Neue Hoffnung im Abstiegskampf – Wolfgang Wolf: „Der FCK lebt wieder“
12.02.2006 Erleichterung pur: FCK-Trainer Wolfgang Wolf bejubelt den Sieg in Bremen
Die Freude beim 1. FC Kaiserslautern war riesengroß. FCK-Trainer Wolfgang Wolf strahlte über das ganze Gesicht, Torhüter Jürgen Macho nahm Daniel Halfar Huckepack und trug ihn ausgelassen durch das Bremer Weserstadion. Emotionen pur nach dem unerwarteten 2:0-Erfolg beim Champions-League-Teilnehmer Werder Bremen, dem zweiten Auswärtssieg in dieser Saison, der zugleich die erste Heimniederlage für die Hanseaten bedeutete. Wolfgang Wolfs Fazit war eindeutig: „Der FCK lebt wieder.“
In der ersten Halbzeit hatten Kapitän Marco Engelhardt (4.) und Halil Altintop (31.) noch beste Konterchancen ausgelassen, in der zweiten Halbzeit war es erneut der eingewechselte Youngster Daniel Halfar, der das Spiel maßgeblich beeinflusste. Der belebend agierende Mihael Mikiæ leitete dann in der 71. Minute den Führungstreffer ein, Halfar legte Boubacar Sanago mit einer butterweichen Flanke das 1:0-Führung auf. Und auch beim 2:0 war es der 18-jährige Halfar, der in den Lauf des Spielers von der Elfenbeinküste legte, der jedoch freistehend den Ball an den Pfosten setzte, bevor Ervin Skela reaktionsschnell für die endgültige Entscheidung sorgte. Die Achterbahnfahrt der Gefühle in dieser Sekunde beschrieb Wolfgang Wolf: „Wenn ich sehe, wie Boubacar Sanogo die Chance zum 2:0 auslässt – da wären mir sämtliche Haare ausgefallen, wenn Ervin Skela den Ball nicht reingemacht hätte.“.
Die gesamte Mannschaft bestach an diesem Nachmittag durch eine konzentrierte und kämpferisch starke Leistung, die am Ende mit drei Punkten belohnt wurde. Angefangen von Torhüter Jürgen Macho, der ein ums andere Mal Aktionen der Bremer entschärfte, über den jungen Fabian Schönheim, der abgebrüht die Entfaltung von Ivan Klasnic und Nelson Valdez behinderte, Ingo Hertzsch, der sich zweikampfstark präsentierte, und den kopfballstarken Mathieu Beda, bis hin zum Slowaken Balázs Borbély, der ein gutes Debüt feierte und den stets bemühten Boubacar Sanogo im Sturm. Und Teamwork war Trumpf!
Wolfgang Wolf äußerte nach dem Schlusspfiff zufrieden: „Es hat ja schon keiner mehr mit uns gerechnet. Ich habe nach dem 2:2 gegen Köln gesagt, wir müssen jetzt auswärts mal überraschen und das haben wir heute geschafft. Ich habe zu der Mannschaft in der Halbzeit gesagt: ´Hier ist was drin, glaubt an Euch und spielt nach vorne. Versucht ein Tor zu machen und diszipliniert weiter zu spielen. Dann bekommt Bremen Probleme, dann können wir mit ein wenig Glück einen Punkt holen. An einen möglichen Sieg habe ich da noch gar nicht gedacht.“
Jürgen Macho zog ebenfalls ein positives Fazit: „Wir haben heute eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt. Ich habe meinen Teil dazu beigetragen, aber als Matchwinner fühle ich mich nicht. Ich habe versucht, der Mannschaft Rückhalt zu geben. Die drei Punkte sind für uns lebensnotwendig, aber wir haben nächste Woche schon wieder ein schweres Spiel gegen Bielefeld, das müssen wir gewinnen, sonst hatte der heutige Sieg keinen Wert. Aber ich denke mal, wir sind auf dem richtigen Weg. Wir haben in den vergangenen Wochen schlecht gespielt und heute ist auch mal das Glück zu uns zurückgekehrt.“
Dabei spielte der FCK-Keeper auf die Szene in der 78. Minute an, als Ervin Skela einen Kopfball von Patrick Owomoyela erst hinter der Linie klären konnte. Doch das Schiedsrichter-Gespann übersah den Treffer und entschied auf Weiterspielen. „Das war ein klares Tor, da haben wir Glück gehabt“, erläuterte Wolfgang Wolf die Szene, nahm zugleich aber den Schiedsrichter-Assistenten in Schutz: „Da hat es der Linienrichter schwer, weil die zwei Spieler am Pfosten ihm die Sicht versperren.“ „Das war vielleicht auch ein bisschen ausgleichende Gerechtigkeit“, so Ervin Skela.
Daniel Halfar freute sich, vertraute Gesichter im Team wieder zu sehen. „Es ist schön, wenn einige ehemalige A-Jugend-Kollegen hier mitspielen dürfen. Das ist gut für uns, wenn wir das Geschehen im Abstiegskampf mitbestimmen können.“
Ein ehemaliger Lauterer hatte an diesem Nachmittag hingegen wenig Grund zum lachen. Tim Wiese, der aufgrund der Verletzung von Andreas Reinke sein Heimdebüt gab, war enttäuscht: „Ich bin fest davon ausgegangen, dass wir heute gewinnen. Wir spielen auf ein Tor, aber wenn man nicht trifft, darf man sich über eine Niederlage nicht wundern.“
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