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Kosovo unabhängiger Staat - US-Botschaft in Flammen

Jonny

Well-Known Member
Deutschland erkennt Kosovo an

Serbien ruft Botschafter zurück



Deutschland erkennt die frühere serbische Provinz Kosovo als eigenständigen Staat an. Bundespräsident Horst Köhler schickte nach einem entsprechenden Kabinettsbeschluss am Mittwoch eine förmliche Note an seinen kosovarischen Amtskollegen Fatmir Sejdiu. In dem Schreiben wird dem neuen Staat auch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen angeboten. Serbien, das die Abspaltung des Kosovo für völkerrechtswidrig hält, rief aus Protest gegen die Entscheidung seinen Botschafter aus Berlin zurück.



http://fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1291282&http://fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1291282&





PROTEST GEGEN UNABHÄNGIGES KOSOVO

Randalierer stürmen Belgrader US-Botschaft - Flammen in Gebäude



Eskalation im Konflikt um die Unabhängigkeit des Kosovo: Bei einer Massendemonstration in Belgrad sind Krawallmacher in die US-Botschaft eingedrungen. In einem Gebäude waren kurz danach Flammen und Rauch zu sehen. Auch die bosnische, türkische und kroatische Botschaft wurden attackiert.



http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,536943,00.htmlhttp://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,536943,00.html
 
Nachdem das Kosovo sich am Anfang der Woche unabhängig erklärt hat und es viele EU-Staaten, sowie die USA und Australien schon anerkennt haben, sind nun die ersten Konflikte ausgebrochen.



Nach der UN Resolution 1244 gehört das Kosovo eigentlich zu Serbien, somit ist die Anerkennung des Staates ein Bruch gegen das Völkerrecht und dieses könnte in Zukunft zu einem Selbstbedienungsladen werden.



Auf der anderen Seite haben die früheren Konflikte sehr dazu beigetragen, dass die Kosovo-Albaner ein Recht auf einen eigenen Staat proklamieren können.



Verzwackte Situation. Ich muss zugeben, dass ich mit der Unabhängigkeit nicht allzu einverstanden bin.
 
wer darf denn entscheiden wer unabhängig von wem ist? sollten das nicht die menschen entscheiden dürfen die dort auch tatsächlich leben? gabs dort irgend ne abstimmung oder hat da einfach einer die unabhängigkeit ausgerufen?

es is ja jetzt ned so dass die leute die den kosovo unabhängig machen wollen das mit gewalt versucht haben durchzusetzten (zumindest hab ich da nix mitbekommen). solange ne große mehrheit in dem gebiet für eine unabhängigkeit is und dort keiner unterdrückt oder sonstwas wird find ich das in ordnung und richtig so.
 
wer darf denn entscheiden wer unabhängig von wem ist? sollten das nicht die menschen entscheiden dürfen die dort auch tatsächlich leben? gabs dort irgend ne abstimmung oder hat da einfach einer die unabhängigkeit ausgerufen?
es is ja jetzt ned so dass die leute die den kosovo unabhängig machen wollen das mit gewalt versucht haben durchzusetzten (zumindest hab ich da nix mitbekommen). solange ne große mehrheit in dem gebiet für eine unabhängigkeit is und dort keiner unterdrückt oder sonstwas wird find ich das in ordnung und richtig so.


Hast auch wieder Recht...das ist halt die andere Seite: Krieg zwischen Serben und Albanern, wobei die Serben anfingen und die Albaner dann Hilfe von Seiten der NATO bekamen.



Unterdrückt oder vertrieben werden könnten die 100.000 Serben, die noch auf dem Gebiet Kosovos leben.
 
wer darf denn entscheiden wer unabhängig von wem ist? sollten das nicht die menschen entscheiden dürfen die dort auch tatsächlich leben? gabs dort irgend ne abstimmung oder hat da einfach einer die unabhängigkeit ausgerufen?
es is ja jetzt ned so dass die leute die den kosovo unabhängig machen wollen das mit gewalt versucht haben durchzusetzten (zumindest hab ich da nix mitbekommen). solange ne große mehrheit in dem gebiet für eine unabhängigkeit is und dort keiner unterdrückt oder sonstwas wird find ich das in ordnung und richtig so.


