Henryk Broder, ein jüdischer Intelektueller aus Berlin, hat 2006 ein Buch geschrieben: "Hurra, wir kapitulieren". Darin kritisiert er Europa, weil es wegen übertriebener political correctness, hinter der sich bei jeder Gelegenheit versteckt wird, seine Werte nicht verteidigt. Er formuliert (etwas überspitzt, aber mit wahrem Kern): Ich habe Angst vor Eurabia.
Und wenn sogar ein jüdischer Intelektueller, der Nachfahre von Holocaust-Opfern ist, uns vorwirft, dass wir uns ständig hinter linksromantischer Schönfärberei, Befindlichkeitsfloskeln, Multikulturalität und eben political correctness verstecken, anstatt endlich anzufangen, selbstbewußt unsere Demokratie gegen solche Dinge zu verteidigen, dann muss da was dran sein.
Und das ist es auch. Wir sollten endlich aufhören, uns schon im vorhinein für jede Maßnahme, für jedes Durchgreifen und für jeden einzelnen, der abgeschoben wird, zu entschuldigen, sondern wir sollten lernen, selbstbewußt für unsere Werte einzutreten. Denn diese sind das Ergebnis einer jahrhundertelangen geschichtlichen Entwicklung und der Aufklärung. Dinge, die die Völker Europas im Laufe der Jahrhunderte untereinander mit vielen Kriegen und einem furchtbaren Blutzoll bezahlt haben.
Das ist alles zu teuer erkauft worden und zu viel wert, als dass man das in wenigen Jahrzehnten dem islamischen Fundamentalismus und seinen Begleiterscheinungen wie Gewalt und Unterdrückung preisgeben darf.
Denn dieselbe Lektion, die man in Europa schon durchgemacht hat, hat man im Islam noch nicht gelernt. Und solange das nicht der Fall ist, wird man mit dem Islam in seinen heutigen vielen Formen auch niemals zu einem Kompromiß kommen. Denn reformieren müsste er sich selber von innen, aus eigenem Antrieb. Aber das wird verhindert, weil der Islam größtenteils rückwärtsgewandt ist. Und genau deswegen wird es nicht mehr allzu lange dauern, 10, 20 Jahre vielleicht noch, bis es in unserem Land gewaltig knallt. Die kommenden (Bürger-)Kriege sind - bei gleichbleibender Entwicklung - mehr oder weniger vorprogrammiert. Es sei denn, man wacht endlich auf und hört auf, die Realität zu verleugnen.