DER DÄNISCHE PFÄLZER IST ZURÜCK
Mittlerweile hat er einige Tage in neuer Funktion als Sportdirektor beim FCK erlebt. Zeit für ein Interview mit den ersten Eindrücken vom Deutschen Meister `98.
Interview
Michael, war eigentlich der Job des Sportdirektors in Deiner Lebensplanung oder wolltest Du eigentlich Trainer werden?
Michael Schjönberg: Das Leben ist halt so. Man kriegt ab und zu Chancen und die muss man dann auch mit beiden Händen greifen. Das Angebot von Kaiserslautern ist gekommen und klar hab eich gesagt, das möchte ich gerne machen. Ich habe das dann mit meiner Familie besprochen, die Resonanz war positiv, denn sie kennen ja Kaiserslautern. FCK, das ist mein Verein und es ist eine Riesenaufgabe und die nehme ich gerne an.
Warst Du überrascht, dass der FCK Dich anruft oder hast Du schon im Vorfeld damit gerechnet und gedacht, dass das etwas für Dich wäre?
Michael Schjönberg: Ja, das war eine Überraschung! Ich habe bei Hannover 96 die U23 trainiert und war gerade dabei mit Hannover zu verhandeln, und die wollten mich da auch länger behalten. Es waren da noch ein paar Dinge, auf die wir uns noch nicht einigen konnten. Dann wollte ich mich ab Sommer neu orientieren und auf einmal kam das Angebot wie der Blitz aus heiterem Himmel.
Hätte da jeder Verein anrufen können oder ist der FCK in so einem Fall dann doch etwas Besonderes?
Michael Schjönberg: Der FCK ist für mich ein Stück Heimat. Ich habe hier acht Jahre gelebt und eine wunderschöne Zeit verbracht, auch fußballerisch.
Zwei Kinder von mir sind hier geboren und deswegen ist Kaiserslautern wie zu Hause.
Was bedeutet für Dich die Pfalz?
Michael Schjönberg: Die Pfalz bedeutet viel für mich. Das war für uns nie ein Thema. Es war klar, dass wir hier uns irgendwann mal niederlassen. Jetzt ist es etwas früher gekommen, aber das ist gut so.
Ist das eigentlich ein optimaler Zeitpunkt hier als Sportdirektor anzufangen?
Michael Schjönberg: Das kann man ja gar nicht voraussehen. Wenn hier alles optimal gelaufen wäre, dann hätte man unter Umständen gar kein Sportdirektor gesucht. Den Zeitpunkt kann man nicht selber entscheiden. Jetzt kann ich versuchen noch etwas Positives bei zu steuern.
Welches Profil dürfen wir von Dir als Sportdirektor erwarten, als Person und Charakter?
Michael Schjönberg: Da brauche ich mir keine Gedanken zu machen. Ich bin wie ich bin. Immer geradeaus, wenn jemand von mir etwas will, dann soll man das ansprechen. Charakter? Ich habe Humor, das braucht man auch im Leben. Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps und so soll es auch sein. Eins hat mich richtig gefreut, denn ein alter Freund von mir hat gesagt: "Früher warst Du der Arbeiter Schjönberg, jetzt bist Du Sportdirektor Schjönberg und da ist kein Unterschied." Und das ist für mich sehr, sehr wichtig.
Wieviel Respekt hast Du vor der Aufgabe?
Michael Schjönberg: Sehr viel! Und ich muss auch noch viel lernen. Und ich habe im Fußball so viele Dinge erlebt, die für mich den Einstieg auch einfacher machen. Und klar, mit den Erfahrungen, die ich habe, die versuche ich auch weiter zu geben an die Leute um mich herum und natürlich auch an die Mannschaft.
Du bist ja als Sportdirektor ein "Rookie", ein Neueinsteiger. Schaust Du da mehr auf Horst Heldt nach Stuttgart, der vor gut einem Jahr in einer ähnlichen Situation war, oder doch mehr auf Uli Hoeness und Klaus Allofs?
