Neue Details im Geständnis von Ante S. belasten im Schiedsrichter- und Wett-Skandal um manipulierte Spiele offenbar noch weiter die Schiedsrichter Jürgen Jansen und Dominik Marks (Bild). Das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' und die 'Bild'- Zeitung berichten jedenfalls übereinstimmend, dass der des Betrugs beschuldigte Kroate Ante S. in seinem 40-seitigem Geständnis über die Übergabe von mehr Schmiergeldern berichtet hat als bisher bekannt war.
So sollen an Bundesliga-Schiedsrichter Jürgen Jansen - teilweise über den Dresdner Schiedsrichter-Betreuer Wieland Ziller - 45.000 Euro geflossen sein. Dafür hätte es mit Ziller Absprachen über die von Jansen geleiteten Spiele Dynamo Dresden gegen SpVgg Unterhaching (2. Liga) und 1. FC Kaiserslautern gegen SC Freiburg (Bundesliga) gegeben.
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Die Kontaktaufnahme zu Jansen (Bild), der sich bereits am 4. Februar auf einer Pressekonferenz in Passau gegen alle Vorwürfe gewehrt hatte ("Ich habe nie ein Spiel manipuliert"), soll laut Ante S. über den Dynamo-Spieler Torsten Bittermann sowie den ehemalige FIFA- Referee und Jansen-Freund Ziller gelaufen sein. In einem Dresdner Fischrestaurant sollen 35.000 Euro an Jansen sowie je 5.000 Euro an Ziller und Bittermann übergeben worden sein. Später habe Ante S. 10.000 Euro an Jansen 'nachgeschossen'.
40.000 Euro für Anwaltskosten
Der 44-jährige, derzeit suspendierte Referee wies die Vorwürfe prompt zurück. "Herr Jansen verweist darauf, dass er alle Spiele ordnungsgemäß geleitet hat und will in gebotener Zeit gegenüber der Staatsanwaltschaft ausführlich Stellung beziehen", sagte sein Rechtsanwalt Stephan Reiffen. Dem Rechtsvertreter und seinem Mandanten seien die Akten erst am Montag zugeleitet geworden, "so dass noch keine ausführliche Zeit zum Lesen vorhanden war." In Ruhe wolle er sich jetzt gemeinsam mit seinem Mandanten über den Ermittlungsstand informieren und sich anschließend ausführlich zu den Vorwürfen einlassen.
Dynamo-Schiedsrichter-Betreuer Ziller wollte sich zu den neuen Details nicht äußern, verwies aber auf seine Eidesstattliche Erklärung über seine Unschuld. Auch Robert Hoyzer, der hauptbeschuldigte Skandal-Schiedsrichter, hatte in seinem Geständnis Ziller zuvor belastet. Schiedsrichter Marks soll von Ante S. laut dessen Geständnis neben den 30.000 Euro für die Manipulation der Zweitliga-Partie Karlsruhe gegen Duisburg noch 40.000 Euro für zu erwartende Anwaltskosten erhalten haben - und dies in der Nacht vor Marks' Verhaftung.
Ante S. habe allein durch eine Wette mit der Partie Karlsruhe gegen Duisburg beim staatlichen Wettanbieter Oddset mehr als eine Million Euro (genau: 1.042.166,07 Euro) verdient, schreibt der 'Spiegel'. Das Blatt berichtet zudem von zwei Telefonaten zwischen Ante S. und Jansen am 26. November 2004, dem Vortag der Bundesliga-Partie FCK - Freiburg. Um 15.13 Uhr und 15.17 Uhr sollen beide miteinander gesprochen haben.
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