Also mein Vater ist Kosovar und da hab ich auch ein bisschen die Nachrichten mit ihm verfolgt un wie ich das mitbekommen habe, haben die Serben die Kosovaren sehr unterdrückt un mein Vater war auch froh als die Unabhängikeitserklärung verkündet wurde
 
wer darf denn entscheiden wer unabhängig von wem ist? sollten das nicht die menschen entscheiden dürfen die dort auch tatsächlich leben? gabs dort irgend ne abstimmung oder hat da einfach einer die unabhängigkeit ausgerufen?


Seit wann denn das bitte?

Bin mal gespannt ob du das noch genauso siehst, wenn wir demnächst das Baskenland und Korsika mit EU-Subventionen vollpumpen dürfen...
 
wer da angefangen hat darüber will ich nix sagen, da haben bestimmt irgendwie alle dreck am stecken. aber im großen stil angefangen haben die serben ok..

is aber im grunde auch nebensächlich wer damals angefangen hat meiner meinung nach. es geht nicht um die vergangenheit sondern um die zukunft im kosovo. bei den restlichen serben dort muss man halt hoffen dases ned so kommt, dass die neue regierung dort vernünftig is un 'ihre' leute unter kontrolle hält
 
Seit wann denn das bitte?
Bin mal gespannt ob du das noch genauso siehst, wenn wir demnächst das Baskenland und Korsika mit EU-Subventionen vollpumpen dürfen...


ich hab zwar ned wirklich ahnung wie der großteil der leute im baskenland un auf korsika drauf sin, aber ich denk doch, dass der großteil vernünftig is un einsieht dases ihnen in ihrem größeren 'heimatland' besser geht als wenn sie unabhängig wären. das is wohl im kosovo ned unbedingt der fall (siehe charmins beitrag zur unterdrückung der kosovaren in serbien). außerdem haben die serben immerhin versucht die albaner auszurotten!! das die dann ned wieder mit denen in einem land leben wollen kann ich durchaus nachvollziehn...



edit:

sorry doppelpost
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Ich befürchte die Lage könnte eskalieren. Momentan brennt gerade die US-Botschaft in Belgrad und es gab einen Toten. Die Unabhängigkeit des Kosovo ist aus serbischer Sicht völligst inakzeptabel.
 
net nur die US, auch in oder bei der deutschen botschaft solls gut abgehn, laut der tagesschau von , k.a. wie viel uhr des war... auch UN-truppen wurden schon angegriffen und fahrzeuge in brand gesteckt... aber die wollen derzeit keine neuen truppen schicken, versteh ich net.. hoffentlich eskaliert des net..
 
Serbien hatte ohnehin keinerlei administrative Kontrolle mehr über den Kosovo. Letztenendes ist die Unabhängigkeit nur die Formalisierung der Wirklichkeit.



Die Staaten, die sich gegen eine Unabhängigkeit wehren, tun dies nur aus Eigennutz, da sie Angst vor einen Präzedenzfall haben (was an sich unwahrscheinlich ist, da die Situationen nicht vergleichbar sind).
 
Seit wann denn das bitte?
Bin mal gespannt ob du das noch genauso siehst, wenn wir demnächst das Baskenland und Korsika mit EU-Subventionen vollpumpen dürfen...
Hilfe, die Basken und Korsen wollen an mein Geldbeutel. Ich hoff du verkraftest den Euro dreißig im Jahr ohne dass du dich in die Fußgängerzone setzen mußt...
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Also ich finds schon hammerhart die Gegebenheiten in einem Gebiet das schon ewig instabil ist und in dem geschichtlich schon so viel in's Rollen geriet, wegen zu zahlender Subvention zu beurteilen.
 
Seit wann denn das bitte?
Bin mal gespannt ob du das noch genauso siehst, wenn wir demnächst das Baskenland und Korsika mit EU-Subventionen vollpumpen dürfen...
Psst, das machen wir in Form von Köhasions- und Strukturfonds bereits
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Qualitativ ist aber der Kosovo-Serbien Konflikt weder mit Korsika noch dem Baskenland vergleichbar. Zumindest habe ich nichts davon mitbekommen, dass die Nato neulich in Spanien einmarschiert ist, weil die spanische Armee mal locker flockig einen Genozid aus dem Ärmel schütteln wollte.
 
