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Ebay verliert seine Freunde

Chiron

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Das Auktionshaus war der Star der New Economy. Ebay machte Versteigerungen zur Lieblingsbeschäftigung der Deutschen, das Schnäppchen aus dem Internet avancierte zum Party-Thema. Illustrierte gaben in Titelgeschichten Tipps zum schnellen Reichtum durch Ebay. Ausgelesene Bücher, ausgewaschene Kleidung, selbst ausgesuchte Neuware: alles kam unter den virtuellen Hammer. Selbst der 21 Jahre alte Mercedes von Franz Josef Strauß oder der VW Golf, der dem Papst gehörte, als der noch Joseph Ratzinger hieß.



Damit wuchs Ebay zu einem mächtigen Konzern heran. „Zwölf Jahre nach unserem Start sind wir erwachsen geworden“, sagte Vorstandschefin Meg Whitman kürzlich auf einer Hausmesse. Wer erwachsen wird, bekommt Probleme. Und Ebay hat große Probleme. Der Flohmarkt-Hype ist vorbei. Der Kurs der Aktie hat sich seit ihrem Höchststand Ende 2004 fast halbiert - trotz der robusten Gewinne des Konzerns. Es fehlt der Börse die Phantasie für weiteres Wachstum für die Handelsplattform im Internet.



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Quelle
 
Dazu kommt eine Schwierigkeit, die zwangsläufig mit der Erfolgsgeschichte verbunden ist: Je größer und populärer Ebay wurde, desto mehr Verkäufer zog es an. Selbst Arbeitsagenturen finanzierten Ich-AGs mit der Geschäftsidee „Ebay-Powerseller“, ganze Familien ernährten sich durch Versteigerungen am Computer. Die Konkurrenz wurde härter.


Wunderbares Beispiel für den Ablauf, der typisch in einer Marktwirtschaft ist. So bald andere merken, dass man irgendwo gutes Geld verdienen kann, kommen sie und betreten den Markt. Sie setzen da durch den Renditenormalisierungsprozess in Gange und verdrängen damit die Marktteilnehmer, die mit veralteten Strukturen arbeiten. Wenn die Verdrängten aber mithalten wollen, dann müssen sie sich zwangsläufig neue Strategien einfallen lassen. Im Nachhinein nützt uns das allen. Ach wie ich die Marktwirtschaft doch liebe!



In diesem Fall sollte nur Ebay sich auch schleunigst seine Gedanken machen wie man professionelle Anbieter bei der Stange hält, versucht wird es ja schon. Ansonsten wird dort wohl noch mehr der besagte Ramsch vertickt.
 
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