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Jahrhundertmannschaft FCK

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In der neuen 11-Freunde-Ausgabe:

Jahrhundertmannschaften: K’lautern 1998 – König Otto und seine Untertanen werden als Aufsteiger Meister



Wer sie zuerst hat, möge den Artikel dann bitte einstellen.
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Grad auf Spiegel.de Link + Quelle: http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,468126,00.htmlhttp://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,468126,00.html





FCK-MEISTERTEAM 1998

Triumph von Ottos treuen Knappen

Von Johannes Scharnbeck



Die historische Dimension war Otto Rehhagel bewusst. "So etwas wird es nie wieder geben", sagte der Trainer 1998, nachdem seine Lauterer Meister geworden waren - als Aufsteiger. Das Fußballmagazin "11 FREUNDE" erinnert an den großen Coup des Pfälzer Kollektivs.



Kein Lauterer Wunder ohne Fritz Walter. Auch von der sensationellen Meisterschaft 1998 ist eine rührselige Anekdote über das Pfälzer Idol übermittelt. Während der entscheidenden Partie des FCK gegen den VfL Wolfsburg am vorletzten Spieltag lag der damals 76-Jährige, geschwächt von einer Bronchitis, im abgedunkelten Schlafzimmer seines Hauses in Alsenborn. Walter war so aufgeregt, dass er es nicht wagte, das Spiel live im Fernsehen zu verfolgen. So erteilte er seiner Frau Italia den Auftrag, jedes Tor der "Roten Teufel" mit dem lauten Ruf "Tor, Tor, Tor" zu vermelden. Italia schrie insgesamt viermal und mit jedem Tor fühlte sich Walter besser. Um viertel nach fünf war sein Husten dann vollends kuriert. Denn Italia rief noch ein letztes Mal - und das bedeutete laut Absprache, dass der FCK den Titel geholt hatte.





Die inoffizielle Meisterfeier mit mehr als 30.000 Fans in der Altstadt legte am 2. Mai 1998 ganz Kaiserslautern lahm. So etwas hatte es in der Bundesliga-Geschichte noch nicht gegeben, ein Aufsteiger hatte die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Und eine ganze Region huldigte dem Mann, der die Sensation vollbracht hatte: Trainer Otto Rehhagel, "König von Kaiserslautern". Knapp zwei Jahre zuvor war er bei den Bayern rausgeflogen. Nun aber hatte es Rehhagel noch einmal allen gezeigt. Er hatte eine Mannschaft geformt, die ihm blind folgte. Deren Gerüst aus Profis bestand, die ihren Zenit eigentlich schon überschritten hatten. Eine Mannschaft, in der sich einer für den anderen aufopferte und die spielte wie in Rehhagels guten alten Zeiten. Ein Anachronismus auf die Fußballmoderne.



Der FCK verteidigte mit knorrigen Abwehrspielern wie dem hüftsteifen Harry Koch, dem emsigen Martin Wagner, dem tschechischen Hünen Miroslav Kadlec und dem unerbittlichen Dänen Michael Schjønberg. Im Mittelfeld ordnete der von Inter Mailand zurückgekehrte Ciriaco Sforza das Spiel. Der Schweizer, ebenso wie Rehhagel in München gescheitert, verlieh der Offensive die zusätzliche Raffinesse, ohne die eine Meistermannschaft nicht auskommt. Und in der Defensive beruhigte er mit Übersicht und Technik die Kollegen, denen der Ball nicht blind gehorchte.



Unterstützt wurde Sforza von den Flügelspielern Andreas Buck und Ratinho sowie den gerade 20-jährigen Talenten Marco Reich und Michael Ballack. Die Adressaten ihrer Pässe waren die Flitzer Pavel Kuka und Jürgen Rische, im Sturmzentrum warteten Brecher wie Marian Hristov und Olaf Marschall. Vor allem der Sachse Marschall wurde zu Rehhagels Glücksfall: Er spielte die Saison seines Lebens und traf 21 Mal. Später war Marschall auch bei den Prämienzahlungen vorne dabei, denn sein pfiffiger Berater Michael Becker hatte eine Meisterschaftsprämie in den Vertrag seines Mandanten schreiben lassen.







Meisterspieler Sforza: Anführer des Teams

Kein anderer Lauterer Spieler verfügte über solch eine Klausel, der Neid der Kollegen hielt sich trotzdem in Grenzen. Spricht man heute mit den damaligen Akteuren, so schwärmt jeder vom Zusammenhalt und Teamgeist innerhalb des Kaders, Marschall preist sogar ein "nahezu perfektes Team". Rehhagel hatte nach dem Abstieg des 1. FC Kaiserslautern zwei Jahre zuvor eine zerstrittene Mannschaft übernommen, die sich in der 2. Liga zunächst sehr schwer tat. Doch der erfahrene Coach schuf ein neues Wir-Gefühl und rannte damit in einem Team, in dem es fast keine Junggesellen, dafür umso mehr Familienväter gab, offene Türen ein. Wurden Kinder eingeschult, gab Rehhagel den Spielern grundsätzlich frei, traf sich der Kader, war jeder angehalten, den Nachwuchs mitzubringen. So rückte die Mannschaft enger zusammen.



