Dusek: "Schönheim wird Nationalspieler"
Der A-Junioren-Trainer des 1. FC Kaiserslautern schliff schon Miroslav Klose und Roman Weidenfeller
MÖRSCHIED. Am vergangenen Sonntag war es wieder so weit: Michael Dusek saß im heimischen Mörschied, nahe Idar-Oberstein, vorm Fernseher und fieberte mit den Profis des 1. FC Kaiserslautern bei deren letztlich unglücklichem Auswärtsauftritt beim Hamburger SV. Besonders genau schaute er bei den Aktionen von Fabian Schönheim, Daniel Halfar und Torwart Florian Fromlowitz hin, schließlich sind die drei durch seine Schule gegangen. "Ich habe feuchte Hände, wenn ich die Jungs in der Bundesliga sehe", gibt der A-Junioren-Coach des 1. FC Kaiserslautern zu.
Michael Dusek ist der Mann hinter den jungen Wilden beim FCK. Hinter Fabian Schönheim, Florian Fromlowitz, Daniel Halfar, Sebastian Reinert und Matthias Henn. Jenen Spielern also, die maßgeblich daran beteiligt sind, dass der pfälzische Traditionsverein überhaupt wieder Hoffnung schöpfen darf im Abstiegskampf. Von Dusek sind sie vorbereitet worden auf die Fußball-Bundesliga.
Michael Dusek ist das Lob, das deshalb momentan auf ihn herniederprasselt, ein wenig unangenehm: "Sicher habe ich Trainingsinhalte im Jugendbereich vorgegeben, sicher habe ich auch mal die harte Hand bewahrt und die Jungs gewarnt und gepowert, aber so ein Erfolg hat viele Väter." Dusek verweist auf seinen Co-Trainer Michael Rodenbusch: "Er nimmt die Spieler auch mal in den Arm und ist Tag und Nacht für sie ansprechbar." Oder auf Uwe Stöver, den Leiter des Nachwuchszentrums Frönerhof, und Hans-Werner Moser den Amateurtrainer: "Wir arbeiten hier im Team. Jeder hat seinen Anteil." In erster Linie aber glaubt der A-Junioren-Coach, dass die Spieler selbst für ihren Aufstieg zu Bundesligaprofis verantwortlich sind: "Alle fünf haben überdurchschnittliches Talent und dazu auch noch hart an sich gearbeitet. Es ist deshalb kein Risiko, sie Bundesliga spielen zu lassen."
Kein Nachteil für die Jugendabteilung des 1. FC Kaiserslautern ist freilich Duseks guter Draht zu Cheftrainer Wolfgang Wolf. In den Achtziger Jahren räumten die beiden gemeinsam in der Abwehr der Pfälzer auf und hielten auch später Kontakt, als Wolf Proficoach wurde und Dusek bei diversen Amateurvereinen als Trainer beachtliche Erfolge feierte (Oberligameister mit dem SC Idar und den Amateuren des FCK).
"Keine Frage, das erleichtert die Zusammenarbeit enorm", bekräftigt Dusek. "Wolfgang Wolf ist der Chef, aber wir können auch wie früher mal den Flachs blühen lassen. Außerdem weiß er, dass er von mir offene und ehrliche Einschätzungen bekommt."
Wolf kann sich dabei auf das Auge seines einstigen Mitspielers verlassen. Unter Michael Dusek startete Miroslav Klose beim FCK seinen kometenhaften Aufstieg und auch Roman Weidenfeller, der Torhüter von Borussia Dortmund, ging durch die seine Hände. "Das ist schon relativ weit weg. Ich bewundere aber beide, wie sie sportlich und in ihrer Außendarstellung gereift sind."
Einen ähnlichen Werdegang traut Dusek auch den jetzigen fünf Jungprofis zu. In Fabian Schönheim sieht er gar den nächsten Nationalspieler. "Wenn der FCK in der Bundesliga bleibt, dann schafft er diesen Sprung nach der WM, da bin ich mir ganz sicher." Wenn es wirklich so weit kommt, wird Michael Dusek wieder vor seinem Fernseher in Mörschied sitzen und mit vor Aufregung feuchten Händen bei jeder Aktion seines ehemaligen Schützlings mitfiebern...
Sascha Nicolay
Nahe Zeitung vom 14.03.2006, Seite 27.