Und hier der Pressedienst:
Kein Kauf vom Video
FUSSBALL: FCK will Sanogo - Amanatidis weg
KAISERSLAUTERN (zkk). Ende der Zwietracht: Ioannis Amanatidis (23) kehrt ab sofort vom 1. FC Kaiserslautern zu Eintracht Frankfurt zurück. Die „Roten Teufel" werden wohl schon heute Boubacar Sanogo (22) als Nachfolger präsentieren.
Gestern Nachmittag war der wochenlange Poker des FCK-Vorstandsvorsitzenden René C. Jäggi mit seinem Frankfurter Kollegen Heribert Bruchhagen beendet, der Transfer perfekt. Über die Ablösesumme für den griechischen Nationalspieler ließen beide Klubs nichts verlauten. Spekuliert wird mit rund zwei Millionen Euro.
Amanatidis, der in der Rückrunde 2003/2004 vom VfB Stuttgart nach Frankfurt gekommen war, hatte dort groß aufgespielt, Torjägerqualitäten bewiesen und um ein Haar doch noch für den Klassenerhalt gesorgt. Nach dem Abstieg der Eintracht wechselte der Offensivmann mit großen Hoffnungen nach Kaiserslautern. Er übernahm die Nummer 11 der großen FCK-Torjäger Stefan Kuntz, Olaf Marschall und Miroslav Klose. Mit einem Wadenbeinspiralbruch begann im letzten Sommer die Verletzungsmisere des ehrgeizigen Stürmers, der in 23 Spielen für den FCK sechs Tore schoss, drei Treffer vorlegte. Nach seinem Comeback im Herbst trumpfte der Grieche gegen Freiburg und Mainz 05 toll auf, lehnte in der Winterpause ein Angebot zur Vertragsverlängerung über 2006 hinaus ab und kam in der Rückrunde - auch bedingt durch seine Verletzungspech - nicht mehr in Form. Das belegt auch der RHEINPFALZ-Notenschnitt von 3,66.
Während seines Sommerurlaubs wurde bekannt, dass Amanatidis am 27. Juni einen ab der Saison 2006/2007 gültigen Kontrakt bei der Eintracht unterzeichnet hatte. Eine Tatsache, die der Offensiv-Allrounder zunächst gegenüber dem neuen FCK-Trainer und auch öffentlich geleugnet hatte. „Nach dem Hickhack ist auch ein bisschen Vertrauen zerstört, so ist es für beide Seiten wohl das Beste", kommentierte FCK-Trainer Michael Henke gestern Abend den Abgang.
Der Coach bedauert aber, „einen Spieler, der in der Bundesliga Qualität nachgewiesen hat, zu verlieren". Henke: „Gerade wir beim FCK aber brauchen Spieler, die sich voll mir dem Club identifizieren. Zumindest ein Fragezeichen war da angebracht. Aber es überwiegt schon die Enttäuschung, dass ich einen guten Spieler verliere."
Seit Sonntag weilt der mutmaßliche Nachfolger von der Elfenbeinküste in Kaiserslautern: Boubacar Sanogo, der beim Al Ain Club in den Vereinigten Arabischen Emiraten in 54 Ligaspielen 43 Tore schoss, mit dem Club die Asien-Meisterschaft gewann, wird beim FCK anheuern, wenn der Aufsichtsrat zustimmt. Gestern absolvierte der 1,93 Meter große Modellathlet den Laktattest mit den FCK-Profis und die sportmedizinische Untersuchung.
„Wir kaufen natürlich keinen Stürmer vom Video! Olaf Marschall und René Jäggi haben ihn spielen gesehen, aber was ich auf Video gesehen habe, war sehr beeindruckend. Aber man kann die Liga der Arabischen Emirate nicht mit der Bundesliga vergleichen", klassifizierte der Lauterer Trainer. Er sieht den Afrikaner aus Asien als vorderste Spitze. Henke: „Er macht seine Tore mit rechts, mit links und mit dem Kopf. Das große Fragezeichen ist die Umstellung auf Bundesliga-Tempo. Er ist aber nicht langsam, er ist ein schneller Stürmer. Er besitzt Qualität." Der 22-Jährige werde seinen Trainingsrückstand sicher rasch aufholen.
Rheinpfalz online