Zunächst mal gefällt mir die Überschrift nicht - das Traditionslogo ist auch ein FCK-Logo.
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Das Logo eines Vereins ist die Visitenkarte für die Öffentlichkeit. Jeder verbindet etwas mit dem Logo. Identifikation mit dem Verein wird emotional auch stark über das Logo erreicht.
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Stimmt, geb ich dir Recht.
Jetzt haben wir dieses "Traditionslogo" und die "Traditionsverein seit 1900"-Aktion. Ohne die Mitglieder zu befragen hat der Vorstand in die Identität des Vereins eingegriffen und das Erkennungszeichen des FCK geändert. Das ist vielleicht nett gemeint, aber ein wirkliche starkes Stück.
Identität des Vereins? Halte ich persönlich für übertrieben. Was die Identität des Vereins betrifft, ist bewusst in der Satzung manifestiert. Und Satzungsänderungen muss deshlab zurecht die Mitgliederversammlung beschließen. Die genaue Ausgestaltung des Wappens ist meines Wissen nicht in der Satzung festgehalten - von daher hat sich der Verein formell völlig rechtmäßig verhalten. Auch die Aussage des Vereins, dass man nur BEI ENTSPRECHENDER ANNAHME DURCH DIE FANS überlegt (!) das Logo beizubehalten.
Wenn die Absicht ist, dieses Logo dauerhaft zu etablieren ist hierzu eine Diskussion unter den Mitgliedern fällig.
Ist nicht die konkrete Absicht. So wie ich es verstanden habe, wurde bisher von Vereinsseite ganz klar kommuniziert, dass es zunächst zusammen mit der Aktion dieser Saison verbunden ist. Alles was darüber hinaus geht, soll von den Reaktionen der Fans abhängen.
1. Die Gestaltung eines Logos ist ein bedeutender Aspekt. Es weckt Assoziationen wie "professionell", "schön", "modern", "billig", "geschmacklos", etc. Firmen nehmen eine menge Geld in die Hand, um ein gutes Logo zu entwickeln, weil sie wissen, dass der Erfolg ihrer Marke auch davon abhängt.
Stimmt.
2. Die emotionale Bindung an einen Verein wird durch das Logo verstärkt. Ich selbst habe als 5-jähriger in den frühen 80iger Jahren eine großes FCK Logo für mein Zimmer gebastelt. Das Logo ist mir persönlich so nah wie die Deutschlandfahne zum Beispiel.
Verstärkt, ja, aber nicht bestimmt. Gibt auch Leute, die eher auf die Geschichte, auf die großen Namen des Vereins, auf das Stadion etc. ihre emotionale Verbundenheit gründen.
3. Kontinuität in der Kommunikation ist ein hohes Gut. Marken wie BMW haben ihr Logo zwar weiterentwickelt, aber in sehr kleinen, kaum spürbaren Schritten, um keinen Bruch in der Wiedererkennbarkeit und Identifikation mit der Marke zu verursachen.
Bei uns von einem Bruch zu sprechen halte ich für überzogen - es ist bisher nicht mehr und nicht weniger als eine Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln anlässlich der Rückkehr eines Traditionsvereins in die Bundesliga. Und anlässlich der Eröffnung des Fritz-Walter-Museums? Das wiederum wäre ein in sich harmonische Schritt, und deswegen ein Blickfänger.
Jetzt haben wir ein neues Logo (wenn auch angeblich vorübergehend). Es hat eine andere Farbe und eine andere Schrift. Die Farbe hat sich vom knalligen Kampfrot/Blutrot zu einem Weinrot (Opaautofarbe in den 90ern) verändert. Die charakteristische FCK Schrift ist plötzlich dünn und ungelenk. Die Anordnung der Lettern ist chaotisch zu nennen. Jeder Grafiker schlägt die Hände vors Gesicht.
Ich weiß nicht, woher die persönliche Abneigung gegen Weinrot herkommt, aber eine Opafarbe ist es sicherlich nicht - und "unkämpferisch" wie du argumentierst, ist es auch nicht - Geschmacksache. Chaotische Lettern - kann man trefflich drüber streiten
Der einzige Pluspunkt ist, dass es etwas mit dem Verein zu tun hat. Fritz Walter hatte es ein paar Jahre auf der Brust. Aber ist das wichtiger als alle oben genannten Kriterien? Und was ist mit der erfolgreichsten Zeit der Vereinsgeschichte NACH Fritz Walter? Was ist mit Briegel, Hellström, Brehme, Kuntz, Sforza und Klose? Ist das keine Tradition?
Der einzige? Klingt etwas abwertend - kann es den einen wichtigeren Grund geben, etwas nach außen zu tragen? "Schaut her, das sind wir! Die Erben von Firt Walter!" - auch die von dir genannten Spieler bilden eine Tradition. Aber das schmälert ja nicht die Tradition des alten Logos.
Andere Pro-Argumente: Die Identifizierung mit der Vereinsgeschichte wird gestärkt - gerade in den übermordernisierten Zeiten, in denen RedBull einen Verein RasenBall Leipzig führen kann und Werksvereine den Ton angeben halte ich die Besinnung auf Tradition für entscheidend - und da ist die Umgestaltung des Wappens eine in meinen Augen sehr positive Aussage: wir haben unsere Wurzeln in der Vergangenheit, wir stehen dazu! Denn wir sind stolz auf sie - marketingtechnisch kann man dies sehr gut ausnutzen.
Im Herbst/Winter diesen Jahres ist darüber hinaus die Eröffnung des Fritz-Walter-Museums geplant: Tradition pur. Wieder die Aussage: Wir sind stolz auf unsere Vergangenheit! Die Saison-aktion "Traditionsverein seit 1900" schlägt in die selbe Kerbe und bildet somit ein Gesamtkoonzept.
Ich will unser FCK Logo wiederhaben und nicht leichtfertig dem Retro-Modegag einer fehlgeleiteten Agentur folgen.
Unser altes Wappen ein Modegag? Also bitte.
BITTE!! Alle, die das "Traditionslogo" jetzt ganz erfrischend finden und die sich von der "Traditionsverein" Aktion angesprochen fühlen, bitte, denkt darüber nach, was es bedeuten würde, unser langjähriges FCK Logo aufzugeben. Es macht einen Teil unserer Identität aus und hat eine große Geschichte - DAS IST TRADITION.
Ich würde mich auch gegen eine weitere Nutzung des alten FCK-Logos aussprechen - allerdings nicht, weil mir die Identifikation abhanden käme, sondern weil ich es als einmalige Aktion sehe, die nur einmal ein Blickfänger ist und sich auch für ein Jahr wunderbar vermarkten lässt. Und da grundsätzlich nur eine einjährige Nutzung vorhergesehen ist, steht es jedem frei, sich schriftlich, persönlich oder auf der JHV im November an den Verein zu wenden und für die Rückkehr zum alten Wappen zu plädieren.
PS: Wie kann man eigentlich ausgerechnet im Jahr nach der Herzblutkampagne auf die Idee kommen, das Herzblutrot abzuschaffen und es mit dem Rot der Abstiegssaison zu ersetzen?
Auch im Abstiegsjahr war "kampfrot" drin.