redskin
Well-Known Member
Ob das auch auf Fußball übertragbar ist???
(Wenn ja, sollte der FCK seine Heimspiele vielleicht passenderweise auf dem Erbsenberg austragen...
)
SPORT-PSYCHOLOGIE
Erfolg macht Bälle größer
Warum nur, fragen sich tausende Sportler Tag für Tag, treffen manche Spieler den Ball besser als andere? Psychologen haben jetzt zumindest einen Grund entdeckt: Für den Erfolgreichen sind die Bälle größer.
Notorische Neider haben es ja schon immer gewusst: Wenn Konkurrenten mehr Erfolg haben, kann nur ein Trick dahinter stecken. Manche Ballsportler etwa treffen ihr Spielgerät mit einer solchen Genauigkeit, dass es scheint, sie spielten mit größeren Bällen als die anderen.
Stimmt, wie Psychologen jetzt bestätigen. Die Bälle erscheinen wirklich größer - allerdings nicht nur den Neidern, sondern auch und vor allem den Treffsicheren. Jessica Witt und Dennis Proffitt von der University of Virginia in Charlottesville haben Hobbysportler untersucht. Das Ergebnis: Baseballspieler mit einer Erfolgsserie nehmen den Ball sehr viel größer wahr als Spieler, die öfter mal daneben langen.
Damit sind Berichte verschiedener Profis bestätigt, die freimütig über den Ball, ihren großen Freund, berichtet haben - offenbar ohne Angst, von den Kollegen für verrückt gehalten zu werden. "Wenn man den Ball gut trifft, kommt er auf einen zu und sieht aus wie eine Grapefruit", meinte etwa George Scott von den Red Sox, dem berühmten Bostoner Baseball-Club. "Wenn nicht, sieht er eher aus wie eine weiße Bohne."
Ball ist nicht gleich Ball
Es sind übrigens nicht nur Baseballprofis, die während der Arbeit Zitrus- und Hülsenfrüchte auf sich zufliegen sehen. Auch Tennisspieler, Golfer und Basketballspieler berichten über Ähnliches, schreiben Witt und Profitt im Fachblatt "Psychological Science" (Bd. 16, Nr. 12).
Also versuchten die Forscher zu klären, ob das seltsame Phänomen auf einem allgemeinen psychologischen Mechanismus beruht. Sie fragten 47 Hobby-Baseballspieler im Alter von 21 bis 56 Jahren direkt nach einem Spiel, was sie auf dem Feld so alles gesehen haben.
Die Sportler sollten auf einer Abbildung mit acht verschieden großen schwarzen Kreisen denjenigen auswählen, dessen Größe ihrer Ansicht nach dem eines Baseballs entsprach. Das Ergebnis: Wer im Spiel gut getroffen hatte, wählte größere Kreise als Spieler, die mit ihrem Schläger weniger gut umzugehen wussten. Alter und Geschlecht hatten keinen Einfluss auf den Effekt. Womit sich auch Folgestudien erledigt haben dürften, die klären wollen, ob Parklücken auf Männer größer wirken.
Erfolg durch Wahrnehmung oder umgekehrt?
Die Forscher glauben, dass der Effekt ein bereits bekanntes Phänomen widerspiegelt: Je schwieriger eine Aufgabe ist, desto stärker verzerrt sich die Wahrnehmung. Dem Wanderer etwa erscheint ein Ziel weiter entfernt oder ein Hügel sehr viel steiler, wenn er einen schweren Rucksack schleppen muss. Für Reich und Arm gilt dasselbe: Eine Münze erscheint einem Reichen sehr viel kleiner als einem Armen.
Für Baseballspieler gilt also: Bei einer Pechsträhne steigert sich das Gefühl, sich mehr anstrengen zu müssen, weshalb der Ball schrumpft. Die Frage, die alle Neider umtreibt, bleibt allerdings offen: Was war zuerst da? Der große Ball oder der Erfolg? Denn ob die Treffsicheren so gut sind, weil der Ball für sie schon immer größer war, oder erst der Erfolg den Ball wachsen lässt, wissen auch die Psychologen nicht.