Michael Schjönberg: Hoeness und Allofs, das sind für mich irgendwie Ikonen. Ich glaube der Horst Heldt ist eher so wie ich. Der ist noch so bei den Leuten. Die anderen beiden haben hart gearbeitet bis sie dahingekommen sind, wo sie jetzt sind. Hut ab! Und vielleicht dann mal in zwanzig Jahren, wenn man dann so ist wie Hoeness und Allofs, dann hat man einen guten Job gemacht.
Muss man als Sportdirektor auch knallhart auf den Tisch hauen können? Kannst Du das?
Michael Schjönberg: Leute, die mich kennen wissen, dass ich damit keine Probleme habe. Und ich habe jetzt eine leitende Funktion und da kann nicht immer alles Friede, Freude Eierkuchen sein. Ab und zu muss es auch knallen. Wir sind viele Leute im Team und da muss es auch mal sein, dass man verschiedene Meinungen hat. Und dann muss man darüber diskutieren und reden und dann gemeinsam den richtigen Weg suchen.
Bis zum letzten Spieltag ist es ja nicht mehr lang. Was kannst Du noch bewirken?
Michael Schjönberg: Was ich momentan bewirken kann ist, dass ich auf die Leute zu gehe. Dass ich versuche den Spielern Mut zu machen. Es ist doch noch alles möglich. Ich habe viel erlebt im Fußball und da kann ich versuchen etwas davon weiter zu geben.
Und dann natürlich ist auch die Arbeit für die neue Saison wichtig. Dazu kommt noch das Nachwuchsleistungszentrum. Da muss ich schauen, was sich da tut im Hinblick auf die Zukunft. Das der Übergang von den A-Junioren und den Amateuren zu den Profis leichter fällt.
Du hast einen Drei-Jahres-Vertrag. Wo muss der FCK in eben diesen drei Jahren sein? Wie ist Deine Vision?
Michael Schjönberg: Meine Vision ist ganz klar, dass mein Verein, der 1. FC Kaiserslautern in der ersten Liga spielen muss. Wenn man hier das Stadion, das Trainingsgelände, eigentlich alles sieht, das findet man kaum irgendwo anders. Das ist mein allerwichtigstes Ziel den Verein in die erste Liga zu führen.
Was glaubst Du, wie die Fans hier beim FCK mit Dir umgehen werden?
Michael Schjönberg: Ich hoffe ganz positiv. Ich denke, dass ich hier einen ganz guten Ruf habe. Ich war ja auch früher hier immer ein ehrlicher Spieler, der für den Verein alles gegeben hat und das wird in meiner neuen Position genau so sein. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es hundertprozentig.
Wie glaubst Du wird die Zusammenarbeit mit dem Trainerstab werden? Meinst Du es wird mit Probleme geben?
Michael Schjönberg: Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Wir gehen doch alle in die gleiche Richtung. Wir wollen alle, dass unser Verein, der FCK, in der ersten Liga spielt. Man kann auch ab und zu unterschiedlicher Meinung sein, das muss auch so sein. Dann zieht man gemeinsam aus der Diskussion das Positive heraus. Es geht hier nicht um einzelne Personen, es geht hier einzig und allein um den Verein.
Egal welche Liga? Wie muss sich der Kader in der nächsten Saison ändern? Braucht der FCK mehr "Leader", also Führungspersönlichkeiten?
Michael Schjönberg: Ja, wenn man sieht, wie es momentan aussieht, dann haben wir natürlich viele Probleme gehabt, vor allem mit verletzten Spielern. Aber da kommen dann auch viele gesund wieder zurück. Und zur neuen Saison werden sie wieder hundertprozentig fit sein nach einer guten Vorbereitung. Klar, man braucht auf dem Platz auch ein paar Häuptlinge, die mal sagen wo es lang geht. Momentan sehe ich Silvio Meißner, der das machen kann. Aber einer kann das nicht alleine schaffen.
Letzte Frage: 20. Mai, letzter Spieltag! Dein Tipp?
