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Eine Geschichte über Tomaten

Jonny

Well-Known Member
Für eine Handvoll Tomaten



In der Wüste von Almería, einst Filmkulisse für Spaghetti-Western, wächst Discount-Gemüse für Europa



von Pierre Daum



http://www.monde-diplomatique.de/pm/2010/03/12.mondeText.artikel,a0060.idx,20http://www.monde-diplomatique.de/pm/2010/03/12.mondeText.artikel,a0060.idx,20



Wollts posten, weils mich an ein, zwei Beiträge von rmpa erinnert hat. Vielleicht interessiert es ja jemanden. Es gibt viele "politische" Fragen...



Würd jedoch eine unpolitische Frage in die Runde werfen wollen:

Was ist in 20 Jahren, wenn keiner mehr weiß, wie Tomaten (Äpfel, Papaya, Orangen, etc.) eigentlich schmecken sollten? Ich meine: Wir verlieren auf Dauer, ja fast unumkehrbar, an Lebensqualität ohne Ende, nur um ein paar Cent pro Tomate zu sparen?
 
Würd jedoch eine unpolitische Frage in die Runde werfen wollen:

Was ist in 20 Jahren, wenn keiner mehr weiß, wie Tomaten (Äpfel, Papaya, Orangen, etc.) eigentlich schmecken sollten? Ich meine: Wir verlieren auf Dauer, ja fast unumkehrbar, an Lebensqualität ohne Ende, nur um ein paar Cent pro Tomate zu sparen?


Was soll dann groß passieren? Es gibt immer noch Pizza mit T-Sauce und auf nem guten Hamburger liegt auch eine darauf.



Hast natürlich Recht fall's du darauf anspielst wer sich sowas dann noch leisten kann.



Selbst meine Generation (80er) weiss doch schon nicht mehr wie die "Originale" schmecken.



Hab mal ne Doku über "Fastfood bewertet von Sterneköchen" gesehen. Dort meinte der Sternekoch (Laafer war es glaube ich): Wenn ich meinen Gästen eine Hühnchen vorsetze, welches 2 Jahre mit dem Bestem vom Besten gefüttert wurde und von mir perfekt zubereitet wird, bekomme ich meist die Antwort das Fleisch wäre tocken und zäh gewesen. Liegt an der Geschmacksverwirrung der Menschen. Denn diese sind es gewöhnt nur 1/2 jähriges Hünchen zu essen. Man bekommt ja auch nur Hünchen zu kaufen welches max. ein halbes Jahr alt ist.



Es wird sich im Verhalten nix ändern, es können sich aber wahrscheinlich nur die Besserverdienden oder Selbstversorger "echte Tomaten" leisten.



Ich bin 30, und kann mich nur ganz dunkel an gutenTomatengeschmack erinnern. (Lang, lang ist her. Mit den Eltern im Urlaub)
 
Stellt euch Tomatenpflanzen auf den Balkon oder in den Garten! So gut!
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Ich empfehle hierzu den Film "We feed the world".



Sehr interessanter Dokumentarfilm, in dem immer wieder Jean Ziegler (ehem. UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung) zu Wort kommt.
 
Ich glaube nicht, dass es darum geht, wer sich sowas dann noch leisten kann, sondern, dass der Geschmack von Obst, Gemüse etc. sich ändern wird (@ Hybridgemüse).



Passend dazu ein guter Film: We feed the world
 
Was soll dann groß passieren? Es gibt immer noch Pizza mit T-Sauce und auf nem guten Hamburger liegt auch eine darauf.


Hast natürlich Recht fall's du darauf anspielst wer sich sowas dann noch leisten kann

Es wird sich im Verhalten nix ändern, es können sich aber wahrscheinlich nur die Besserverdienden oder Selbstversorger "echte Tomaten" leisten.