Markus Becker
Quelle: www.spiegel.de
(Wenn ja, sollte der FCK seine Heimspiele vielleicht passenderweise auf dem Erbsenberg austragen...
SPORT-PSYCHOLOGIE
Erfolg macht Bälle größer
Warum nur, fragen sich tausende Sportler Tag für Tag, treffen manche Spieler den Ball besser als andere? Psychologen haben jetzt zumindest einen Grund entdeckt: Für den Erfolgreichen sind die Bälle größer.
Notorische Neider haben es ja schon immer gewusst: Wenn Konkurrenten mehr Erfolg haben, kann nur ein Trick dahinter stecken. Manche Ballsportler etwa treffen ihr Spielgerät mit einer solchen Genauigkeit, dass es scheint, sie spielten mit größeren Bällen als die anderen.
Stimmt, wie Psychologen jetzt bestätigen. Die Bälle erscheinen wirklich größer - allerdings nicht nur den Neidern, sondern auch und vor allem den Treffsicheren. Jessica Witt und Dennis Proffitt von der University of Virginia in Charlottesville haben Hobbysportler untersucht. Das Ergebnis: Baseballspieler mit einer Erfolgsserie nehmen den Ball sehr viel größer wahr als Spieler, die öfter mal daneben langen.
Damit sind Berichte verschiedener Profis bestätigt, die freimütig über den Ball, ihren großen Freund, berichtet haben - offenbar ohne Angst, von den Kollegen für verrückt gehalten zu werden. "Wenn man den Ball gut trifft, kommt er auf einen zu und sieht aus wie eine Grapefruit", meinte etwa George Scott von den Red Sox, dem berühmten Bostoner Baseball-Club. "Wenn nicht, sieht er eher aus wie eine weiße Bohne."
Ball ist nicht gleich Ball
Es sind übrigens nicht nur Baseballprofis, die während der Arbeit Zitrus- und Hülsenfrüchte auf sich zufliegen sehen. Auch Tennisspieler, Golfer und Basketballspieler berichten über Ähnliches, schreiben Witt und Profitt im Fachblatt "Psychological Science" (Bd. 16, Nr. 12).
Also versuchten die Forscher zu klären, ob das seltsame Phänomen auf einem allgemeinen psychologischen Mechanismus beruht. Sie fragten 47 Hobby-Baseballspieler im Alter von 21 bis 56 Jahren direkt nach einem Spiel, was sie auf dem Feld so alles gesehen haben.
Die Sportler sollten auf einer Abbildung mit acht verschieden großen schwarzen Kreisen denjenigen auswählen, dessen Größe ihrer Ansicht nach dem eines Baseballs entsprach. Das Ergebnis: Wer im Spiel gut getroffen hatte, wählte größere Kreise als Spieler, die mit ihrem Schläger weniger gut umzugehen wussten. Alter und Geschlecht hatten keinen Einfluss auf den Effekt. Womit sich auch Folgestudien erledigt haben dürften, die klären wollen, ob Parklücken auf Männer größer wirken.
Erfolg durch Wahrnehmung oder umgekehrt?
Die Forscher glauben, dass der Effekt ein bereits bekanntes Phänomen widerspiegelt: Je schwieriger eine Aufgabe ist, desto stärker verzerrt sich die Wahrnehmung. Dem Wanderer etwa erscheint ein Ziel weiter entfernt oder ein Hügel sehr viel steiler, wenn er einen schweren Rucksack schleppen muss. Für Reich und Arm gilt dasselbe: Eine Münze erscheint einem Reichen sehr viel kleiner als einem Armen.
Für Baseballspieler gilt also: Bei einer Pechsträhne steigert sich das Gefühl, sich mehr anstrengen zu müssen, weshalb der Ball schrumpft. Die Frage, die alle Neider umtreibt, bleibt allerdings offen: Was war zuerst da? Der große Ball oder der Erfolg? Denn ob die Treffsicheren so gut sind, weil der Ball für sie schon immer größer war, oder erst der Erfolg den Ball wachsen lässt, wissen auch die Psychologen nicht.
Markus Becker
Quelle: www.spiegel.de