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"Dem FCK fehlen Typen wie damals" - Interview mit Ottmar Walter

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München/Kaiserslautern - Nach dem 1:2 gegen Frankfurt hat Kaiserslauterns

Vorstandsboss Rene C. Jäggi Konsequenzen angekündigt.



"Wir werden das Team in der Winterpause verstärken. Es wird zur Rückrunde

ein neues Gesicht haben", erklärte der Schweizer nach dem 13. sieglosen

Spiel des Tabellenletzten in Folge.



Doch gerade Jäggi wird für die verfehlte Transferpolitik und die damit

verbundene sportliche Misere verantwortlich gemacht. Zu Unrecht, findet

allerdings FCK-Legende Ottmar Walter.



"An Jäggi kann es bestimmt nicht liegen. Der gibt sein Bestes für

Kaiserslautern", erklärt der Weltmeister von 1954 im Gespräch mit Sport1.de.

Stattdessen übt der 20-malige Nationalspieler harsche Kritik an den Spielern.



Sport1: Herr Walter, blutet Ihnen angesichts der Tabellensituation des

FCK das Herz?



Ottmar Walter: Ja, natürlich. Ich hatte die Hoffnung, dass wir mit

einem Sieg gegen Frankfurt und am Samstag gegen Wolfsburg wieder

Anschluss an das Mittelfeld finden. Aber so wie es jetzt gelaufen ist, bin ich

total enttäuscht.



Sport1: Was ist Ihrer Meinung nach der Grund für die sportliche

Talfahrt?



Walter: Was der FCK momentan abliefert, hat mit einem

Mannschaftsspiel nichts mehr zu tun. Da spielt jeder Einzelne nur für sich.

Jeder muss doch wenigstens sein Bestes geben, so wie wir früher.

Schließlich geht es in jedem Spiel um alles, gerade in der jetzigen

Situation.



Sport1: Es fehlt also die Identifikation mit dem Klub?



Walter: Bei dem ein oder anderen hat es den Anschein, als sei es ihm völlig egal,

ob man gewinnt oder verliert. Hauptsache, das Geld stimmt.



Sport1: Ist das das Ergebnis einer verfehlten Einkaufspolitik?



Walter: Es wäre besser gewesen, einen fertigen Spieler zu holen, der

dem Team 100 Prozent helfen kann. Und nicht zwei, drei Spieler die in ihren

alten Vereinen mal gute Leistungen gebracht haben, aber jetzt nichts mehr zu

Stande bringen.



Sport1: Machen auch Sie Vorstandsboss Rene C. Jäggi dafür verantwortlich?



Walter: An Jäggi kann es bestimmt nicht liegen. Ich habe mit ihm

schon öfter gesprochen. Der gibt sein Bestes für Kaiserslautern. Im Gegensatz

zu einigen anderen.



Sport1: Heißt das im Umkehrschluss: Die Trainer sind schuld an der Misere?



Walter: Nein. Wir haben zu Beginn der Saison super Spiele abgeliefert.

Aber warum auf einmal jeder für sich spielt statt sich in den Dienst der

Mannschaft zu stellen, ist mir unerklärlich.



Sport1: Experten wie Klaus Toppmöller sprechen dem Team die

Bundesliga-Tauglichkeit ab. Sollte sich der FCK schon jetzt mit dem Abstieg abfinden?



Walter: Ich male da nicht so schwarz. Wolfgang Wolf muss jetzt für

das Wolfsburg-Spiel die Mannschaft so einstellen, dass jeder wieder für den

anderen kämpft. Dann klappt das auch. Die können das Fußballspielen ja nicht

verlernt haben.



Sport1: Wie sehen Sie die Zukunft, wenn der FCK wie 1996 erneut

absteigen muss?



Walter: Damals überredete Otto Rehhagel jeden einzelnen Spieler, in

Kaiserslautern zu bleiben und weiterzumachen. Nach dem Wiederaufstieg

holten wir sogar gleich die Meisterschaft. Dass es im Fall eines Abstiegs

noch einmal so laufen könnte, davon bin ich aber nicht überzeugt.

Denn die Spielertypen von damals haben wir heute nicht.



Das Gespräch führte Michael Reis



Quelle: Sport1.de
 
Sport1: Herr Walter, blutet Ihnen angesichts der Tabellensituation des FCK das Herz?



Ottmar Walter: Ja, natürlich. Ich hatte die Hoffnung, dass wir mit einem Sieg gegen Frankfurt und am Samstag gegen Wolfsburg wieder Anschluss an das Mittelfeld finden. Aber so wie es jetzt gelaufen ist, bin ich total enttäuscht.

[...]

Denn die Spielertypen von damals haben wir heute nicht.



Quelle: Sport1.de




Nur die beiden Sätze sollte Wolf den Jungs an die Kabinentür nageln.



