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Klinsmanns Abschiedsgründe und Rückkehrgedanken

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Klinsmanns Abschiedsgründe und Rückkehrgedanken



"Wir wollten so nicht weiterleben"



Der in den USA lebende Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann kann sich durchaus eine berufliche Zukunft in Deutschland vorstellen. Auch wenn dies aktuell kein brennendes Thema sei, sagte der 42-Jährige der Wochenzeitung Die Zeit, dass man "Dinge nie ausschließen sollte".





Dabei könne sich Klinsmann durchaus vorstellen, in Deutschland als Trainer bei einem Verein zu arbeiten. Auch die Rückkehr auf den Posten des Nationaltrainers beim DFB liege bei Klinsmann im Bereich des Möglichen. Erst vergangene Woche lehnte der frühere Stürmer ein Angebot des US-amerikanischen Verbandes ab, der ihn als Wunschkandidaten für die Nachfolge von Bruce Arena auf dem Zettel hatte.



Im Gespräch mit der Zeit machte Klinsmann nochmals deutlich, wie groß die Verbundenheit mit seinem Heimatland sei. "Mir persönlich ist dieses Land immer nahe gewesen, auch in den sechs Jahren, bevor ich Nationaltrainer wurde und in den USA lebte. Ich bin gut informiert, über das Internet, habe Spiegel, Stern und den Kicker abonniert. Ich empfange deutsches Fernsehen. Mir ist wichtig, was die Menschen in Deutschland bewegt."



Gerade in der Phase unmittelbar vor der WM, als die deutsche Nationalmannschaft unter Klinsmanns Regie in Italien 1:4 verlor und in der Folge zum scheinbaren Schicksals-Freundschaftsspiel gegen die USA antrat (4:1), war die Wohnort-Debatte in vollem Gange. Dass Klinsmann damals eine zu geringe Identifikation mit Deutschland vorgeworfen wurde, sieht der Ex-Bundestrainer darin begründet, dass "viele Nähe mit physischer Präsenz gleichsetzen und mit Ritualen. Beides war mir nie wichtig. Auch als Spieler musste ich nicht mein Bier trinken oder meine Bockwurst essen, um mich als Deutscher zu fühlen. Auch damals habe ich schon lieber italienisch gegessen, aber Deutschland ist meine Heimat, das Land meiner Eltern, das Land, das ich liebe".



Man kann so einen Job nicht mit einer Ehe und zwei kleinen Kindern verbinden.

Jürgen Klinsmann





Klinsmann äußert sich erstmals seit seinem Rückzug in die USA auch zum Zeitpunkt und den Motiven seines Rücktrittsentschlusses. Dieser sei erst nach dem Spiel um Platz drei gegen Portugal (3:1) gefallen, der einzige Grund sei gewesen, "dass wir, als Familie, dieses Leben der vergangenen zwei Jahre nicht weiterleben wollten. Man kann so einen Job nicht mit einer Ehe und zwei kleinen Kindern verbinden. Oft habe ich in den letzten zwei Jahren, wenn ich zu Hause war, gedacht: Mensch, jetzt bist du bei der Familie, aber eigentlich im Kopf ganz woanders. Meine Tochter ist fünf, mein Sohn neun Jahre alt. Ich würde mir nicht verzeihen, wenn ich sie in dieser Phase vernachlässigen würde". Ohne diese Prioritätensetzung hätte er "natürlich weiter gemacht".





Wohin führt sein Weg? Jürgen Klinsmann lebt in den USA, kann sich aber einen beruflichen Wiedereinstieg in Deutschland vorstellen.

© dpa Obwohl die Methode Klinsmann, die mit seiner Amtsübernahme als Bundestrainer im August 2004 Einzug hielt, lange Zeit und von vielen sehr kritisch beäugt wurde, fühlt er sich in Deutschland respektiert: "Die, auf die es ankommt, nehmen Sie als Beispiel Franz Beckenbauer oder auch Uli Hoeneß, sind auch unabhängige Menschen, die müssen sich nicht entschuldigen, um mir Respekt zu bekunden. Dass ich, vom Ergebnis her gesehen, in vielen Fragen Recht behalten habe, spielt auch keine Rolle. Es hätte auch anders kommen können, dann wäre ich gefeuert worden. Dieses Bewusstsein meinerseits reicht aus, um ihnen zu signalisieren, dass es durchaus eine gemeinsame Basis, sogar eine gemeinsame Zukunft geben kann, irgendwo, irgendwann. Vielleicht."



Quelle:http://www.kicker.de/fussball/intligen/startseite/artikel/358972/http://www.kicker.de/fussball/intligen/startseite/artikel/358972/
 
Fußball

Klinsmann spricht von Rückkehr


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"Es gibt Dinge, die man nie ausschließen sollte"



13. Dezember 2006

Seit der Fußball-Weltmeisterschaft lebt Jürgen Klinsmann wieder weitgehend zurückgezogen in Kalifornien, doch der frühere Bundestrainer kann sich auch eine Rückkehr nach Deutschland vorstellen. Im Augenblick sei ein Umzug weder privat noch beruflich ein Thema, sagte Klinsmann in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Auf die Frage, ob er irgendwann wieder in Deutschland als Bundestrainer oder Vereinstrainer arbeiten würde, ergänzte er jedoch, er wisse, „daß man Dinge, auch das, nie ausschließen sollte“. Für seinen Ausstieg unmittelbar nach der WM führte Klinsmann ausschließlich private Gründe an. „Man kann so einen Job nicht mit einer Ehe und zwei kleinen Kindern verbinden.“ Die Gedanken an Frau Debbie, den neunjährigen Sohn und die fünfjährige Tochter hätten im Anschluß an das kleine Finale um Platz 3 (3:1 gegen Portugal) die „zugegeben sehr geringe Chance“ auf sein Bleiben zerstört. Nach dem Spiel in Stuttgart sei entschieden worden, daß „wir, als Familie, dieses Leben der vergangenen zwei Jahre nicht weiterleben wollten“ (Siehe auch: WM-Abschied am Brandenburger Tor: Loveparade für Klinsmann und sein Team).