Michael Schjönberg: Ich denke, dass wir gegen den 1. FC Köln gewinnen und dann in der nächsten Saison in der ersten Liga spielen werden.
fck.de
Mittlerweile hat er einige Tage in neuer Funktion als Sportdirektor beim FCK erlebt. Zeit für ein Interview mit den ersten Eindrücken vom Deutschen Meister `98.
Interview
Michael, war eigentlich der Job des Sportdirektors in Deiner Lebensplanung oder wolltest Du eigentlich Trainer werden?
Michael Schjönberg: Das Leben ist halt so. Man kriegt ab und zu Chancen und die muss man dann auch mit beiden Händen greifen. Das Angebot von Kaiserslautern ist gekommen und klar hab eich gesagt, das möchte ich gerne machen. Ich habe das dann mit meiner Familie besprochen, die Resonanz war positiv, denn sie kennen ja Kaiserslautern. FCK, das ist mein Verein und es ist eine Riesenaufgabe und die nehme ich gerne an.
Warst Du überrascht, dass der FCK Dich anruft oder hast Du schon im Vorfeld damit gerechnet und gedacht, dass das etwas für Dich wäre?
Michael Schjönberg: Ja, das war eine Überraschung! Ich habe bei Hannover 96 die U23 trainiert und war gerade dabei mit Hannover zu verhandeln, und die wollten mich da auch länger behalten. Es waren da noch ein paar Dinge, auf die wir uns noch nicht einigen konnten. Dann wollte ich mich ab Sommer neu orientieren und auf einmal kam das Angebot wie der Blitz aus heiterem Himmel.
Hätte da jeder Verein anrufen können oder ist der FCK in so einem Fall dann doch etwas Besonderes?
Michael Schjönberg: Der FCK ist für mich ein Stück Heimat. Ich habe hier acht Jahre gelebt und eine wunderschöne Zeit verbracht, auch fußballerisch.
Zwei Kinder von mir sind hier geboren und deswegen ist Kaiserslautern wie zu Hause.
Was bedeutet für Dich die Pfalz?
Michael Schjönberg: Die Pfalz bedeutet viel für mich. Das war für uns nie ein Thema. Es war klar, dass wir hier uns irgendwann mal niederlassen. Jetzt ist es etwas früher gekommen, aber das ist gut so.
Ist das eigentlich ein optimaler Zeitpunkt hier als Sportdirektor anzufangen?
Michael Schjönberg: Das kann man ja gar nicht voraussehen. Wenn hier alles optimal gelaufen wäre, dann hätte man unter Umständen gar kein Sportdirektor gesucht. Den Zeitpunkt kann man nicht selber entscheiden. Jetzt kann ich versuchen noch etwas Positives bei zu steuern.
Welches Profil dürfen wir von Dir als Sportdirektor erwarten, als Person und Charakter?
Michael Schjönberg: Da brauche ich mir keine Gedanken zu machen. Ich bin wie ich bin. Immer geradeaus, wenn jemand von mir etwas will, dann soll man das ansprechen. Charakter? Ich habe Humor, das braucht man auch im Leben. Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps und so soll es auch sein. Eins hat mich richtig gefreut, denn ein alter Freund von mir hat gesagt: "Früher warst Du der Arbeiter Schjönberg, jetzt bist Du Sportdirektor Schjönberg und da ist kein Unterschied." Und das ist für mich sehr, sehr wichtig.
Wieviel Respekt hast Du vor der Aufgabe?
Michael Schjönberg: Sehr viel! Und ich muss auch noch viel lernen. Und ich habe im Fußball so viele Dinge erlebt, die für mich den Einstieg auch einfacher machen. Und klar, mit den Erfahrungen, die ich habe, die versuche ich auch weiter zu geben an die Leute um mich herum und natürlich auch an die Mannschaft.
Du bist ja als Sportdirektor ein "Rookie", ein Neueinsteiger. Schaust Du da mehr auf Horst Heldt nach Stuttgart, der vor gut einem Jahr in einer ähnlichen Situation war, oder doch mehr auf Uli Hoeness und Klaus Allofs?