Einer FCK-Legende blutet das Herz

In meinen Augen eine sehr traurige Nachricht, besonders wenn man über die Jahre beobachtet hat, wie oft sich Legenden wie Fritz, Eckel und jetzt Ottmar geäußert haben...sehr sehr selten.
 
ich glaube die Jungs sollte sich mal mit dem Ottmar an einen Tisch setzen und er soll ihnen die Angst nehmen und den Jungs mal den Betze näher bringen...
 
ich glaube die Jungs sollte sich mal mit dem Ottmar an einen Tisch setzen und er soll ihnen die Angst nehmen und den Jungs mal den Betze näher bringen...


Oder so...ist vielleicht noch besser. Solange Otte und Eckel noch da sind, nur sie können wirklich überzeugend darlegen, was es heißt für diesen Verein zu spielen.
 
Oder so...ist vielleicht noch besser. Solange Otte und Eckel noch da sind, nur sie können wirklich überzeugend darlegen, was es heißt für diesen Verein zu spielen.


den ausfuehrungen von ottmar ist nichts hinzuzufuegen.

es gibt aber durchaus noch andere "ueberlebende" (auch juengeren datums), die sich fuer den betze zerrissen haben
 
De Wolf kann ihnen bestimmt einiges erzählen, aber wenn sie das aus mehreren Mündern hören, vielleicht kapieren sie es dann...ich bin der Meinung, dass wir Spieler in der Mannschaft haben, denen wir nicht egal sind...ausgenommen unsere zwei Junioren...
 
De Wolf kann ihnen bestimmt einiges erzählen, aber wenn sie das aus mehreren Mündern hören, vielleicht kapieren sie es dann...
sorry, ich wollte nicht rueberbringen statt (ottmar), sondern zusaetzlich (briegel, wolf, kadlec, ....)
 
Tolles Interview! Leider werde ich dadurch immer etwas trauriger,denn man sieht wie sehr sich alle die ,die mit dem Herzen beim FCK sind um diesen Sorgen machen!
 
Stimmt schon, obwohl ich die kämpferische Einstellung gestern in Ordnung fand. Was die Einkaufspolitik angeht, kann man nur 100% zustimmen.
 
Ottes hat´s mit diesem einen Satz aber genau auf den Punkt gebracht: Es gibt keine Führungspersönlichkeiten bzw. Typen wie damals mehr beim FCK! Darum müssen Spieler wie Halfar oder Schönheim Verantwortung übernehmen, obwohl sie eigentlich noch längst nicht soweit sind - das kann´s doch nicht sein!!
 
Leider fehlt den meisten die fußballerische Begabung um überhaupt in eine Führungsrolle schlüpfen zu können.
 
Das Interview ist ene völlig treffende Anlalyse. Uns fehlen Typen wie z.B. ein Wagner oder andere die noch vor wenigen Jahren die Mannschaft geführt haben und akzeptiert wurden von der Mannschaft.
 
die spieler von heute sind, glaub ich, gar nicht in der Lage Typen wie damals zu werden...einigen fehlt dazu die einstellung...andere sind noch zu jung...fast alle überfordert um so einen Titel zu tragen...
 
Bezog sich auch nicht allein auf die technischen Fertigkeiten. Harry hat seine technischen Defizite durch Kampf,Zweikampfstärke und gutes Stellungsspiel ausgeglichen. Kann ich bei unseren Abwehrleuten nicht behaupten.
 
schon, aber wie lange war einer wie Pletsch bei BMG Stammspieler? War Hertzsch nicht einmal Nationalspieler? Wie ist dieser Leistungsabfall zu erklären... ?
 
Pletsch spielt genau das was er zuvor in Gladbach gespielt hat. Ein Kollege und Gladbachfan hat mich gefragt wieso wir den holen, weil der nicht besser wäre als unsere restlichen Innenverteidiger.

Bei Hertzsch kann ich es mir nicht erklären. In Frankfurt hat der eine gute Rückrunde gespielt und die Abwehr stabilisiert. Gibt aber mehrere Phänomene von Spielern, die mal einen Schub hatten und danach wieder in der Versenkung verschwunden sind. Wenzel ist auch so ein Fall.
 
Es kann aber auch nicht sein, dass nur elf Grätscher auf dem Platz stehen - man muss ein Gleichgewicht zwischen Kämpfern (wie eben Wagner oder Koch) und Technikers (wie Klose,Djorkaeff) finden. Ohne Kampf gehts nicht, aber ohne spielrerisches Element, das hat man ja Mittwoch gesehen, auch nicht. Ich hoffe mal, dass man beides bei den Einkäufen in der Winterpause berücksichtigt und es Wolf vielleicht gelingt, Spieler wie Hertzsch, Blank, Altintop und auch Skela wieder an ihr früheres Leistungsniveau heranzuführen.
 
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