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Deutscher Profi-Fußball im Abseits?
Wirtschaftsprüfer: TV-Rechte müssen besser vermarktet werden / Ausland zeigt, wie es geht
FRANKFURT Die Vereine der Ersten und der Zweiten Bundesliga gehen davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Lage dank steigenden Einnahmen und sinkender Ausgaben in den kommenden Jahren verbessern wird.
Von
Herbert Heil
Zwar ist der Ball immer noch rund und ein Spiel dauert 90 Minuten, doch blickt man genauer hin, ist die Situation im deutschen Fußball komplizierter, als diese Binsenweisheit vermuten lässt. Fakt ist, dass die Vereine, glaubt man ihren Managern, die Lage der Branche deutlich positiver einschätzen als noch im vergangenen Jahr. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young bezeichneten zwei Drittel der Vereine (65 Prozent) ihre wirtschaftliche Basis als gut oder eher gut (Vorjahr: 48 Prozent). Und jeder zweite Manager (53 Prozent) erwartet in der nächsten Saison steigende Einnahmen - vor allem durch Werbung und Sponsoring.
An der Studie zur wirtschaftlichen Lage des Profifußballs beteiligten sich 17 Manager der 36 Clubs in der 1. und 2. Liga. Auch die bevorstehende Weltmeisterschaft hat nach Meinung der Clubmanager durchaus positiven Einfluss auf das Image der Bundesliga und damit auch auf die wirtschaftliche Situation der einzelnen Clubs. "Das bedeutet aber nicht, dass die Vereine künftig im Geld schwimmen werden", sagte Wirtschaftsprüfer Stefan Pfeiffer bei der Präsentation der Studie in Frankfurt. Die nackten Wirtschaftszahlen zeigen, dass das wirtschaftliche Umfeld in der vergangenen Saison stimmte: 1,3 Milliarden Euro Umsatzerlöse brachten die Vereine auf die Beine, drei Milliarden Euro Umsatz verbuchten die Ausrüster. Insgesamt strömten 13 Millionen Zuschauer in die Stadien. Ein finanzieller Knackpunkt bleibt indessen bestehen: Bei der Vermarktung von Fernsehrechten gerät Deutschlands Profi-Fußball nach Einschätzung der Experten von Ernst & Young international ins Abseits. Die Zahlen sprechen für sich: bei den wichtigen TV-Einnahmen liege Deutschland mit rund 300 Millionen Euro pro Jahr deutlich hinter den höchsten Spielklassen in Großbritannien (710 Millionen Euro), Italien und Frankreich (je 550 Millionen Euro).
Hauptgrund für die relativ niedrigen TV-Einnahmen der Bundesliga ist die bislang geringe Marktdurchdringung des Bezahl-Fernsehens in Deutschland. Gerade mal neun Prozent der Haushalte zahlen in der Regel bei Premiere (rund 3,52 Millionen Abonnements) Geld fürs Fußballgucken. In wenigen Wochen beginnt die Ausschreibung für die TV-Rechte an der Bundesliga von der Saison 2006/2007 an. Bayern-Vorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt mindestens 500 Millionen Euro jährlich für einen neuen TV-Vertrag verlangt.
Die derzeit gültigen Kontakte mit ARD, ZDF, DSF und dem Bezahl-Sender Premiere enden nach der Saison 2005/2006. Spitzensummen wie in Italien, England und Frankreich werden aber nicht gezahlt werden (können). Ernst & Young-Mitarbeiter Arnd Hovemann beschwört andere Zeiten herauf: "Noch lebt der deutsche Frnsehzuschauer, was das Angebot, den zusammenhängenden Spieltag und die zeitnahe Berichterstattung im Free-TV (Sportschau) angeht, in paradiesischen Zeiten. Aber das wird sich ändern", ist sich der Experte sicher.
Quelle: www.wiesbadener-tagblatt.de
Wirtschaftsprüfer: TV-Rechte müssen besser vermarktet werden / Ausland zeigt, wie es geht
FRANKFURT Die Vereine der Ersten und der Zweiten Bundesliga gehen davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Lage dank steigenden Einnahmen und sinkender Ausgaben in den kommenden Jahren verbessern wird.
Von
Herbert Heil
Zwar ist der Ball immer noch rund und ein Spiel dauert 90 Minuten, doch blickt man genauer hin, ist die Situation im deutschen Fußball komplizierter, als diese Binsenweisheit vermuten lässt. Fakt ist, dass die Vereine, glaubt man ihren Managern, die Lage der Branche deutlich positiver einschätzen als noch im vergangenen Jahr. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young bezeichneten zwei Drittel der Vereine (65 Prozent) ihre wirtschaftliche Basis als gut oder eher gut (Vorjahr: 48 Prozent). Und jeder zweite Manager (53 Prozent) erwartet in der nächsten Saison steigende Einnahmen - vor allem durch Werbung und Sponsoring.
An der Studie zur wirtschaftlichen Lage des Profifußballs beteiligten sich 17 Manager der 36 Clubs in der 1. und 2. Liga. Auch die bevorstehende Weltmeisterschaft hat nach Meinung der Clubmanager durchaus positiven Einfluss auf das Image der Bundesliga und damit auch auf die wirtschaftliche Situation der einzelnen Clubs. "Das bedeutet aber nicht, dass die Vereine künftig im Geld schwimmen werden", sagte Wirtschaftsprüfer Stefan Pfeiffer bei der Präsentation der Studie in Frankfurt. Die nackten Wirtschaftszahlen zeigen, dass das wirtschaftliche Umfeld in der vergangenen Saison stimmte: 1,3 Milliarden Euro Umsatzerlöse brachten die Vereine auf die Beine, drei Milliarden Euro Umsatz verbuchten die Ausrüster. Insgesamt strömten 13 Millionen Zuschauer in die Stadien. Ein finanzieller Knackpunkt bleibt indessen bestehen: Bei der Vermarktung von Fernsehrechten gerät Deutschlands Profi-Fußball nach Einschätzung der Experten von Ernst & Young international ins Abseits. Die Zahlen sprechen für sich: bei den wichtigen TV-Einnahmen liege Deutschland mit rund 300 Millionen Euro pro Jahr deutlich hinter den höchsten Spielklassen in Großbritannien (710 Millionen Euro), Italien und Frankreich (je 550 Millionen Euro).
Hauptgrund für die relativ niedrigen TV-Einnahmen der Bundesliga ist die bislang geringe Marktdurchdringung des Bezahl-Fernsehens in Deutschland. Gerade mal neun Prozent der Haushalte zahlen in der Regel bei Premiere (rund 3,52 Millionen Abonnements) Geld fürs Fußballgucken. In wenigen Wochen beginnt die Ausschreibung für die TV-Rechte an der Bundesliga von der Saison 2006/2007 an. Bayern-Vorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt mindestens 500 Millionen Euro jährlich für einen neuen TV-Vertrag verlangt.
Die derzeit gültigen Kontakte mit ARD, ZDF, DSF und dem Bezahl-Sender Premiere enden nach der Saison 2005/2006. Spitzensummen wie in Italien, England und Frankreich werden aber nicht gezahlt werden (können). Ernst & Young-Mitarbeiter Arnd Hovemann beschwört andere Zeiten herauf: "Noch lebt der deutsche Frnsehzuschauer, was das Angebot, den zusammenhängenden Spieltag und die zeitnahe Berichterstattung im Free-TV (Sportschau) angeht, in paradiesischen Zeiten. Aber das wird sich ändern", ist sich der Experte sicher.
Quelle: www.wiesbadener-tagblatt.de