Michael Schjönberg: Hoeness und Allofs, das sind für mich irgendwie Ikonen. Ich glaube der Horst Heldt ist eher so wie ich. Der ist noch so bei den Leuten. Die anderen beiden haben hart gearbeitet bis sie dahingekommen sind, wo sie jetzt sind. Hut ab! Und vielleicht dann mal in zwanzig Jahren, wenn man dann so ist wie Hoeness und Allofs, dann hat man einen guten Job gemacht.
Muss man als Sportdirektor auch knallhart auf den Tisch hauen können? Kannst Du das?
Michael Schjönberg: Leute, die mich kennen wissen, dass ich damit keine Probleme habe. Und ich habe jetzt eine leitende Funktion und da kann nicht immer alles Friede, Freude Eierkuchen sein. Ab und zu muss es auch knallen. Wir sind viele Leute im Team und da muss es auch mal sein, dass man verschiedene Meinungen hat. Und dann muss man darüber diskutieren und reden und dann gemeinsam den richtigen Weg suchen.
Bis zum letzten Spieltag ist es ja nicht mehr lang. Was kannst Du noch bewirken?
Michael Schjönberg: Was ich momentan bewirken kann ist, dass ich auf die Leute zu gehe. Dass ich versuche den Spielern Mut zu machen. Es ist doch noch alles möglich. Ich habe viel erlebt im Fußball und da kann ich versuchen etwas davon weiter zu geben.
Und dann natürlich ist auch die Arbeit für die neue Saison wichtig. Dazu kommt noch das Nachwuchsleistungszentrum. Da muss ich schauen, was sich da tut im Hinblick auf die Zukunft. Das der Übergang von den A-Junioren und den Amateuren zu den Profis leichter fällt.
Du hast einen Drei-Jahres-Vertrag. Wo muss der FCK in eben diesen drei Jahren sein? Wie ist Deine Vision?
Michael Schjönberg: Meine Vision ist ganz klar, dass mein Verein, der 1. FC Kaiserslautern in der ersten Liga spielen muss. Wenn man hier das Stadion, das Trainingsgelände, eigentlich alles sieht, das findet man kaum irgendwo anders. Das ist mein allerwichtigstes Ziel den Verein in die erste Liga zu führen.
Was glaubst Du, wie die Fans hier beim FCK mit Dir umgehen werden?
Michael Schjönberg: Ich hoffe ganz positiv. Ich denke, dass ich hier einen ganz guten Ruf habe. Ich war ja auch früher hier immer ein ehrlicher Spieler, der für den Verein alles gegeben hat und das wird in meiner neuen Position genau so sein. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es hundertprozentig.
Wie glaubst Du wird die Zusammenarbeit mit dem Trainerstab werden? Meinst Du es wird mit Probleme geben?
Michael Schjönberg: Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Wir gehen doch alle in die gleiche Richtung. Wir wollen alle, dass unser Verein, der FCK, in der ersten Liga spielt. Man kann auch ab und zu unterschiedlicher Meinung sein, das muss auch so sein. Dann zieht man gemeinsam aus der Diskussion das Positive heraus. Es geht hier nicht um einzelne Personen, es geht hier einzig und allein um den Verein.
Egal welche Liga? Wie muss sich der Kader in der nächsten Saison ändern? Braucht der FCK mehr "Leader", also Führungspersönlichkeiten?
Michael Schjönberg: Ja, wenn man sieht, wie es momentan aussieht, dann haben wir natürlich viele Probleme gehabt, vor allem mit verletzten Spielern. Aber da kommen dann auch viele gesund wieder zurück. Und zur neuen Saison werden sie wieder hundertprozentig fit sein nach einer guten Vorbereitung. Klar, man braucht auf dem Platz auch ein paar Häuptlinge, die mal sagen wo es lang geht. Momentan sehe ich Silvio Meißner, der das machen kann. Aber einer kann das nicht alleine schaffen.
Letzte Frage: 20. Mai, letzter Spieltag! Dein Tipp?
Michael Schjönberg: Ich denke, dass wir gegen den 1. FC Köln gewinnen und dann in der nächsten Saison in der ersten Liga spielen werden.
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