Internet Fanclub roteteufel.de

This is a sample guest message. Register a free account today to become a member! Once signed in, you'll be able to participate on this site by adding your own topics and posts, as well as connect with other members through your own private inbox!

Dolchstoß durch den Konsumenten

Ich hab den Artikel auch gelesen...da ist sicher viel Wahres dran. Es ist aber denke ich auch ein Teufelskreis.



Viele haben immer weniger Geld zum konsumieren, daher müssen sie zwangsläufig auf günstige Alternativen zurück greifen.



Wenn ich Politiker höre, die sagen, die Deutschen müßten die Binnennachfrage steigern und mehr ausgeben, dann frag ich mich oft wovon sie dann denn noch machen sollen. Wir hatten in den letzten Jahren doch fast immer nur die Situation, dass die Löhne kaum steigen, die Renten sogar real sinken, und dass wir auch sonst wesentlich mehr für soziale Sicherungssysteme ausgeben müssen.



Woher sollen also viele mehr konsumieren?
 
Ich hab auch mit Erschrecken festgestellt, dass ich oft genauso bin, wie im Artikel beschrieben.

Einerseits rege ich mich auf, über die Lage der Arbeiter außerhalb Deutschlands, andererseits achte ich bei Käufen sehr auf den Preis.



Beim Kauf meines Laptops habe ich immerhin 150 Euro mehr investiert und dafür den Solinger Einzelhandel unterstützt - dafür ist das gute Stück von "Asus"...



Den einzigen Ausweg sehe ich darin, dass die deutschen Arbeitsbedingungen exportiert werden und es zu einer Globalisierung der sozialen Sicherung kommt.
 
Den einzigen Ausweg sehe ich darin, dass die deutschen Arbeitsbedingungen exportiert werden und es zu einer Globalisierung der sozialen Sicherung kommt.


Oder das man nur Produkte "Made in Germany" (und zwar wirklich made! und nicht importiere Einzelteile, die in Deutschland zum ganzen zusammengesetzt werden) kauft und sich so etwas vom Weltmarkt abriegelt, autark wird.



Dies schadet unserer deutschen Wirtschaft auf der anderen Seite jedoch auch wieder, da wir ja "Exportweltmeister" sind.



Es wird echt noch spannend zu sehen, wo es die nächsten 20, 30 Jahre hingeht. Dazu steht im Printspiegel auch ein interessanter Artikel (sogar Titelgeschichte).

Laut Prognose wird das Wirtschaftswachstum in Europa in den nächsten knapp 45 Jahren keine 100% betragen. Andere Regionen/Länder haben ein prognostiziertes Wachstum von 400% (China) oder gar 750 % (Indien).



P.S.: Ich glaube aber kaum, dass es sich die chinesischen, indischen (und wo sie alle herkommen mögen) Arbeiter in 20 Jahren auch noch gefallen lassen werden, dass sie "bis zum geht nicht mehr" ausgebeutet werden. Irgendwann werden die Arbeiter auch in diesen Regionen der Welt eine Gewerkschaft fordern und soziale Sicherungssysteme. Geschichte wiederholt sich.
 
Ja, China und Indien bereiten mir auch Kopfschmerzen.

Dazu kommt noch Brasilien - wenn die ihjr wirtschaftliches Potential besser ausnützen würden...



Eine Autarkie halte ich nicht für prakitkabel - und will es ehrlich gesagt auch nicht.

Merkantilismus ist ein Relit der absolutistischen Monarchie und nicht geeignet für unsere Tage (siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Merkantilismushttp://de.wikipedia.org/wiki/Merkantilismus).



Und Markenstärke ist auch so ne Sache.

Die "Billigprodukte" stehen den "Made in Germany" Artikeln mittlerweile kaum noch in irgendetwas nach.

Nimm mal als Beispiel die Autos.

Da sind asiatische Produkte sogar häufig sicherer, weniger störanfällig als deutsche.
 