Der Verlauf der Saison 1997/1998 zeigt, dass das angebliche Kaiserslauterer Wunder ein verdienter und hart erarbeiteter Triumph war. Ab dem 4. Spieltag stand der FCK ununterbrochen auf dem ersten Tabellenplatz, der stets ausverkaufte Betzenberg erwies sich als schier uneinnehmbare Festung. Einige Partien dort konnte die Elf erst nach dramatischen Spielverläufen und durch Tore in den letzten Minuten für sich entscheiden, so beim 3:2 gegen Mönchengladbach und beim 4:3 gegen Rostock.





2. FUSSBALL-BUNDESLIGA

Getty ImagesDuisburg, K'lautern und der 1. FC Köln spielen 2006/2007 nach dem Abstieg wieder in der 2. Fußball- Bundesliga. Erstmals dieser Klasse gehört der TuS Koblenz an. Weitere Aufsteiger sind Carl Zeiss Jena, Rot- Weiss Essen und der FC Augsburg.





Zweitliga- Tabelle

Zweitliga- SpielplanDas alles wäre jedoch nichts wert gewesen ohne die beiden Siege gegen den großen Konkurrenten Bayern München. Gleich am 1. Spieltag hatte der Aufsteiger ins Olympiastadion reisen müssen und beim Rekordmeister mit 1:0 gewonnen. "Da haben wir gemerkt, dass wir mit allen mithalten können", erinnert sich Torschütze Michael Schjønberg. "Auch wenn es blöd klingt, durch die vielen Siege in der 2. Liga hatten wir uns ans Gewinnen gewöhnt und haben einfach weitergemacht."



Der 1. FC Kaiserslautern war wirklich kein gewöhnlicher Aufsteiger. Die Mannschaft, die 1996 in Leverkusen den Klassenerhalt verspielt hatte, war nahezu zusammen geblieben. Mit Rehhagel kam ein motivierter Trainer in die Pfalz, der im beschaulichen Kaiserslautern seine Methoden eins zu eins umsetzen konnte. Das allein machte aus einem Zweitligisten allerdings noch keinen Meisterschaftskandidaten.



Beim FCK kam in jener Saison alles Gute zusammen. Neuzugänge wie Sforza, Hristov und Buck schlugen ein, in die Jahre gekommene Haudegen wie Andreas Brehme konnten im Otto-ergebenen Kaiserslautern geräuschlos ausgemustert werden und die Konkurrenz aus München und Leverkusen spielte keine konstant gute Saison. Kaiserslautern war mit seinem schnörkellosen Angriffsfußball, der rustikalen Defensive und dem kuscheligen Binnenklima am Ende nicht zu schlagen. So steht das Wunder vom Betzenberg für den Triumph einer echten Mannschaft über die Zweckgemeinschaften der Spitzenvereine.





Jaja, der Sforza, so einen wegen Henke wegzuschicken...
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Ich könnt heulen, wenn ich das lese!

Es ist noch keine 10 Jahre her und es kommt mir vor, als wäre es in einem anderen Leben gewesen.
 
Mehr von QUELLE & LINK 11Freunde.de /http://www.11freunde.de/bundesligen/100464

Das wahre Sommermärchen



Im neuen 11FREUNDE-Heft berichten wir über den sensationellen Meistertitel des FCK 1998. Hier erklärt der Spielerberater Dr. Michael Becker, der damals mehrere Lauterer Profis betreute, warum dieser Triumph einmalig bleiben wird.



Sie haben nach dem Wiederaufstieg des 1. FC Kaiserslautern 1997 Olaf Marschall eine Meisterschaftsklausel in den Vertrag schreiben lassen. Wie kamen Sie auf diese absurde Idee?



Das war genauso absurd wie die Klausel, die in Beckhams neuem Vertrag mit Los Angeles Galaxy steht: Allein beim Merchandising kann er nämlich zehn Millionen Dollar verdienen. Da der Vertrag so gestaltet ist, dass Beckham zehn Prozent vom Fan-Artikel-Vertrieb erhält, müsste der Klub in der nächsten Saison 100 Millionen Dollar allein mit diesem Geschäftsfeld verdienen. Das ist utopisch. Was meinen Sie, warum bekommt er für fünf Jahre 250 Millionen Dollar?











Sagen Sie es uns.



Damit die Schlichten der Schlichten, also Beckhams Klientel, den Verdienst schön durch fünf dividieren können: 250 geteilt durch fünf ergibt 50 Millionen. Ein Jahr hat etwa 50 Wochen, also dividiert man 50 Millionen durch 50 und schon ergibt sich das Wahnsinnsgehalt von einer Million Dollar pro Woche. Boah! So konnte Beckhams Manager allen suggerieren, welchen Traumvertrag sein Spieler unterschrieben hat. Und die Presse hat ja auch alles genauso nachgeplappert.



