Internet Fanclub roteteufel.de

This is a sample guest message. Register a free account today to become a member! Once signed in, you'll be able to participate on this site by adding your own topics and posts, as well as connect with other members through your own private inbox!

"Die Muslime müssen gg den Terror aufstehen"

Jonny

Well-Known Member
Warum gibt es kaum islamischen Widerstand gegen islamische Terroristen? Eine berechtigte Frage.

Die Antwort darauf ist wahrscheinlich sehr einfach. Terror-gruppierungen verbreiten Angst und sorgen somit für Instabilität und Veränderung. Dies fürchten die Herrschenden der islamischen Nationen und trauen sich kaum, entschieden gegen Extremisten vorzugehen (Pakistan, Saudi-Arabien, Palästina, Libanon...). Oder die staatlichen (Sicherheits)Organe sind dazu nicht in der Lage. Ein bewaffneter Konflikt innerhalb eines muslimischen Landes würde sich meines Erachtens leicht zu einen Bürgerkrieg entwickeln, wenn nicht sogar zu einem überstaatlichen Flächenbrand.

Weitere Probleme sind:

- die fehlende Instanz im Islam, die allen Muslimen vorschreiben kann, wie der Koran auszulegen ist und somit Glaubensrichtlinien festlegt.

- dazu passend: eine kaum vorangeschrittene Säkularisierung in islamischen Ländern, was eine kritische Auseinandersetzung mit religiösen Texten ermöglicht. Dadurch bildet sich die Möglichkeit, Terroristen die ideologische Legitimierung zu entziehen.

- der Sendungsauftrag des Islam. Ähnlich wie das Christentum soll die Religion in die Welt hinausgetragen werden.

- gesellschaftliche/soziale Missstände deren Ursachen im "Westen" gesehen werden. Diese führen zu einer gewissen Symphatisierung mit den Terroristen/Guerillas/Freiheitskämpfern/Gotteskriegern

- Zivilopfer durch westliches Militär

- nicht zugedrehte Geldhähne

- usw.
 
Ganz ehrlich: Bei Regierungen wie der von Saudi-Arabien oder dem Iran glaube ich gar nicht, dass die großartig gegen den Terrorismus vorgehen wollen; die sind doch selbst nicht viel besser, nur dass sich deren menschenunwürdige Gesetze gegen das eigene Volk richten.



Und Jonny, jetzt bitte keine Interpretationen à la "Jens bezeichnet alle Saudis und Iraner als Befürworter des Terrorismus."
default_rolleyes.gif
 
Ich halte es für problematisch, Iran und Saudi-Arabien bei dem Thema in einen Topf zu schmeißen. Bei Iran ist diese Anschuldigung haltbar, wenn man die Unterstützung von schiitischenTerroristen denkt. Bei Saudi-Arabien sehe ich den Fall anders. Ein interner Kampf gegen Extremisten könnte zum Auftstand führen und die Monarchie gefährden. Und die "menschenunwürdigen" Gesetze fußen auf der Scharia.



Eine Verknüpfung zwischen Gesetzen und dem islamischen Terrorismus sehe ich nicht.
 
Eine Verknüpfung zwischen Gesetzen und dem islamischen Terrorismus sehe ich nicht.


Einen unbedingten Kausalzusammenhang sehe ich da auch nicht, nur denke ich mir: Wer mit solch harter Hand regiert wie beispielsweise Ahmadinedschad, juckt es den, wenn Islamisten Amerikaner, Engländer, Deutsche... mit in den Tod reißen. Und Abdullah Al Saud ist ja auch nicht gerade herzallerliebst (auch wenn er gute Kontakte zu Bush hat).
 
Und Jonny, jetzt bitte keine Interpretationen à la "Jens bezeichnet alle Saudis und Iraner als Befürworter des Terrorismus."
default_rolleyes.gif


Nö. Brauchst gar nicht die Augen rollen. Ich schreib dir nur:



Mudschahedin; Taliban; und ISI (und soviel nur zu dieser Weltgegend)



Du darfst jetzt selbst raten, wer diese Gruppen mit Kriegsgerät und weiterer Unterstützung ausgerüstet hat. Bzw. bei ISI geheimdienstliche und ausbildungstechnische Unterstützung geliefert hat.
 
Ein Ganz starker und wichtiger Artikel. Dass ein Muslim so etwas schreibt und so argumentiert, ist in der aufgeheizten Diskussion wichtiger denn je - denn machen wir uns nichts vor: Solche Argumente von einem "westlichen" oder andersgläubigen Journalisten wären vielleicht genauso richtig gewesen, aber vielleicht teilweise doch verhallt.



Der Artikel gibt genau meine Meinung zu dem Thema wieder. Auch mir fehlt seit Jahren eine groß angelegte Initiative der Mehrheit der gemäßigten Muslime. Verbale Verurteilungen reichen nicht mehr aus - es muss auch mal etwas konkretes unternommen werden.



Wenn die schweigende Mehrheit zulässt, dass diese militante Minderheit ihre Ideen weiterhin so durchsetzt, dann wird diese Minderheit bald ihr Ziel erreicht haben: einen globalen gewaltsamen Religionskonflikt.
 
Das ist von hier aus einfach gesagt, aber wieviele sind denn im dritten Reich gegen Hitler auf die Straße gegangen. Jetzt kommt mir nicht mit "kann man nicht vergleichen", kann man stückweise doch. Die Alierten haben auch kaum "Hilfe" erfahren, jedenfalls nicht von unserer Seite aus. Und wenn sich ein Ziegenbauer irgenwo in Kundus dazu bekennt das er gegen die Taliban ist und denen kein Unterschlupf, Geld oder Essen gibt, dann holen die ihn Nachts auch ab. Die Regierungen sind gefordert, aber solange zu viele an diesen Terroristen Geld verdienen, durch unterschiedlichste Interessen, Waffenverkauf oder instabiele Ölpreise, dann werden sie darauf nicht verzichten wollen und nix dagegen tun.



Auch wenn es schlimm klingt, aber man muss es eben auch durch die wirtschaftliche Brille sehen, dann versteht man auch warum nicht all zu viel dagegen unternommen wird.
 
Zurück
Oben