Klingenstädter
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LIBANON
<span>Blutiger Kampf um die Macht in Beirut</span>
Szenen wie im Bürgerkrieg: Feuergefechte in den Straßen, brennende Barrikaden. Im Libanon beschießen sich Anhänger und Gegner der Regierung - die Opposition will Ministerpräsident Siniora zum Aufgeben zwingen.
Beirut - Der Machtkampf im Libanon hat die nächste Eskalationsstufe erreicht. Bei einer Schießerei am Rande der Oppositionsproteste wurden fünf Anhänger der Regierung bei dem Zusammenstoß in dem Dorf Halba im Norden verletzt, heißt es in libanesischen Sicherheitskreisen. Einer der Verletzten sei in kritischem Zustand.
Zuvor hatten Unbekannte laut Polizei ebenfalls im Norden des Landes auf zwei Männer geschossen, die eine Straßenblockade errichten wollten. Die beiden Anhänger des oppositionellen Christengenerals Michael Aoun wurden nach Krankenhausangaben verletzt. Insgesamt werden laut Polizei 15 Menschen mit Schussverletzungen behandelt.
"Diese Regierung versteht nur die Sprache der Gewalt. Die Lektion, die wir ihr heute erteilen, ist eine kleine", gab der Demonstrant Dschamil Wahb die aufgeheizte Stimmung der Regierungsgegner wieder.
Die pro-syrische Opposition hat ihre Proteste gegen die vom Westen unterstützte Regierung verschärft und für heute zu einem Generalstreik aufgerufen. Anhänger der Opposition versuchen seit dem Morgen die Hauptstadt abzuriegeln. Die Straßen sind blockiert: Autoreifen brennen, schwarze Rauchsäulen steigen über Beirut auf. In der gesamten Stadt haben starke Armee- und Polizeieinheiten Posten bezogen. Die meisten Geschäfte und Schulen sind heute geschlossen - unklar ist, ob aus Solidarität mit den Forderungen der Opposition oder aus Sicherheitsgründen.
Mehrere internationale Gesellschaften haben ihre Flüge nach Beirut ausgesetzt. Auch die Deutsche Lufthansa strich ihren einzigen Flug heute in die libanesische Hauptstadt. Demonstranten haben die Zufahrtstraßen zum zivilen Airport blockiert. Der Flughafen ist zwar in Betrieb, es sind aber nur wenige Angestellte zur Arbeit gekommen.
Video
Blockiert sind auch Autobahnen, die den Norden mit dem Süden des Landes verbinden. Zudem wurde die Schnellstraße in die syrische Hauptstadt Damaskus besetzt.
Die von der radikalislamischen Hisbollah geführte Opposition verlangt den Rücktritt der pro-westlichen Regierung, die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit und Neuwahlen. Die Proteste sollen Oppositionskreisen zufolge mehrere Tage dauern.
Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah warf der libanesischen Regierung gestern vor, sie wolle das Land in einen Bürgerkrieg führen. Er rief seine Anhänger auf, sich auf weitere Aktionen vorzubereiten. Um ihre Forderungen durchzusetzen, hatten die Hisbollah und Christengeneral Michael Aoun zunächst ihre fünf Minister aus der Regierung zurückgezogen. Am 1. Dezember begannen sie mit Straßenprotesten und einer Sitzblockade der Regierungsgebäude im Zentrum von Beirut. Im Januar versuchten sie, ihre Demonstrationen um ein breites Gewerkschaftsbündnis zu erweitern. Und nun der Generalstreik.
Die Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora hat die Forderungen der Opposition zurückgewiesen. Er hatte die Bevölkerung gestern aufgefordert, den Streikaufruf zu ignorieren und zur Arbeit zu gehen. Siniora bereitet derzeit eine internationale Geberkonferenz für das Land vor, die am Donnerstag in Paris beginnen soll. Politischen Kreisen zufolge ist der Regierungschef bereits nach Paris unterwegs.
ler/Reuters/dpa
Quelle: spiegel
<span>Blutiger Kampf um die Macht in Beirut</span>
Szenen wie im Bürgerkrieg: Feuergefechte in den Straßen, brennende Barrikaden. Im Libanon beschießen sich Anhänger und Gegner der Regierung - die Opposition will Ministerpräsident Siniora zum Aufgeben zwingen.
