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Bildungsdiskussionen

satanischefärse

Well-Known Member
[Die Beiträge 1-4 wurden aus einem anderen Thread hierher verschoben von Klingenstädter.]





Da ich beruflich mit Jugendlichen zu tun habe, die bildungsmäßig am unteren Level anzusiedeln sind kann ich nur bestätigen, dass diese genausowenig Allgemeinbildung besitzen wie die "US-Bürger" (von Amerikanern zu reden ist auch das fehlen von Allgemeinbildung). Wer das Saarland als nichtzugehörig zu Deutschland ansieht (was ja noch zu verschmerzen wäre
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), nicht weiß, dass Mainz die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz ist (auch zu verschmerzen). Die meißten Bundesländer falsch verortet, München die einzige Haupsstadt ist die sie kennen, weil ja Bayern davor steht, .......



Die Eltern dieser Jugendlichen wissen genauso wenig. Und die jetzigen Jugendlichen geben dieses wenige auch nicht komplett weiter. Das alles passt in den Kram der herrschenden in diesem Land. Unwissenheit ist der Freund totalitärer Staaten. Deutschland ist wie die USA zu einer Oligarchie verkommen. Nur wenige bestimmen wo es lang geht.

Deshalb wird ja auch bei den Sozial,- Bildungs- und hauptsächlich Jugendarbeit eingespart.
 
Deshalb wird ja auch bei den Sozial,- Bildungs- und hauptsächlich Jugendarbeit eingespart.


In Rheinland-Pfalz gerade mal nicht! Da ist es umgekehrt: es wird mehr Geld in diesen Bereichen ausgegeben.

Wir sollten also

a. unseren Bildungsvorsprung vor dem Saarland halten können

b. die Erkenntnis vertiefen können, dass Mainz zwar die Landeshauptstadt ist, aber niemals die Fußballhauptstadt sein wird und

c. Bayern nicht der Nabel der Welt ist!



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In dem Bereich in dem ich arbeite, geht es hauptsächlich um Bundesmittel. Das Land legt ja selbst kaum solche Maßnahmen auf oder unterstützt sie finanziell. Das Geld fließt hauptsächlich in den Bereich der Jugendhilfe (keine Bildung) oder in den Ausbau der Ganztagsschulen. Aber die Ganztagsschulen wie sie konzipiert sind werden auch nicht weiterhelfen, da die personelle Ausstattung das Manko ist und diese Schulen bessere Verwahranstalten sind.
 
In dem Bereich in dem ich arbeite, geht es hauptsächlich um Bundesmittel. Das Land legt ja selbst kaum solche Maßnahmen auf oder unterstützt sie finanziell. Das Geld fließt hauptsächlich in den Bereich der Jugendhilfe (keine Bildung) oder in den Ausbau der Ganztagsschulen. Aber die Ganztagsschulen wie sie konzipiert sind werden auch nicht weiterhelfen, da die personelle Ausstattung das Manko ist und diese Schulen bessere Verwahranstalten sind.


Äh, das wird jetzt wahrscheinlich für alle anderen doch sehr fachspezifisch, wenn wir weiter an diesem Thema dranbleiben. Würde mich aber gerne mit dir darüber austauschen. Würde mich nur schon mal interessieren in welchem Bereich du arbeitest. Sind das so Integrationsgeschichten?
 
Das alles passt in den Kram der herrschenden in diesem Land. Unwissenheit ist der Freund totalitärer Staaten. Deutschland ist wie die USA zu einer Oligarchie verkommen. Nur wenige bestimmen wo es lang geht.
Deshalb wird ja auch bei den Sozial,- Bildungs- und hauptsächlich Jugendarbeit eingespart.


Das führt allerdings zu einem interessanten Dilemma. Um das für den Erhalt des Wirtschaftssystems notwendige Wachstum zu generieren, müssen in Deutschland qualifizierte Arbeitskräfte produziert werden.

Bildung bedeutet immer auch Bewusstsein und die Möglichkeit zu Selbstverortung, Abstraktion und Analyse komplexer Zusammenhänge - die Kunst liegt also darin, die Bildung so zu dosieren, dass möglichst viele Fachidioten generiert werden, die innerhalb eines bestimmten Arbeitsgebietes zu Höchstleistungen fähig sind, aber sich ansonsten wenig Gedanken über andere Dinge machen, wobei Ablenkungsmechanismen existieren, die zur Kontrolle der Menschen beitragen (die Medien, allen voran Privatfernsehen und bestimmte Zeitungen, die mit aller Macht den Menschen das eigene Denken abtrainieren möchten, Drogen zur Bewusstseinsflucht und ausfüllende Hobbies, wie bspw. Fußball u.v.m.).



Der Spagat wird zukünftig wohl noch schwieriger werden. Allerdings kommt hier wiederrum die menschliche Natur ins Spiel - bald sind Depressionen und andere psychische Erkrankungen "die Volkskrankheiten schlechthin". Dann wird es wohl tendenziell schwerer für die Menschen, das eigene Unwohlsein mit den üblichen stereotypen Feind-/Angstbildern, die uns wöchentlich/täglich im Wechsel vorgesetzt werden, zu erklären (Terroristen, Moslems, Türken, Politiker, Schwule, der Papst, Manager, Schweinegrippe, Geflügelpest, Maul- und Klauenseuche, Rinderwahn, Dieter Bohlen, etc.) und mehr Menschen dürften dazu motiviert sein, über die Zusammenhänge und Abhängigkeitsgeflechte ihres eigenen Lebens mit den Komplexen Gesellschaft, Politik und Wirtschaft nachzudenken...