Ich glaube aber kaum, dass es sich die chinesischen, indischen (und wo sie alle herkommen mögen) Arbeiter in 20 Jahren auch noch gefallen lassen werden, dass sie "bis zum geht nicht mehr" ausgebeutet werden. Irgendwann werden die Arbeiter auch in diesen Regionen der Welt eine Gewerkschaft fordern und soziale Sicherungssysteme. Geschichte wiederholt sich.


Geschichte mag sich wiederholen, aber sie wiederholt sich nur bei ähnlichen Voraussetzungen.



Ich persönlich glaube nicht, dass sich beispielsweise chinesische Arbeiter in absehbarer Zeit solidarisieren und organisieren. Ich denke, da spricht zum einen das dort vorherrschende Menschenbild dagegen und zum anderen sind grade in China Arbeiter, so wie kaum woanders auf der Erde ziemlich beliebig ersetzbar.



Die die schon jetzt im chinesischen Wirtschftssystem eine fundierte Ausbildung haben, gehören ja auch zu den Gewinnern des Globalisierungsprozesses, aber die, die man gemeinhin als Arbeiter bezeichnet, sind in Massen verfügbar und ersetzbar. Da kräht auch kein Mensch nach, wenn wer von diesen Arbeitern bei der Arbeit stirbt. Mein Bruder war im vergangenen Jahr ein halbes Jahr in China, und erzählte mir wahre Horrorgeschichten von chinesischen Wanderarbeitern auf den dortigen Baustellen. Wenn da einer erschlagen wird von Bauteilen, kräht echt kein Hahn nach...oder er hat mir von fensterputzern an Hochhäusern erzählt die dsich nur mit einem Seil um den Hüften zu den Fenstern abseilen....wenn da jemand nach mehr Sicherheit rufen würde, würde er gefeuert, und es fänden sich 10 Neue, die sich wieder nur mit einem Seil abseilen.
 
Das Problem ist einfach wie weiter oben schon gesagt wurde....es ist halt nicht genug Geld da.



Ich nehm jetzt mal meine Süße und mich als Beispiel.



Wir gehen auch meist Zu Aldi und Lidl und kaufen die günstigen Sachen. Da ist mir auch egal wo die her kommen.



Das hat aber auch nen Grund....



Wir gehen beide Vollzeit arbeiten. Ich im Büro als kaufm. Angestellter und sie in der Krankenpflege. Von unserem Gehalt gehen so viel Steuern usw. ab (Steuerkl. 1), das ist der Hammer. Dann müssen wir ja auch an später denken. Also tun wir was für die private Altersvorsorge - nicht übertrieben...aber so das es einigermassen weiterhilft in X Jahren. Der einzige wahre Luxus den wir haben sind diese beiden: Auto (gebraucht+finanziert) und die Mietwohnung.



Als ich anfing in meiner Firma zu arbeiten gab es noch Weihnachtsgeld (1/2 Gehalt), Juni-Gratifikation (1/2 Gehalt) und jährlich 1-1,5 % Gehaltsanpassung. Tja...das war mal...seit 5 Jahren gab es nix mehr davon. D.h. ich hab ein Defizit....alles wird teurer...Mietwohnung, Benzin, Zigaretten, Versicherungen,Lebensmittel, Fahrkarten (+3% von 2005 auf 2006 und von 2006 auf 2007 nochmal +6% wegen Kürzung staatl. Förderung) etc....aber ich kann es mit nichts auffangen, da ich einfach nicht mehr bekomme. Dann kommt noch folgendes dazu: Ich muss ja auf die Arbeit kommen, das kostet auch Geld...in meinem Fall 100€ im Monat für ne Monatskarte mit Bus und Bahn (einfache Fahrzeit 1 Stunde)...bisher kein Thema...konnte ich als Werbungskosten von der Steuer absetzen...aber nein...das geht jetzt auch nicht mehr...weil es da ja die neue 20km Regelung gibt....



Das Ende vom Lied ist dann, dass wir eben zum sparen gezwungen werden...ohne wenn und aber...



Da ich bei allen Statistiken immer den Bundesdeutschen Durchschnitt widerspiegele, gehe ich davon aus, daß es gaaanz vielen anderen genauso wie mir geht...
 
Zurück
Oben