Krönung der Teilzeitprofis
Die aufopferungsvoll kämpfenden Fußballer aus Trinidad & Tobago spielen sich bei der WM in die Herzen der Fans
VON INGO DURSTEWITZ (KAISERSLAUTERN)
Ausgerechnet der schmerzliche Abschied von der Weltbühne ließ die Leichtigkeit zurückkehren, die schlappen Beine liefen urplötzlich von selbst und die müden Augen strahlten wieder in jenem eigentümlichen Glanze. Ein letztes Mal trollten sich die Fußballspieler aus Trinidad & Tobago an diesem lauwarmen Abend in Kaiserslautern zusammen und trotteten geschlossen vor die Fankurve. Erst klatschten sie verhalten in die Hände, dann zogen sie ihre Trikots über den Kopf und schwenkten sie wie Fahnen, sie fassten einander an den Händen und hüpften auf der Stelle - und schließlich tanzten sie so ausgelassen, als stünden sie nicht auf dem Rasen eines Fußballstadions, das Betzenberg genannt wird, sondern an einem karibischen Sandstrand und ließen sich von den Klängen Bob Marleys inspirieren. Sie hatten gerade, zur Erinnerung, mit 0:2 gegen Paraguay verloren und waren somit unerbittlich ausgeschlossen worden von diesen Welttitelkämpfen im Fußballspiel. Verkehrte Welt in der Pfalz.
Die Zuschauer in Kaiserslautern erhoben sich von ihren Sitzen, sie verneigten sich im Stehen vor diesen hingebungsvollen Männern, die zweifelsfrei nicht die besten Ballspieler dieser Erde sind, aber sich durch ihr Lächeln, ihre Lebensfreude und ihren aufopferungsvollen Kampf gegen das Fußball-Establishment einen Platz im Herzen der Menschen gesichert hatten. Später war es natürlich Dwight Yorke, ein großer, alter Mann des Weltfußballs, der stellvertretend für seine Kameraden die überschwänglichen Gefühle in feierliche Worten fassen durfte. "Für uns ist ein Traum wahr geworden, ein Traum, der immer in unserem Herzen bleibt. Die Erinnerung an diese Zeit in Deutschland wird uns und unser Land auch an schlechten Tagen lächeln lassen." Gut gebrüllt, Löwe.
Stolzer Kapitän Dwight Yorke
Ein Pünktchen, null Tore, letzter Tabellenplatz. Was in anderen Ländern zu einer tiefen Depression führen würde, hat auf den kleinen Inseln nordöstlich von Venezuela einen Sturm der Begeisterung ausgelöst. Die 1,3 Millionen Einwohner von Trinidad & Tobago liegen ihren Fußballern, die "Soca Warriors" genannt werden, zu Füßen. Die WM im fernen Deutschland war so etwas wie die Geburtsstunde neuer Helden. Anführer Dwight Yorke, der am Dienstagabend wohl sein letztes Spiel für die Nationalelf bestritten hat, kämpfte nach dem Abpfiff mit den Tränen: "Ich bin so stolz, Kapitän dieser fantastischen Mannschaft zu sein", sagte der frühere Star von Manchester United und adelte die WM als Nonplusultra: "Ich habe in 20 Jahren Profifußball schöne, grandiose und tolle Dinge erlebt, aber diese Zeit hier war einmalig, sie stellt alles in den Schatten, diese WM war die Krönung meiner Karriere." Kurzum: "Wir haben Geschichte geschrieben." Bei so viel Pathos wollte Trainer Leo Beenhakker nicht zurückstehen, auch er fand große Worte: "Wir können das Turnier stolz verlassen." Für den Weltenbummler stellt diese WM auch eine Art Genugtuung dar, weil seine vormals belächelten Spieler den arrivierten Kräften die Stirn geboten haben. "Vorher ging es nur darum, ob wir gegen Schweden 0:4 oder 0:5 und gegen England 0:6 oder 0:8 verlieren - jetzt haben sie Respekt vor uns. Wir haben bewiesen, dass wir mit den Großen des Weltfußballs mithalten können." Beenhakker konnte dies sagen, weil die Teilzeitprofis eine tadellose Einstellung an den Tag legten und in zwei Spielen über sich hinauswuchsen. Ihre fußballerische Klasse ist eher beschränkt, ihr Geld verdienen die meisten Spieler in der zweiten, dritten oder vierten englischen Liga, manche auch in der Heimat oder, wie Evans Wise, bei Waldhof Mannheim in der Oberliga. "Meine Jungs kommen aus Gillingham, Wrexham und Jabloteh, ich wette, da müssen Sie erst mal nachschlagen, wo diese Orte liegen", sagte Beenhakker.
Auch ohne Tor und Sieg gefeiert
Ein wenig erinnerte der Auftritt der Jungs aus Trinidad & Tobago an den der karibischen Nachbarn aus Jamaika bei der WM 1998. Die eroberten damals die Herzen der Franzosen im Sturm und steckten sie mit ihrer natürlichen Lebensfreude an. Jamaika hatte seinerzeit drei Tore geschossen und ein Spiel gewonnen. Trinidad & Tobago benötigte dazu acht Jahre später weder ein Tor noch einen Sieg.
www.fr-aktuell.de
Gerade die ersten Zeilen, Absätze kann man auf den FCK übertragen. Ich hoffe unser Team wird nächste Saison ähnlich begeisternden und "ehrlichen" Fussball spielen. Hoffe zudem, dass die pfeifenden "Fans" aus der West die neue Saison keine Chance mehr haben werden.