Also, das Thema Bildung ist spannend und voller Spannungen!
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Ich arbeite hauptsächlich mit lernbehinderten, verschiedenster Ausprägung, und sozial benachteiligten Jugendlichen unter 25 Jahren. Früher auch mit normalen Schulabgängern die auf dem 1. Ausbildungsmarkt nicht zum Zuge gekommen sind.

Es fällt besonders krass auf, dass selbst Jugendliche die "Förderschulen" besuchen schon in den Basics nicht gut vorbereitet werden. Die Verwahrung in den BVJ* oder den BF* tragen nichts zum Fortkommen bei und die Hauptschulabschlüsse (hier genannt Berufsreife) verschenkt werden. Diese Jugendlichen sind leider nicht berufsreif. Dann kommen sogenannte berufsvorbereitende Maßnahmen zum Tragen. Hier gelingt es einige der Jugendlichen berufsreif zu bekommen, durch die Kombination Praxis +(mehrwöchige Praktika)/Grundlagenvermittlung in kleinen Einheiten bis zu 12 Jugendlichen. Diese Maßnahmen werden aus Steuermitteln des Bundes finanziert. Die Schulen des Landes werden aus Landesmitteln finanziert. Manchmal habe ich den Eindruck die öffentlichen/berufsbildenden Schulen verfahren nach dem Motto, sollen sich doch irgendwelche "Aufangmaßnahmen" um diese kümmern.

Da läuft meines Erachtens viel zu viel nebeneinander vorbei oder auch entgegen. Eine grundsätzliche Reform müsste her. Die Schulen sollen selbst entscheiden wo sie das Know How herbekommen und die verbeamteten Lehrer sollen von ihrem hohen Ross herunterkommen und erkennen, dass sie Wissen von außerhalb ihres Elfenbeinturmes durchaus weiterbringen kann. Dass war auch ein Grund warum ich verdi verlassen habe. Die Politik die dort (von Lehrern) betrieben wird sind einer Ständeorganisation würdig.





* BVJ = Berufsvorbereitungsjahr

* BF = Berufsfachschule I +II
 
In dem Bereich in dem ich arbeite, geht es hauptsächlich um Bundesmittel. Das Land legt ja selbst kaum solche Maßnahmen auf oder unterstützt sie finanziell. Das Geld fließt hauptsächlich in den Bereich der Jugendhilfe (keine Bildung) oder in den Ausbau der Ganztagsschulen. Aber die Ganztagsschulen wie sie konzipiert sind werden auch nicht weiterhelfen, da die personelle Ausstattung das Manko ist und diese Schulen bessere Verwahranstalten sind.
Du kannst aber Jugendarbeit und Bildung nicht trennen. Es ist nicht nur wichtig wie das Schulleben abläuft, es ist mindestens genauso wichtig (wenn nicht noch wichtiger) was außerhalb der Schule geschieht. Viele Jugendliche sind leider heute sich selbst überlassen und schaffen sich ein destruktives Umfeld auf der Straße in ihrer

Freizeit. Damit aus der Schule überhaupt nennenswert was hängen bleibt, ist es eminent wichtig dass den Kindern und Jugendlichen ein geregelter und konstruktiver Alltag vermittelt wird. Viele Familien bekommen das heute nicht mehr ohne Hilfe hin, darum ist es wichtig diese Hilfestellungen zu bieten. Ich bin mit dem Schulen ganz bestimmt nicht zufrieden, aber ich bin davon überzeugt dass das eigentlich Problem in den Familien, im Pivatleben, liegt. Wer ein stabiles Privatleben hat, der kann auch problemlos in dem heutigen Schulsystem erfolgreich sein. Wo es zuhause aber im Argen liegt, da hilft oft auch die beste Schule und der engagierteste Lehrer nicht.



Und es kommt dank unserer schwarz-gelben Bundesregierung gerade im Bereich der Jugendhilfe und Famileinhilfe ein ganz dicker Brocken auf Rheinland-Pfalz zu. Denn in Berlin wurde beschlossen, dass aus Bundesprogrammen wie "Soziale Stadt" ab jetzt nur noch in Steine investiert werden darf (d.h. es wird statt einer echten Sozialmaßnahme nur noch eine Subvention für die Bauindustrie). "Softe Maßnahmen", wie z.b. das Quartiersmanagement dass sich vielerorts in Rheinland-Pfalz erfolgreich etbliert hat, können damit nicht mehr durch "Soziale Stadt" finanziert/gefördert werden. Während man sich an Fünf Fingern abzählen kann, dass diese Maßnahmen in den meisten Bundesländern damit einfach aufhören zu existieren (Sozialpolitik nach Kassenlage), wird unsere Landesregierung hier in RLP schauen (müssen), wo sie die Kohlen hernimmt um das zukünftig aus eigener Kasse auszugleichen.



Und es wird in dieser Hinsicht sicher nicht der letzte Stock zwischen die Beine aus Berlin sein.
 
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