Ich bin 30, und kann mich nur ganz dunkel an gutenTomatengeschmack erinnern. (Lang, lang ist her. Mit den Eltern im Urlaub)


Mir gings nicht direkt darum, wer sich richtige Tomaten noch leisten wird können. Aber wenn wir schon dabei sind: Ich denke, weil alles billiger werden muss, werden sich immer mehr Leute die normalen Sachen (also Lebensmittel mit Geschmack) nicht mehr leisten können. Im Artikel ist doch gut beschrieben, dass die Kraftfahrer (und andere am Produktionsprozess beteiligten) immer öfter aus Billig-Lohn-Ländern kommen. Dadurch haben die "Ziel-Verbraucher" (also ganz Europa) weniger Lohneinnahmen und können sich eben nur noch diese Tomaten leisten. Sicher total vereinfacht dargestellt von mir, aber so ähnlich geht der Teufelskreis, die Abwärtsspirale doch. Und "Geiz ist geil" regiert doch das ganze Wirtschaftssystem ... bis auf ein paar wenige, die richtig gut damit verdienen, dass das System so ist (entschuldigt den Begriff des Systems, wir sind am Ende schließlich alle dran schuld, dass es so ist, wie es ist).
 
das beste beispiel sind immer die gurken, die wir alle so in den supermärkten kaufen. schön grade, gleichmässig dunkelgrün, innen sanft und weich.

wer von euch mal an einem markt vorbeikommt, biobauer, oma im garten etc: esst mal so eine gurke. die aussen pickelchen hat, auch mal helle streifen aussen haben, die kerne haben - unglaublich aber: die schmecken nach gurke.

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Stellt euch Tomatenpflanzen auf den Balkon oder in den Garten! So gut!
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Und bei dem da

http://www.oekokiste-schwarzach.de/...ts&id=1250243014&archive=&start_from=&ucat=2&http://www.oekokiste-schwarzach.de/aktuell/news.php?subaction=showcomments&id=1250243014&archive=&start_from=&ucat=2&

kriegt man jede Menge unterschiedlicher Sorten, von vioeltten bis zu gelben haarigen Dingern.



Und wenn dann noch mal einer sagt es gäbe den Geschmack "des Originals" -- es gibt sogar bei Tomaten so viele unterschiedliche Geschmäcker ....
 
Geiz ist geil, leider... Den hohen Lebensmittelstandard den wir hier in Deutschland gewöhnt sind, werden wir nicht halten können.
"We feed the world"-> http://www.youtube.com/watch?v=CSRqr6U3qs8http://www.youtube.com/watch?v=CSRqr6U3qs8



Edit: Den Film hatte fck_Lunae ja schon gepostet sehe ich grade, also anschauen
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Ja, aber Klinge war noch einen Tick schneller.
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Dass der aber auch immer alles schreiben muss...
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das beste beispiel sind immer die gurken, die wir alle so in den supermärkten kaufen. schön grade, gleichmässig dunkelgrün, innen sanft und weich.
wer von euch mal an einem markt vorbeikommt, biobauer, oma im garten etc: esst mal so eine gurke. die aussen pickelchen hat, auch mal helle streifen aussen haben, die kerne haben - unglaublich aber: die schmecken nach gurke.

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Ich freu mich schon auf die Gurken ausm heimischen Garten!
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Auch ein Beispiel aus "We feed the world": Fische.



Wir (auch ich) kaufen in großen Mengen den Fisch, der dann beispielsweise als "Schlemmerfilet" o.ä. für erschreckend wenig Geld im Supermarkt zu haben ist, und wo nur die Panade nach irgendwas schmeckt - der Fisch nach gar nichts. Wie bekommt man am besten möglichst viel Fisch zu möglichst geringen Kosten? Indem man diese riesigen Fabriken (die man kaum noch "Schiffe" nennen kann) auf die Reise schickt, die an einem Tag mehr fangen, als der nicht-industrielle Fischer in nem Jahr. Das trifft alle Fischer weltweit (auch in Deutschland, Frannkreich), die erstens ihren besser schmeckenden (!) und frischen (!) Fisch teurer verkaufen müssen und zweitens immer größere Probleme haben, noch Fische an Land zu ziehen.

In den Industriestaaten ist das piepegal, das belastet dann höchstens die Arbeitslosenstatistik. Aber in Ländern, in denen 90% der Menschen mit Job in der Landwirtschaft (wo sie sich im ruinösen Wettbewerb mit subventionierten EU- und USA-Produkten befinden) oder als Fischer arbeiten, sorgt das für riesige Probleme.

Wenn der somalische Fischer mit seiner Nussschale gar nicht mehr so weit fahren kann, wie er müsste, um überhaupt etwas fischen zu können, und daran die Existenz der ganzen Familie hängt, dann ist der Schritt zum "Piraten" nicht mehr weit - im Gegensatz zu Jobs gibt es (der modernen und globalisierten Welt sei Dank) schließlich genug Waffen (made in USA, made in China, made in Russia und made in Baden-Württemberg) in Somalia...
 
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