Löw ist der Richtige



"Man kann so einen Job nicht mit einer Ehe und zwei kleinen Kindern verbinden”



Hätte er allerdings die Nationalmannschaft und die Familie unter einen Hut bekommen, wäre er noch Bundestrainer, versicherte Klinsmann: „Natürlich, dann hätte ich sofort weitergemacht.“ Jetzt aber führe in Joachim Löw der einzig Richtige „unsere Philosophie“ fort, „und die Erfolge geben ihm Recht“. Beide tauschen sich nach wie vor aus, bestätigte Klinsmann: Falle ihm ein Spieler auf, „dann erwähne ich das oft beim nächsten Telefonat mit dem Jogi. Meistens sind wir da, wie früher, einer Meinung“.

Den freien Posten als Nationaltrainer der Vereinigten Staaten hätte Klinsmann dagegen gerne übernommen, „weil dies die einzige Möglichkeit gewesen wäre, Beruf und Privatleben zu verbinden“ (Siehe auch: Klinsmann wird nicht amerikanischer Nationaltrainer). In der vergangenen Woche wurden die Verhandlungen darüber jedoch ohne Angabe von Gründen von beiden Seiten für beendet erklärt. „Daß es nicht geklappt hat, ist schade“, sagte Klinsmann. Eine Alternative gebe es derzeit nicht. So lange seine beiden Kinder nicht selbstständig seien, werde er „wohl kaum als Vereinstrainer arbeiten“, signalisierte er.



Kein Biertrinker und Wurstesser



„Um Gottes Willen, wie führst Du Dich denn da auf?”



Selbst erstaunt ist der frühere Bundestrainer über seine Auftritte in dem Film „Deutschland. Ein Sommermärchen“. Er habe die Rohfassung mit Regisseur Sönke Wortmann gesehen, dabei aber vor allem darauf geachtet, daß Spieler und Betreuer gut wegkämen. Seine Kabinenansprachen seien „kein wichtiger“ Ausschnitt, sondern eine „Ausnahmesituation“: „Da verliert man schon mal ein Stück weit die Kontrolle über seine Wortwahl“. Als er sich sah, habe er trotzdem gedacht: „Um Gottes Willen, wie führst Du Dich denn da auf?“

Klinsmann betonte außerdem, daß ihm Deutschland persönlich schon „immer nahe“ gewesen sei. Daß dies viele Menschen so nicht wahr nähmen, läge vermutlich daran, „daß viele Nähe mit physischer Präsenz gleichsetzen und mit Ritualen. Beides war mir nie wichtig. Auch als Spieler mußte ich nicht mein Bier trinken oder meine Bockwurst essen, um mich als Deutscher zu fühlen. Auch damals habe ich schon lieber italienisch gegessen, aber Deutschland ist meine Heimat, das Land meiner Eltern, das Land, das ich liebe“.



„Unabhängigkeit ein falscher Ratgeber“



"Ein unglaublicher Sommer"



Klinsmann erklärte auch, daß ihm seine Unabhängigkeit wichtig sei, Unabhängigkeit aber „manchmal auch ein falscher Ratgeber“ sein könne. Als es während seiner Zeit bei Bayern München (1995 bis 1997) Schwierigkeiten mit Lothar Matthäus und dem Klub gab, so erinnert er sich etwas wehmütig, „hätte ich das vermutlich durchziehen sollen, in München bleiben, anstatt von meiner Unabhängigkeit Gebrauch zu machen und zu gehen. Wäre ich geblieben, hätte das zu einer richtig festen Verbindung führen können“.

Bei seinem Rückblick auf „diesem unglaublichen Sommer“ hat Klinsmann außerdem festgestellt, daß sich „Beziehungen zu Menschen verändern, bei denen man es nicht glaubt“.

Niemand habe sich bei ihm für Kritik entschuldigt, aber die Kritiker hätten „für sich aus der Entwicklung in diesen Jahren auch gelernt. Genau wie ich“. Menschen, auf die es ankomme, „nehmen sie als Beispiel Franz Beckenbauer oder Uli Hoeneß, sind auch unabhängige Menschen, die müssen sich nicht entschuldigen, um mir Respekt zu bekunden“.



Die Kritiker Hoeneß und Beckenbauer "müssen sich nicht entschuldigen"



Letztendlich habe er mit seinem Weg „vom Ergebnis her“ Recht behalten, sagte Klinsmann, es hätte allerdings „auch anders kommen können“. Dieses Bewußtsein seinerseits aber reiche aus, um seinen Kritikern „zu signalisieren, daß es durchaus eine gemeinsame Zukunft geben kann, irgendwo, irgendwann. Vielleicht“.



Text: FAZ.NET mit Material von sid

Bildmaterial: AP, ddp, dpa, picture-alliance/ dpa
 
Finde es übrigens gut, dass man hier jetzt nicht auf KLINSI einhaut, wie da woanders wo sich auf das interview bezogen hat.





hat ja auch wirklich ne tolle arbeit gemacht!
 
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