Internet Fanclub roteteufel.de

This is a sample guest message. Register a free account today to become a member! Once signed in, you'll be able to participate on this site by adding your own topics and posts, as well as connect with other members through your own private inbox!

Kicker über Lincoln

  • Ersteller Ersteller Guest
  • Erstellt am Erstellt am
G

Guest

Guest
Lincoln: Wie wertvoll ist er wirklich?

Der Brasilianer LINCOLN ( 26) sorgt nicht nur in der Champions League für Furore. Das weckt bei anderen Klubs Begehrlichkeiten. Aber die Schalker denken noch nicht daran, ihren Star zu verkaufen. Der will am Dienstag gegen Fenerbahce Istanbul erneut auftrumpfen.

uhige Winterpausen sind sie auf Schalke nicht gewohnt. Mal kündigte der Trainer in den kalten Monaten, wie einst Huub Stevens. Mal sprangen Altstars über die Klinge, etwa Marc Wilmots. Der Luftikus Mpenza kam ebenfalls im Winter. Doch was im vergangenen Januar geschah, war für Schalker Verhältnisse völlig neu. Die hektischen Tage der dritten Januar- Woche endeten mit einer Presse- Mitteilung, die am 21. Januar 2005 in die Redaktionen fl atterte: „ Lincoln verlängert vorzeitig bis 2008.“ Offi ziell wurde das mit Lincolns guten Leistungen und seiner frisch entfachten Liebe zu Schalke 04 begründet. In Wahrheit ging es um viel Geld – und um mehr. In Kaiserslautern gescheitert und gefl üchtet, war der Brasilianer so froh über Schalkes Interesse gewesen, dass ihn auch ein mittelmäßig dotierter Vertrag mit hohen Risikobeträgen nicht davon abhielt, zunächst bis 2007 zu unterschreiben. Nach nur sechs Monaten auf Schalke war dieses Konstrukt nicht mehr zu halten. Lincoln galt nach einem Dutzend glänzender Auftritte als ein neuer Star der Liga – und weckte Interesse. Plötzlich schmückten größere und reichere Klubs ihre Planungen immer wieder mit dem Namen Lincoln, allen voran Corinthians Sao Paulo. Eine neue Situation für Schalke, wo Verträge gewöhnlich auslaufen, ehe nicht wenige Spieler ablösefrei verschwinden. Das Management witterte Gefahr, zumal Lincolns Bezahlung in keinem Verhältnis mehr stand zu seinen Leistungen. Schalke handelte. Im neuen Vertrag wurden die Bezüge erheblich angehoben, „ Lincolns Leistungen und seinem Stellenwert entsprechend“, wie Teammanager Andreas Müller heute sagt. Die Gefahr eines Wechsels war erst mal gebannt, zumal Lincoln feststellte, „ dass ich jetzt auch hier einen Vertrag habe, der sehr gut für mich ist“. Doch im Hintergrund köchelt das Thema weiter. Zumal sich auf Schalke hartnäckig die Version hält, dass Corinthians damals recht nah der Säbener Straße in München lag. Auch das trieb die Manager Rudi Assauer und Müller an, auch wenn der Bayern- Kollege Uli Hoeneß versichert, da sei nichts gewesen mit Lincoln. Bei der Agentur Rogon, die den Schalker Regisseur betreut, gibt man sich moderat: Es sei normal, dass sich ein so professionell geführter Verein wie der FC Bayern permanent einen Überblick verschaffe – auf allen Positionen. In diesem Sommer habe es konkrete Anfragen für Lincoln gegeben, aus Spanien und erneut aus Brasilien. Der Spieler gewinne eben nach der verlorenen Zeit in Lautern gerade an Bekanntheit – vor allem durch seine Leistungen in der Champions League. Dies sei ein noch langenicht abgeschlossener Prozess, heißt es bei Rogon, schließlich gebe der Spieler gerade erst sein Debüt in der Champions League. Doch erst gelte es, die guten Eindrücke zu bestätigen.

Und zwar schon an diesem Dienstag im Rückspiel gegen Fenerbahce. Zwei Tore schoss Lincoln beim 3: 3 im Hinspiel, sein in Brasilien geschätzter Landsmann Alex blieb im Istanbuler Trikot so blass wie zuvor Weltstar Kaka bei Lincolns Gala gegen den AC Mailand, Endstand 2: 2. „ Auf diese Duelle mit seinen Landsleuten hat er hingearbeitet“, sagt Müller, „ man merkt ihm an, dass er heiß ist auf die Champions League. Er will auch den Leuten in Brasilien zeigen, wer Lincoln ist.“ Doch durch seine beachtlichen Leistungen in der Königsklasse wachsen die Bedenken einmal mehr, ob der Spieler bis 2008 zu halten ist. „ Wir werden sehen, ob wir das schaffen“, sagt Müller. Einerseits könnte Lincoln der erste Spieler der Vereinsgeschichte sein, für den Schalke „ schrecklich viel Geld“ ( Finanzchef Josef Schnusenberg) bekommt. Andererseits stört Müller allein schon der Gedanke, „ die Seele unseres Spiels zu verkaufen. Wir haben bewusst eine Mannschaft um ihn formiert, die über Jahre zusammenbleiben soll“. Lincoln selbst sagt nur: „ Wenn ein gutes Angebot kommt, ist das Sache von Schalke 04.“ Zunächst, betont Schnusenberg, sei Lincoln unverkäufl ich. Aber: „ Wir sind zwar traditionell kein Verein, der mit Spielern handelt. Aber es gibt eine Summe, wo man anfängt nachzudenken. Und weil wir einen Transfer fi nanziell nicht nötig haben, würden wir erst bei 25 Millionen Euro nachdenken.“ Sicher, es gibt auch kleinere Zahlen. Dass man auch über die reden würde, kann sich Müller jedoch nur „ unter wirtschaftlichen Zwängen“ vorstellen, denn: „ Grundsätzlich wollen wir mit Lincoln Erfolg haben, und keinen großen Transfer machen.“ Wichtiger sei derzeit, dass Lincoln schnell wieder konstant zu alter Klasse fi nde, wie im Vorjahr, als er spritziger und dynamischer daherkam. Müller: „ Nach seinem ersten Jahr spürt Lincoln jetzt den Druck, die Leistungen bestätigen zu müssen. Die Rot- Sperre hat ihn belastet. Aber er wird das packen.“ Ob er es auch bei einem Topklub packen würde? Müller: „ Fußballerisch auf jeden Fall. Aber gerade er braucht auch ein Umfeld, in dem er sich wohl fühlt. Diesbezüglich ist er auf Schalke bestens aufgehoben. Und wenn er Titel gewinnen will, sowieso: Denn das wollen wir alle hier.“ JEAN- JULIEN BEER
 
Zurück
Oben