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Kennt ihr eigentlich Fidschigogerles ?
Kennt ihr eigentlich Fidschigogerles ?
Nie gehört!
Aber mein "pfälzisches Schimpfwörterlexikon" sagt:
Fitschigooges = Wichtigtuer...
Diejeniche, wo weiter vunnem Betze wegwohne als zweehunnert Kilometer, kenne jo mol roode was es iss!
[font=Arial, Helvetica]Kafrus(e)[/font]
[font=Arial, Helvetica] ist im südlichen Westmitteldeutschen, also im Südhessischen und (Kur)pfälzischen verbreitet. Man findet es in einigen großen Dialekt- und Mundartwörterbüchern, z. B. im [/font]
[font=Arial, Helvetica]Pfälzischen Wörterbuch[/font]
[font=Arial, Helvetica], im [/font]
[font=Arial, Helvetica]Südhessischen Wörterbuch[/font]
[font=Arial, Helvetica] und – etwas lokalspezifischer – im [/font]
[font=Arial, Helvetica]Frankfurter Wörterbuch[/font]
[font=Arial, Helvetica]. Das Wort hat mehrere verschiedene Bedeutungen, die wohl auch von der jeweiligen Region abhängig sind, in der es verwendet wird. Hergeleitet wird es von rotwelsch [/font]
[font=Arial, Helvetica]Chawrusse[/font]
[font=Arial, Helvetica] oder [/font]
[font=Arial, Helvetica]Kabruse[/font]
[font=Arial, Helvetica] (›Diebsbande‹), das seinerseits auf jiddisch [/font]
[font=Arial, Helvetica]chawrusso[/font]
[font=Arial, Helvetica] (›Gesellschaft, Kameradschaft, Genossenschaft‹) zurückgeht. Diese letztere Bedeutung kann das Wort beispielsweise in der Frankfurter Mundart haben: [/font]
[font=Arial, Helvetica]Heut Owend kimmt die ganz Kafrus[/font]
[font=Arial, Helvetica] ›heute abend kommt die ganze Gesellschaft‹ (Frankf. Wb., S. 432). Deutlicher in Richtung ›Diebsbande, schlechte Gesellschaft‹ zielt es, wenn es beispielsweise redensartlich heißt: [/font]
[font=Arial, Helvetica]Mir mache kippe-kafrus[/font]
[font=Arial, Helvetica] ›wir teilen den Gewinn, die Beute‹, oder auch: [/font]
[font=Arial, Helvetica]In der Wirtschafd verkehrd e bäis Kafrusel[/font]
[font=Arial, Helvetica] ›in der Wirtschaft verkehrt eine böse Gesellschaft‹ (Südhess. Wb., Sp. 1037 f.). Hiervon abgeleitet scheint die Bedeutung ›lärmende Kinderschar, Rasselbande‹ (Südhess. Wb., Sp. 1037; Pfälz. Wb., S. 12). Das Wort kann auch im Singular vorkommen ([/font]
[font=Arial, Helvetica]der Kafrus[/font]
[font=Arial, Helvetica]); es meint dann einen kleinen Jungen oder Lausejungen (Pfälz. Wb., S. 12), einen gefährlichen, durchtriebenen Kerl, z. B. einen Einbrecher (Pfälz. Wb., S. 12; Südhess. Wb. Sp. 1038 – hier auch [/font]
[font=Arial, Helvetica]die Kafrus[/font]
[font=Arial, Helvetica] für eine durchtriebene Frau), einen notorischen Tagdieb, einen streitsüchtigen Burschen, einen moralisch minderwertigen Menschen (Südhess. Wb. Sp. 1038), einen geistesschwachen, tölpelhaften oder ungeschickten Kerl (Südhess. Wb. Sp. 1038; Pfälz. Wb., S. 12), aber auch einen guten Freund oder Kameraden (Pfälz. Wb., S. 12). Im Südhessischen finden sich darüber hinaus die Bedeutungen ›zierliches Tännchen, das der Förster zum Weihnachtsbaum erwählt‹ und ›Durcheinander; verrückte Ideen‹, und auch ein Adjektiv [/font]
[font=Arial, Helvetica]kafrus[/font]
[font=Arial, Helvetica] ›seltsam‹ ist belegt (Südhess. Wb. Sp. 1038). – Wie sich zeigt, wird das Wort meist pejorativ-abschätzig verwendet, es kann aber auch anerkennend oder liebevoll gebraucht werden.[/font]
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