15 Jahre WWW
Ein Netz, so groß wie die Welt
Einfach online gehen und Informationen suchen oder austauschen: Was heute ein Kinderspiel ist, war noch vor wenigen Jahren höchst umständlich. Erst als die Physiker Berners-Lee und Cailliau das Hypertext-System WWW schufen, konnte jedermann das Netz nutzen. Heute vor 15 Jahren wurde die Technologie freigegeben.
Von Pascal Lechler, ARD-Hörfunkstudio Genf
Heute sind die drei W die wohl am häufigsten getippte Buchstabenfolge. Ende der 80er Jahre hatten der britische Physiker Tim Berners-Lee und der Belgier Robert Cailliau am Europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf die Idee, ein weltweites Informationsnetz zu schaffen. Das Internet gab es schon. Weltweit waren darüber Wissenschaftler vernetzt. Aber, so erzählt Robert Cailliau: "Wir brauchten einen einheitlichen Standard. Den gab es nicht. Es gab zwar Daten, die international zugänglich waren, aber sie brauchten bestimmte Terminals, bestimmte Passwörter, sie mussten diese und jene Gebühren bezahlen - es war sehr verschachtelt."
Die Herausforderung war für die Wissenschaftler damals klar. Es galt, endlich ein gemeinsames System für den Austausch von Daten zu finden. "Wir hatten die Idee, ein System zu schaffen, mit dem man Dokumente und Links finden konnte. Tim Berners-Lee wählte das Internet als Infrastruktur. Es war ja schon in der ganzen akademischen Welt verbreitet. Den Namen Worldwideweb hatten wir schon gewählt, bevor der erste Prototyp überhaupt lief. Denn sobald sie so etwas raussetzen, nimmt es jeder auf. Es konnte gar nicht kleiner als die ganze Welt werden."
Eintritt in ein neues Universum
1989 fing Berners-Lee an, entsprechende Programme zu schreiben. Sie basierten auf einem Hypertext, mit dem man den Benutzer ohne komplizierte Kommandos von Text zu Text leiten konnte. Mit Hilfe eines Browsers konnte man auch Texte lesen, die auf weit entfernten Servern lagen. Natürlich gab es schon ähnliche Ideen, sagt Cailliau, aber: "Das Besondere war wirklich der einfache Gebrauch. Sie konnten jetzt ganz einfach eine Seite finden. Sie konnten lesen, was Sie wollten. Sie konnten klicken, und ein Link führte Sie weiter. Sie konnten in einem riesigen Universum von Dokumenten umhergehen."
Internetnutzer weltweit
Erstmals gab es auch ein ganz klares Adresssystem. Ein System, das heute jeder Internetnutzer ganz selbstverständlich anwendet. Und Berners-Lee ermöglichte es mit seiner Software, dass ganze Datensammlungen mit minimalen Aufwand ins Netz gestellt werden konnten. "Das ist kaum bekannt. Aber es war sehr wichtig, dem Web Volumen zu geben. Niemand hätte sonst hineingeschaut, weil es nichts zu sehen gab. Und wenn niemand reingeschaut hätte, dann hätte es auch niemand gefüttert. Das war so eine Sache wie mit dem Huhn und dem Ei."
Gezielt umsonst
1993, also genau vor 15 Jahren, stellte das Cern dann die WWW-Software ins Netz. Umsonst, nur mit einem Copyright versehen. Für jeden zugänglich. Das geschah absichtlich. "Jeder kann es kostenlos haben. Jeder kann damit machen, was er will. Aber ein Copyright ist darauf, damit niemand anderes das Urheberrecht sichern kann und dann damit andere zum Zahlen zwingen kann."