Der Konflikt um den Kosovo besteht schon seit dem späten Mittelalter und ist von der Verzwickung her fast mit dem Nahostkonflikt vergleichbar. Sind es in Palästina/Israel religiöse Gründe - jede Glaubensrichtung sieht das Gebiet als heiliges Land an, dass für jeden am wichtigsten ist - so liegen die Dinge im Kosovo ähnlich, wenn auch die Gründe der Glorifizierung mehr auf ideeller Ebene (zumindest auf serbischer Seite) liegen. Fakt ist folgendes:



- Das Kosovo ist zu 90% von Albanern bewohnt, und das schon seit hunderten von Jahren, das ist schlicht eine Realität. Im Tito-Jugoslawien, das aufgrund der großen Integrationsfähigkeit Titos als Vielvölkerstaat funktionierte (Teilautonomie für die einzelnen Gebiete mit Nichtserbischer Bevölkerungsmehrheit, ähnlich wie bei uns die Bundesländer), war der Kosovokonflikt in dieser Form so nicht existent. Erst seit dem Ende der 80er Jahre unter Milosevic Serbien das Kosovo als rein serbisches Gebiet beanspruchte, wurden die Bevölkerungsverhältnisse dort zum Problem.



Um etwas Aufklärung zu betreiben:

Die Serben sehen das Kosovo als Wiege ihrer Staatlichkeit, bzw. ihrer Volks-Identität an, da es im Mittelalter zu Serbien gehörte. Dazu fand auf dem Kosovo-Polje (deutsch: Amselfeld), dass dem ganzen Land den Namen gegeben hat, 1389 die entscheidende große Schlacht eines serbischen Heeres gegen die Türken statt, in der man sich gegen die türkische Expansion auf dem Balkan zur Wehr setzte. Das ganze endete in einer glorreichen Niederlage und der ganze Balkan wurde Teil des Osmanischen Reiches. Dieses Ereignis wird in Serbien bis heute nicht nur dahingehend verklärt, dass sich die Serben in dieser Situation als Verteidiger der Christenheit sahen/sehen, sondern gilt auch für das Volk der Serben als DAS identitätsstiftende Ereignis. Wir als Deutsche, die ein etwas anderes Verhältnis zu unserer Nation und unserer Identität haben (aus verständlichen Gründen) können natürlich nicht so ganz verstehen. Für die Serben muss das in etwa so sein, wie es für uns wäre, als würden die Franzosen die Loreley besetzen (ich weiß, dass das hinkt, aber so irgendwie stelle ich mir das emotional vor.).



Diese ganze emotionale Identitätsgeschichte trifft nun auf die faktischen Zustände, eben 90% albanische Bevölkerungsmehrheit, die seit Jahrzehnten unterdrückt und verfolgt werden und nicht bereit sind, ihrerseits nachzugeben - auch verständlich.

Eigentlich ein unlösbarer Gegensatz, zumindest zur Zeit, da Verfolgung und Krieg noch zu kurz zurückliegen, als das da eine vernünftige Verständigung möglich wäre.

Man kann auch den Schlachtort nicht als Kompromisslösung heraustrennen, damit die Serben einen Wallfahrtsort haben, da das ehemalige Schlachtfeld mitten im Kosovo liegt - eine verzwickte Situation.



meiner Meinung nach ist das Ganze ein unlösbarer Gegensatz. Schon der Balkankrieg der 90er Jahre entzündete sich im Kosovo - Milosevic hat 1990 oder 91 am Denkmal auf dem Amselfeld eine berühmte Hetzrede gehalten.



Deswegen könnte ich jetzt auch nicht sagen, was dort richtig oder falsch ist - wahrscheinlich gibt es kein richtig oder falsch, denn egal welche Lösung man sich ausdenkt - es werden nie alle damit zufrieden sein. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Persönlich rechne ich in nächster Zeit mit einem größeren bewaffneten Konflikt.
 
Den größeren bewaffneten Konflikt im Sinne vom klassischen Armee gegen Armee Krieg kann ich mir im Kosovo nicht vorstellen. Zu schnell würden Schutzmächte wie NATO und ggf. die EU (wenn die Battlegroups einsatzbereit sind) dort ihr geballtes Personal auffahren. Da hätte Serbien nicht den Hauch einer Chance.

Zudem würde sich Serbien damit jegliche Option für einen EU Beitritt in absehbarer Zeit nehmen. Dieser Wunsch schwindet zwar momentan in Belgrad, aber als langfristige Perspektive und einzige Alternative zur Orientierung an Russland, wird das der Weg sein, den Belgrad gehen muss.



Was allerdings durchaus möglich wäre ist ein asymetrischer Konflikt indem kleine Guerillagruppen immer wieder überfallartig in den Kosovo eindringen und dort gezielt zuschlagen und sofort wieder verschwinden (oder abtauchen). Also in etwa das, was man lange Zeit im Nahostkonflikt beobachten konnte.
 
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