Die aufopferungsvoll kämpfenden Fußballer aus Trinidad & Tobago spielen sich bei der WM in die Herzen der Fans
VON INGO DURSTEWITZ (KAISERSLAUTERN)
Ausgerechnet der schmerzliche Abschied von der Weltbühne ließ die Leichtigkeit zurückkehren, die schlappen Beine liefen urplötzlich von selbst und die müden Augen strahlten wieder in jenem eigentümlichen Glanze. Ein letztes Mal trollten sich die Fußballspieler aus Trinidad & Tobago an diesem lauwarmen Abend in Kaiserslautern zusammen und trotteten geschlossen vor die Fankurve. Erst klatschten sie verhalten in die Hände, dann zogen sie ihre Trikots über den Kopf und schwenkten sie wie Fahnen, sie fassten einander an den Händen und hüpften auf der Stelle - und schließlich tanzten sie so ausgelassen, als stünden sie nicht auf dem Rasen eines Fußballstadions, das Betzenberg genannt wird, sondern an einem karibischen Sandstrand und ließen sich von den Klängen Bob Marleys inspirieren. Sie hatten gerade, zur Erinnerung, mit 0:2 gegen Paraguay verloren und waren somit unerbittlich ausgeschlossen worden von diesen Welttitelkämpfen im Fußballspiel. Verkehrte Welt in der Pfalz.
Die Zuschauer in Kaiserslautern erhoben sich von ihren Sitzen, sie verneigten sich im Stehen vor diesen hingebungsvollen Männern, die zweifelsfrei nicht die besten Ballspieler dieser Erde sind, aber sich durch ihr Lächeln, ihre Lebensfreude und ihren aufopferungsvollen Kampf gegen das Fußball-Establishment einen Platz im Herzen der Menschen gesichert hatten. Später war es natürlich Dwight Yorke, ein großer, alter Mann des Weltfußballs, der stellvertretend für seine Kameraden die überschwänglichen Gefühle in feierliche Worten fassen durfte. "Für uns ist ein Traum wahr geworden, ein Traum, der immer in unserem Herzen bleibt. Die Erinnerung an diese Zeit in Deutschland wird uns und unser Land auch an schlechten Tagen lächeln lassen." Gut gebrüllt, Löwe.
Stolzer Kapitän Dwight Yorke
Ein Pünktchen, null Tore, letzter Tabellenplatz. Was in anderen Ländern zu einer tiefen Depression führen würde, hat auf den kleinen Inseln nordöstlich von Venezuela einen Sturm der Begeisterung ausgelöst. Die 1,3 Millionen Einwohner von Trinidad & Tobago liegen ihren Fußballern, die "Soca Warriors" genannt werden, zu Füßen. Die WM im fernen Deutschland war so etwas wie die Geburtsstunde neuer Helden. Anführer Dwight Yorke, der am Dienstagabend wohl sein letztes Spiel für die Nationalelf bestritten hat, kämpfte nach dem Abpfiff mit den Tränen: "Ich bin so stolz, Kapitän dieser fantastischen Mannschaft zu sein", sagte der frühere Star von Manchester United und adelte die WM als Nonplusultra: "Ich habe in 20 Jahren Profifußball schöne, grandiose und tolle Dinge erlebt, aber diese Zeit hier war einmalig, sie stellt alles in den Schatten, diese WM war die Krönung meiner Karriere." Kurzum: "Wir haben Geschichte geschrieben." Bei so viel Pathos wollte Trainer Leo Beenhakker nicht zurückstehen, auch er fand große Worte: "Wir können das Turnier stolz verlassen." Für den Weltenbummler stellt diese WM auch eine Art Genugtuung dar, weil seine vormals belächelten Spieler den arrivierten Kräften die Stirn geboten haben. "Vorher ging es nur darum, ob wir gegen Schweden 0:4 oder 0:5 und gegen England 0:6 oder 0:8 verlieren - jetzt haben sie Respekt vor uns. Wir haben bewiesen, dass wir mit den Großen des Weltfußballs mithalten können." Beenhakker konnte dies sagen, weil die Teilzeitprofis eine tadellose Einstellung an den Tag legten und in zwei Spielen über sich hinauswuchsen. Ihre fußballerische Klasse ist eher beschränkt, ihr Geld verdienen die meisten Spieler in der zweiten, dritten oder vierten englischen Liga, manche auch in der Heimat oder, wie Evans Wise, bei Waldhof Mannheim in der Oberliga. "Meine Jungs kommen aus Gillingham, Wrexham und Jabloteh, ich wette, da müssen Sie erst mal nachschlagen, wo diese Orte liegen", sagte Beenhakker.
Auch ohne Tor und Sieg gefeiert
Ein wenig erinnerte der Auftritt der Jungs aus Trinidad & Tobago an den der karibischen Nachbarn aus Jamaika bei der WM 1998. Die eroberten damals die Herzen der Franzosen im Sturm und steckten sie mit ihrer natürlichen Lebensfreude an. Jamaika hatte seinerzeit drei Tore geschossen und ein Spiel gewonnen. Trinidad & Tobago benötigte dazu acht Jahre später weder ein Tor noch einen Sieg.
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Gerade die ersten Zeilen, Absätze kann man auf den FCK übertragen. Ich hoffe unser Team wird nächste Saison ähnlich begeisternden und "ehrlichen" Fussball spielen. Hoffe zudem, dass die pfeifenden "Fans" aus der West die neue Saison keine Chance mehr haben werden.