Den Entwicklern ging es um einen einheitlichen Standard, den universellen Zugang zum Internet - nicht um das große Geld. Auch deshalb setze sich das WWW durch, auch deshalb konnte der Siegeszug des Internets beginnen.
http://www.tagesschau.de/ausland/webjubilaeum2.htmlhttp://www.tagesschau.de/ausland/webjubilaeum2.html
Ein Netz, so groß wie die Welt
Einfach online gehen und Informationen suchen oder austauschen: Was heute ein Kinderspiel ist, war noch vor wenigen Jahren höchst umständlich. Erst als die Physiker Berners-Lee und Cailliau das Hypertext-System WWW schufen, konnte jedermann das Netz nutzen. Heute vor 15 Jahren wurde die Technologie freigegeben.
Von Pascal Lechler, ARD-Hörfunkstudio Genf
Heute sind die drei W die wohl am häufigsten getippte Buchstabenfolge. Ende der 80er Jahre hatten der britische Physiker Tim Berners-Lee und der Belgier Robert Cailliau am Europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf die Idee, ein weltweites Informationsnetz zu schaffen. Das Internet gab es schon. Weltweit waren darüber Wissenschaftler vernetzt. Aber, so erzählt Robert Cailliau: "Wir brauchten einen einheitlichen Standard. Den gab es nicht. Es gab zwar Daten, die international zugänglich waren, aber sie brauchten bestimmte Terminals, bestimmte Passwörter, sie mussten diese und jene Gebühren bezahlen - es war sehr verschachtelt."
Die Herausforderung war für die Wissenschaftler damals klar. Es galt, endlich ein gemeinsames System für den Austausch von Daten zu finden. "Wir hatten die Idee, ein System zu schaffen, mit dem man Dokumente und Links finden konnte. Tim Berners-Lee wählte das Internet als Infrastruktur. Es war ja schon in der ganzen akademischen Welt verbreitet. Den Namen Worldwideweb hatten wir schon gewählt, bevor der erste Prototyp überhaupt lief. Denn sobald sie so etwas raussetzen, nimmt es jeder auf. Es konnte gar nicht kleiner als die ganze Welt werden."
Eintritt in ein neues Universum
1989 fing Berners-Lee an, entsprechende Programme zu schreiben. Sie basierten auf einem Hypertext, mit dem man den Benutzer ohne komplizierte Kommandos von Text zu Text leiten konnte. Mit Hilfe eines Browsers konnte man auch Texte lesen, die auf weit entfernten Servern lagen. Natürlich gab es schon ähnliche Ideen, sagt Cailliau, aber: "Das Besondere war wirklich der einfache Gebrauch. Sie konnten jetzt ganz einfach eine Seite finden. Sie konnten lesen, was Sie wollten. Sie konnten klicken, und ein Link führte Sie weiter. Sie konnten in einem riesigen Universum von Dokumenten umhergehen."
Internetnutzer weltweit
Erstmals gab es auch ein ganz klares Adresssystem. Ein System, das heute jeder Internetnutzer ganz selbstverständlich anwendet. Und Berners-Lee ermöglichte es mit seiner Software, dass ganze Datensammlungen mit minimalen Aufwand ins Netz gestellt werden konnten. "Das ist kaum bekannt. Aber es war sehr wichtig, dem Web Volumen zu geben. Niemand hätte sonst hineingeschaut, weil es nichts zu sehen gab. Und wenn niemand reingeschaut hätte, dann hätte es auch niemand gefüttert. Das war so eine Sache wie mit dem Huhn und dem Ei."
Gezielt umsonst
1993, also genau vor 15 Jahren, stellte das Cern dann die WWW-Software ins Netz. Umsonst, nur mit einem Copyright versehen. Für jeden zugänglich. Das geschah absichtlich. "Jeder kann es kostenlos haben. Jeder kann damit machen, was er will. Aber ein Copyright ist darauf, damit niemand anderes das Urheberrecht sichern kann und dann damit andere zum Zahlen zwingen kann."
Den Entwicklern ging es um einen einheitlichen Standard, den universellen Zugang zum Internet - nicht um das große Geld. Auch deshalb setze sich das WWW durch, auch deshalb konnte der Siegeszug des Internets beginnen.
http://www.tagesschau.de/ausland/webjubilaeum2.htmlhttp://www.tagesschau.de/ausland/webjubilaeum2.html