamt München aufgeben musste.
Das Angebot kam überraschend, traf meine Frau Barbara und Tochter Kathrin aber nicht unvorbereitet. Sie kannten mein Ziel, als Trainer in der Bundesliga zu arbeiten. Zudem wissen sie, dass ich kein Hasardeur bin und die Option habe, in meinen früheren Beruf zurückzugehen. Aber daran denke ich im Moment nicht.
13 Bundesligaspiele, die Entlassung nach der unglücklichen Heimniederlage gegen Nürnberg – ich bin nicht abgeschreckt worden, in Zukunft wieder hauptberuflich als Trainer zu arbeiten. Dafür war die Zeit beim 1. FCK viel zu schön, mit unvergessenen Erlebnissen und einer sehr guten Zusammenarbeit innerhalb des Teams und allen Verantwortlichen. Michael Henke ist ein sehr kooperativer Trainer. Alles, was wir planten, war besprochen, diskutiert. Als Assistent konnte ich alle Entscheidungen mittragen. Wir wussten um die schwierige Aufgabe und machten uns auch nach den Anfangserfolgen nichts vor. Wir wussten, dass Rückschläge kommen werden und hatten eine realistische Einschätzung wie der Verein reagieren wird, sollte eine längere Niederlagenserie unsere Arbeit belasten. Wir waren nicht blauäugig.
http://www.kicker.de/content/verein...ison=2005/06&spielpaarung=325614&gruppe=20535
Irgendwann handelt der Verein in der Trainerfrage ... Schade eigentlich, denn wir waren uns einig, die richtigen Weichen gestellt zu haben, und dass wir mit unserer Arbeit den Klassenerhalt schaffen würden. Die Faszination für den Fußball, in dem ich nun schon seit über 23 Jahren als Trainer tätig bin, ist ungebrochen. Jetzt heißt es warten. Bis zum nächsten Anruf. Zurück zum LKA? Das möchte ich noch einige Zeit zurückstellen.
Von Manfred Rauscher
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