Während des Prozesses hatte die Staatsanwaltschaft für einen Polizisten eine milde Geldstrafe gefordert und beim zweiten Angeklagten auf Freispruch plädiert. Der Dienstgruppenleiter Andreas S. habe sich der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen schuldig gemacht, wobei sich sein Verschulden "im niedrigen Bereich bewege", sagte Oberstaatsanwalt Christian Preissner am heutigen Montag vor dem Landgericht Dessau. Die Verteidiger hatten für ihre Mandanten Freispruch beantragt.
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"Es gibt keine andere denkbare Variante als die, dass Oury Jalloh selbst das Feuer angezündet hat", sagte Oberstaatsanwalt Preissner. Für ihn handele es sich "hier um einen ganz tragischen Unglücksfall", bei dem nach seiner Überzeugung der Tod von Jalloh aber vermeidbar gewesen wäre.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,595184,00.htmlhttp://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,595184,00.html
Dem Mann sei vorzuwerfen, dass er beim Alarm des Rauchmelders in Jallohs Zelle nicht an Brand gedacht und nicht zu einem Feuerlöscher gegriffen habe, hatte der Oberstaatsanwalt erklärt...Für diesen Polizeibeamten hatte er deshalb eine Geldstrafe in Höhe von 4800 Euro beantragt.
Im niedrigen Bereich?? Die haben den Kerl im für sie besten Fall entweder nicht richtig fixiert und ihm das Feuerzeug nicht weggenommen, was ihre Pflicht ist...UND sie haben ihn verdammt nochmal verbrennen lassen ohne auch nur einen kleinen Finger zu rühren!! Ich schreib dazu besser nicht weiter, sonst werd ich persönlich beleidigend.
Aus der Frankfurter Rundschau:
Für die "Initiative in Gedenken an Oury Jalloh" aber ging es von Anfang an noch um eine ganz andere Frage: Ob es möglich ist, dass sich ein Mann mit fast drei Promille Alkohol im Blut, der an Händen und Füßen gefesselt auf einer feuerfesten Matratze liegt, selbst verbrennen kann. Dem Gutachter, der das - als theoretische Möglichkeit - bejahte, schenkten Jallohs Freunde keinen Glauben. So schwebte all die Monate ein ungeheurer Verdacht über dem Prozess. Er wird bleiben.
Genährt wurde der Argwohn der Beobachter ausgerechnet von jenen, die ihn hätten ausräumen sollen: den Dessauer Polizisten selber. Als Zeugen verstrickten sie sich mitunter in abenteuerliche Lügen - so lange, bis Richter Manfred Steinhoff rief: "Wir leben in keiner Bananenrepublik!" Die Hauptbelastungszeugin wurde gleich zu Prozessbeginn plötzlich zur Entlastungszeugin. Andere Beamte tischten dem Gericht Geschichten auf, die zu geschönt wirkten, um wahr zu sein. Dazu passte, dass der Revierleiter mitten im laufenden Prozess alle Polizeizeugen zu einem Treffen bat. Was genau dort besprochen wurde, bleibt nebulös.
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Im Lauf der Jahre verschwanden zudem auf mysteriöse Art Beweismittel. Dafür tauchten andere auf, wie das Feuerzeug, mit dem sich Jalloh selbst angezündet haben soll und das der Mitangeklagte Hans-Ulrich M. angeblich bei der Leibesvisitation des Asylbewerbers übersah. Man fand es erst bei der zweiten Durchsuchung der ausgebrannten Zelle.
http://fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1642028&http://fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1642028&
Ein Kommentar:
http://fr-online.de/in_und_ausland/politik/meinung/kommentare/?em_cnt=1642605&http://fr-online.de/in_und_ausland/politik/meinung/kommentare/?em_cnt=1642605&
Und nochmal das "Schwarze eben mal länger". Beispiel für Fremdenhass unter Polizisten:
http://fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1642027&http://fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1642027&
"Polizisten, die zu Tätern werden: Das ist ein einziges großes Dunkelfeld, auf das nur gelegentlich - bei spektakulären Einzelfällen - ein matter Lichtstrahl fällt."
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Eine Kommission des Europarats wunderte sich jüngst wieder darüber, dass hierzulande überproportional viele Beschwerden über Polizeigewalt von Ausländern stammen.
Was tut die Regierung? Sie leugnet das Problem. Mitte des Jahres beschied sie der Linksfraktion, die Polizei sei ausreichend gegen rassistische Tendenzen gefeit. Im übrigen stehe jedem "der Rechtsweg zu den Gerichten offen".