Mit solchen Forderungen sind Sie aber nicht in die Verhandlungen über Marschall mit dem FCK gegangen.



Natürlich nicht. Aber Olaf war an dem Abstieg 1996 nicht schuld und er hatte eine überragende Zweitligasaison gespielt. Es waren also nicht die schlechtesten Voraussetzungen für Vertragsgespräche. Als der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Robert Wischemann dann sagte, sie würden Olaf ja gerne mehr Gehalt zahlen, im Moment wäre aber wirklich kein Geld da, habe ich ihn gefragt: Aber wenn ihr in der nächsten Saison deutscher Meister werden solltet und in der Champions League spielen würdet, dann hättet ihr Geld für den Olaf? Wischemann hat das bejaht und nach dem Titelgewinn auch gerne gezahlt.



Wie hat sich Olaf Marschall bei Ihnen bedankt?



Er hat vielen seiner Mitspieler von der Klausel erzählt. Das war gute Mundpropaganda. (lacht)



Glauben Sie, dass ein Aufsteiger noch einmal Deutscher Meister werden kann?



Das ist völlig ausgeschlossen. Damals war der Erfolg des FCK schon ein Wunder, heute ist es absolut unmöglich. Wirtschaftlich würde das kein Verein mehr schaffen. Da müsste schon alles Glück der Erde zusammenkommen: Es dürfte sich kein Spieler verletzen, alle Neuzugänge müssten einschlagen und die Stammspieler dürften nie außer Form sein.



Beim 1.FC Kaiserslautern klappte in der Saison 1997/’98 also alles.



Genau. Und was man auch nicht vergessen darf: Das Publikum hat die Truppe nach dem Siegeszug in der 2. Liga auch euphorisch bis zum Triumph getragen. Außerdem gab es auch noch einige Spieler, die schon bei dem überraschenden Meistertitel 1991 dabei waren. Irgendwann haben sie dann auch realisiert, wir können es als Underdog wieder schaffen. Denn auch die Mannschaft von `91 hat ohne große Überflieger die Schale geholt: Gerry Ehrmann, Tom Dooley oder Marco Haber kennt international kein Schwein, trotzdem haben sie es geschafft. Und Ottos Jungs haben sich dann gesagt, wenn die Spieler es damals gepackt haben, kriegen wir das auch hin.



Die Mannschaft hat also immer an sich geglaubt.



Hundertprozentig. Es war wirklich ganz wichtig, dass das Team nach dem Abstieg 1996 zusammengeblieben ist. Viele Spieler haben sich damals an die eigene Nase gefasst und ihre Mitverantwortung erkannt. Ich kann mich noch genau an Pavel Kukas Worte nach der Partie in Leverkusen erinnern. Er sagte: „Ich habe große Schuld.“ Und er hatte Recht, denn zweimal lief er vollkommen allein auf den gegnerischen Torwart zu. Die Spieler wollten es allen beweisen und dann kam die Magic von Otto Rehhagel dazu. Die große Initialzündung war dann natürlich das erste Spiel bei den Bayern...



... das der FCK überraschend mit 1:0 gewann.



Genau. Von dem Moment an hatten die Spieler das Gefühl, sie können alle schlagen. Außerdem haben die Bayern in dieser Saison geschwächelt und Leverkusen war noch nicht stark genug, um im Titelrennen konstant mitzuspielen.



Was war das Bemerkenswerteste an der Mannschaft?



Der Zusammenhalt, Otto Rehhagel hatte ein echtes Team geformt. In vielen Situationen half der Truppe dann auch der so genannte Bayerndusel.



Meinen Sie damit die vielen Spiele, die der FCK erst kurz vor Schluss für sich entscheiden konnte?



Oh ja, der Bayerndusel ist damals direkt in den offenen Mund des 1. FC Kaiserslautern hineingelaufen – und es war wunderschön. Die Saison 1997/`98 war ein wirkliches Sommermärchen, dagegen war die WM 2006 doch gar nichts. In Brasilien und Argentinien hätten sie den Bierhoff nach dem Gewinn des dritten Platzes durch die Innenstadt geprügelt, aber hier in Deutschland wurde die goldenene Ananas gefeiert. Unglaublich.



Genauso unerklärlich war der Absturz des FCK nach dem Titelgewinn. Warum ging es mit dem Klub bergab?



Weil Rehhagel den Tabubruch beging und Mario Basler verpflichtete. Der Niedergang des Vereins begann mit dieser Personalie. Otto hat damit dem Team das moralische Rückgrat gebrochen. Mit so einem Faulpelz in der Mannschaft kann man den jungen Spielern nicht eintrichtern, sie bekämen ihre Chance. Und auch den alten Spielern kann man dann nicht predigen, es gehe nur nach Leistung, wenn Basler doch immer wieder aufläuft. Denn er hatte eine Stammplatzgarantie. So torkelte der FCK fortan mit brutaler Eigendynamik zum nächsten Abstieg.
 
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