Beirut - Der Machtkampf im Libanon hat die nächste Eskalationsstufe erreicht. Bei einer Schießerei am Rande der Oppositionsproteste wurden fünf Anhänger der Regierung bei dem Zusammenstoß in dem Dorf Halba im Norden verletzt, heißt es in libanesischen Sicherheitskreisen. Einer der Verletzten sei in kritischem Zustand.
Zuvor hatten Unbekannte laut Polizei ebenfalls im Norden des Landes auf zwei Männer geschossen, die eine Straßenblockade errichten wollten. Die beiden Anhänger des oppositionellen Christengenerals Michael Aoun wurden nach Krankenhausangaben verletzt. Insgesamt werden laut Polizei 15 Menschen mit Schussverletzungen behandelt.
"Diese Regierung versteht nur die Sprache der Gewalt. Die Lektion, die wir ihr heute erteilen, ist eine kleine", gab der Demonstrant Dschamil Wahb die aufgeheizte Stimmung der Regierungsgegner wieder.
Die pro-syrische Opposition hat ihre Proteste gegen die vom Westen unterstützte Regierung verschärft und für heute zu einem Generalstreik aufgerufen. Anhänger der Opposition versuchen seit dem Morgen die Hauptstadt abzuriegeln. Die Straßen sind blockiert: Autoreifen brennen, schwarze Rauchsäulen steigen über Beirut auf. In der gesamten Stadt haben starke Armee- und Polizeieinheiten Posten bezogen. Die meisten Geschäfte und Schulen sind heute geschlossen - unklar ist, ob aus Solidarität mit den Forderungen der Opposition oder aus Sicherheitsgründen.
Mehrere internationale Gesellschaften haben ihre Flüge nach Beirut ausgesetzt. Auch die Deutsche Lufthansa strich ihren einzigen Flug heute in die libanesische Hauptstadt. Demonstranten haben die Zufahrtstraßen zum zivilen Airport blockiert. Der Flughafen ist zwar in Betrieb, es sind aber nur wenige Angestellte zur Arbeit gekommen.
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Blockiert sind auch Autobahnen, die den Norden mit dem Süden des Landes verbinden. Zudem wurde die Schnellstraße in die syrische Hauptstadt Damaskus besetzt.
Die von der radikalislamischen Hisbollah geführte Opposition verlangt den Rücktritt der pro-westlichen Regierung, die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit und Neuwahlen. Die Proteste sollen Oppositionskreisen zufolge mehrere Tage dauern.
Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah warf der libanesischen Regierung gestern vor, sie wolle das Land in einen Bürgerkrieg führen. Er rief seine Anhänger auf, sich auf weitere Aktionen vorzubereiten. Um ihre Forderungen durchzusetzen, hatten die Hisbollah und Christengeneral Michael Aoun zunächst ihre fünf Minister aus der Regierung zurückgezogen. Am 1. Dezember begannen sie mit Straßenprotesten und einer Sitzblockade der Regierungsgebäude im Zentrum von Beirut. Im Januar versuchten sie, ihre Demonstrationen um ein breites Gewerkschaftsbündnis zu erweitern. Und nun der Generalstreik.
Die Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora hat die Forderungen der Opposition zurückgewiesen. Er hatte die Bevölkerung gestern aufgefordert, den Streikaufruf zu ignorieren und zur Arbeit zu gehen. Siniora bereitet derzeit eine internationale Geberkonferenz für das Land vor, die am Donnerstag in Paris beginnen soll. Politischen Kreisen zufolge ist der Regierungschef bereits nach Paris unterwegs.
ler/Reuters/dpa
Quelle: spiegel