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DFL: Nach- Lizenzierung ab Oktober – Eine Million Geldbuße und neun Punkte Abzug drohen
Finanz- Jongleuren geht’s nun an den Kragen!
1 Die DFL zieht die Reißleine.
Mit Beginn der neuen Saison am 11. August wird ein Nach* Lizenzierungsverfahren eingeführt. Das Ziel: Vereine, die sich mit Beginn der Saison in der am 31. August endenden Transferperiode I durch Spieler- Verpflichtungen weiter verschulden und nicht an bei der Lizenzvergabe erhobene Aufl agen halten, sollen schon im Oktober bestraft werden. Mit Geldbußen bis zu einer Million Euro und dem Abzug von bis zu neun Punkten! „ Der Arbeitskreis Finanzen sieht unisono die Notwendigkeit einer Lizenzierungsnachschau“, meint DFL- Finanz- Geschäftsführer Christian Müller. Dem Arbeitskreis unter Führung von DFL- Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser ( Bayer Leverkusen) und DFL- Vorstandsmitglied Peter Peters ( Schalke 04) gehören 13 Experten von 12 Profi klubs an.
Nachdem Borussia Dortmund Ende 2004 vor der Überschuldung stand, 1860 München im April von drohender Insolvenz sprach, Schalke 04 nur mit Privatkrediten über die Runden kam, die Schulden von Hertha BSC in einem Jahr um 15 Millionen auf fast 50 Millionen Euro angestiegen sind und der Verein schon heute bei konservativer Betrachtung ein Minus am Ende der kommenden Saison sieht, will die DFL jetzt stringent vorgehen.
Zuletzt haben Manager wirtschaftlich erfolgreicher Klubs aufbegehrt. Auf der Liga- Tagung am nächsten Freitag soll Tacheles geredet werden. Denn das Lizenzierungsverfahren, europaweit als beispielhaft angesehen, ist im Grunde nur ein Papiertiger. Weil es allein die Liquidität und nicht auch die Vermögenslage berücksichtigt. Deshalb hat im Jahr 2005 kein Klub gegen die Finanzaufl agen verstoßen, obwohl mehrere Vereine schon den Wechsel auf die Zukunft gezogen und Gelder kassiert haben, für die sie erst in späteren Jahren Gegenleistung erbringen müssen.
Diesem bösen Spiel der Finanz* Jongleure mit nachfolgenden Generationen in den Führungsetagen der Klubs soll es über die Nach- Lizenzierung nun an den Kragen gehen! Auch wegen einer Wettbewerbs- Gerechtigkeit. Da die Liga entgegen weit verbreiteter Meinung aus arbeitsrechtlichen Gründen Vertragsabschlüsse in den Transferperioden I und II im Sommer und in der Winterpause nicht verhindern kann („ Wir würden wohl jeden Rechtsstreit verlieren“, so Müller), soll bei Neuverschuldung durch Transfers umgehend sanktioniert werden.
Tatsächlich hat die Liga noch nie einen Transfer verhindert. Müller redet von „ Finanzdoping“, wenn Vereine im Vorgriff auf Einnahmen in folgenden Jahren über Spielerverpfl ichtungen den Wettbewerb verzerren. Klubs wie Mainz, Frankfurt, Freiburg oder Mönchengladbach, das gerade einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 4,8 Millionen Euro ausgewiesen hat, obwohl die Voraussetzungen gewiss nicht einfacher als in Berlin sind, spricht Müller aus dem Herzen.
Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen begrüßt die Nach- Lizenzierung. „ Über das Lizenzierungsverfahren muss man nicht mehr reden, seit Dortmund trotz massiver Neuverschuldung die Lizenz bekam. Vielleicht sorgt die neue Maßnahme für einen faireren Wettbewerb. Sanktionen sind wichtig, denn: Wir Manager sind mehrheitlich einfach nur schlecht!“ Bruchhagen, der die einst marode Eintracht in drei Jahren wieder auf die Beine gestellt hat, ist im Moment angefressen. „ Wir haben 5,5 Millionen Euro auf der hohen Kante und fi nden keinen Spieler, der uns weiter bringt, ohne unser Gehaltsgefüge zu zerstören; keiner unserer Spieler durchstößt die Millionengrenze.“ Frankfurt wollte Nelson Valdez aus Bremen holen. Fünf Millionen Ablöse und 2,5 Millionen Euro Gehalt schreckten Bruchhagen ab. Dortmund kämpft weiter um Valdez. Bruchhagen: „ Was ist das für ein Wettbewerb, in dem man nur über ruinöse Finanzpolitik in die Spitze verstoßen kann? Deshalb haben wir uns im Augenblick aus dem Transfermarkt verabschiedet.“ RAINER FRANZKE
Finanz- Jongleuren geht’s nun an den Kragen!
