Internet Fanclub roteteufel.de

This is a sample guest message. Register a free account today to become a member! Once signed in, you'll be able to participate on this site by adding your own topics and posts, as well as connect with other members through your own private inbox!

Für die Welt wird's etwas eng

Mathias

Active Member
-Jessica Altherr über zu wenig Betten in Kaiserslautern



Kaiserslautern putzt sich gerade heraus. Die Schaufensterdekorateure haben sich ganz König Fussball verschrieben. Sogar mein Metzger um die Ecke ist auf den Weltmeisterschafts-Zug aufgesprungen und hat statt Eisbein und Salami nun Kunstrasen, Plastikfussbälle und bunte Fahnen in der Auslage. Was die Lauterer aber viel mehr als das merken ist, dass an jeder möglichen und unmöglichen Ecke gebuddelt wird. Ich hoffe nur, dass mich mein subjektiver Eindruck trügt, der da lautet: Je näher die WM, desto größer das Loch. Aber es sind ja noch 51 Tage...



Eine Dauerbaustelle wird auf jeden Fall aber nicht mehr vor dem ersten Anpfiff auf dem Betzenberg fertig. Wobei das Wort Baustelle ja impliziert, dass an jener Stelle gebaut wird. Das kann man von dem halbgaren Gebäude m Herzen der Stadt nun länger nicht mehr sagen. Ein Tipp: Wollen Sie sehen, wie es einem Lauterer die Zornesröte ins Gesicht treibt, dann sagen sie nur: "Stiftsplatz-Hotel". Dieser oft auch mal "Schandfleck" oder einfach nur "Ruine" genannte Bau sorgt schon seit langem für viel Aufregung und Unmut. Nur seinen ursprünglichen Zweck erfüllt er nicht.



Was doppelt bitter ist, weil zum einen ohne Christos Hilfe stadtbildmäßig vor den Spielen kaum noch was zu retten ist und zum anderen das Hotel - wenn denn fertig - zumindest ein kleiner Beitrag zur Lösung eines der größten Probleme der WM-Stadt wäre: Es fehlt nämlich an Betten. Das heißt, für die Lauterer sind natürlich genug da, aber für die Welt, die ja bekanntlich auch bei den Freunden in der Barbarossastadt zu Gast sein wird, wird's ein wenig knapp. Deshalb haben die Organisatoren den bekannten Slogan wörtlich genommen und die private Bettenbörse ins Leben gerufen. Will heißen, die Lauterer sind aufgerufen, die Saudis, Spanier oder Japaner in den eigenen vier Wänden einzuquartieren. Was mich vor ein echtes Problem stellt, schließlich brauche ich das einzige Bett in unserer Wohnung für den Eigenbedarf. Aber ich hätte da noch einen Kellerraum...



-Jessica Altherr aus unserer Redaktion in Idar-Oberstein lebt in der WM-Stadt Kaiserslautern.



Quelle: Rhein-Zeitung, Ausgabe Betzdorf, Mittwoch, 19.4.2006
 
Zurück
Oben