1 Die DFL zieht die Reißleine.
Mit Beginn der neuen Saison am 11. August wird ein Nach* Lizenzierungsverfahren eingeführt. Das Ziel: Vereine, die sich mit Beginn der Saison in der am 31. August endenden Transferperiode I durch Spieler- Verpflichtungen weiter verschulden und nicht an bei der Lizenzvergabe erhobene Aufl agen halten, sollen schon im Oktober bestraft werden. Mit Geldbußen bis zu einer Million Euro und dem Abzug von bis zu neun Punkten! „ Der Arbeitskreis Finanzen sieht unisono die Notwendigkeit einer Lizenzierungsnachschau“, meint DFL- Finanz- Geschäftsführer Christian Müller. Dem Arbeitskreis unter Führung von DFL- Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser ( Bayer Leverkusen) und DFL- Vorstandsmitglied Peter Peters ( Schalke 04) gehören 13 Experten von 12 Profi klubs an.
Nachdem Borussia Dortmund Ende 2004 vor der Überschuldung stand, 1860 München im April von drohender Insolvenz sprach, Schalke 04 nur mit Privatkrediten über die Runden kam, die Schulden von Hertha BSC in einem Jahr um 15 Millionen auf fast 50 Millionen Euro angestiegen sind und der Verein schon heute bei konservativer Betrachtung ein Minus am Ende der kommenden Saison sieht, will die DFL jetzt stringent vorgehen.
Zuletzt haben Manager wirtschaftlich erfolgreicher Klubs aufbegehrt. Auf der Liga- Tagung am nächsten Freitag soll Tacheles geredet werden. Denn das Lizenzierungsverfahren, europaweit als beispielhaft angesehen, ist im Grunde nur ein Papiertiger. Weil es allein die Liquidität und nicht auch die Vermögenslage berücksichtigt. Deshalb hat im Jahr 2005 kein Klub gegen die Finanzaufl agen verstoßen, obwohl mehrere Vereine schon den Wechsel auf die Zukunft gezogen und Gelder kassiert haben, für die sie erst in späteren Jahren Gegenleistung erbringen müssen.
Diesem bösen Spiel der Finanz* Jongleure mit nachfolgenden Generationen in den Führungsetagen der Klubs soll es über die Nach- Lizenzierung nun an den Kragen gehen! Auch wegen einer Wettbewerbs- Gerechtigkeit. Da die Liga entgegen weit verbreiteter Meinung aus arbeitsrechtlichen Gründen Vertragsabschlüsse in den Transferperioden I und II im Sommer und in der Winterpause nicht verhindern kann („ Wir würden wohl jeden Rechtsstreit verlieren“, so Müller), soll bei Neuverschuldung durch Transfers umgehend sanktioniert werden.
Tatsächlich hat die Liga noch nie einen Transfer verhindert. Müller redet von „ Finanzdoping“, wenn Vereine im Vorgriff auf Einnahmen in folgenden Jahren über Spielerverpfl ichtungen den Wettbewerb verzerren. Klubs wie Mainz, Frankfurt, Freiburg oder Mönchengladbach, das gerade einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 4,8 Millionen Euro ausgewiesen hat, obwohl die Voraussetzungen gewiss nicht einfacher als in Berlin sind, spricht Müller aus dem Herzen.
Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen begrüßt die Nach- Lizenzierung. „ Über das Lizenzierungsverfahren muss man nicht mehr reden, seit Dortmund trotz massiver Neuverschuldung die Lizenz bekam. Vielleicht sorgt die neue Maßnahme für einen faireren Wettbewerb. Sanktionen sind wichtig, denn: Wir Manager sind mehrheitlich einfach nur schlecht!“ Bruchhagen, der die einst marode Eintracht in drei Jahren wieder auf die Beine gestellt hat, ist im Moment angefressen. „ Wir haben 5,5 Millionen Euro auf der hohen Kante und fi nden keinen Spieler, der uns weiter bringt, ohne unser Gehaltsgefüge zu zerstören; keiner unserer Spieler durchstößt die Millionengrenze.“ Frankfurt wollte Nelson Valdez aus Bremen holen. Fünf Millionen Ablöse und 2,5 Millionen Euro Gehalt schreckten Bruchhagen ab. Dortmund kämpft weiter um Valdez. Bruchhagen: „ Was ist das für ein Wettbewerb, in dem man nur über ruinöse Finanzpolitik in die Spitze verstoßen kann? Deshalb haben wir uns im Augenblick aus dem Transfermarkt verabschiedet.“ RAINER FRANZKE