Terrorserie in London
El Kaida bekennt sich
Bei einer Serie von Terroranschlägen in London sind nach Angaben von Polizei und Ärzten mindestens zwei Menschen getötet und 185 verletzt worden. Die beiden Todesfälle habe es im U-Bahnhof Aldgate East gegeben, teilte die Polizei mit. Dort seien auch mindestens 90 Menschen verletzt worden, sagte eine Ärztin.
Kurz nach den Anschlägen tauchte in einem islamistischen Internet-Forum ein Bekennerschreiben des Terrornetzwerks El Kaida auf. Darin heißt es unter anderem, die Anschläge sollten die britische "Kreuzfahrer-Regierung" wegen ihres Truppeneinsatzes in Afghanistan und im Irak treffen.
Vier Explosionen
Das britische Innenministerium erklärte, es habe vier Explosionen in der Innenstadt von London gegeben. Zuvor war von bis zu sieben Explosionen die Rede gewesen. Innenminister Charles Clarke sagte, drei Anschläge hätten U-Bahn-Stationen gegolten, eine Explosion habe einen Bus zerstört. Die Attacken seien koordiniert gewesen.
Nach Informationen von Sky News wurde einer der Anschläge von einem Selbstmordattentäter verübt. Der Mann habe den Bus in die Luft gesprengt.
Kurse im Keller
Der gesamte U-Bahn- und Bus-Verkehr wurde stillgelegt. Die Londoner Polizei und Verkehrsgesellschaft hatte zunächst jeden terroristischen Hintergrund bestritten und von einem "Kurzschluss" gesprochen. Der britische Premier Tony Blair stellte etwa drei Stunden nach den Explosionen klar, dass es sich um eine "Serie von terroristischen Angriffen" handele. Bereits zuvor hatten die Terror-Spekulationen die Aktienkurse in Europa in den Keller gehen lassen.
Der Gipfel geht weiter
Blair sagte im schottischen Gleneagles, die Anschläge stünden offenbar in einem Zusammenhang mit dem dortigen G-8-Gipfel. Er betonte, der Gipfel werde weitergehen. Er werde nach London reise und am Nachmittag nach Gleneagles zurückkehren, um das Treffen mit den anderen Vertretern der G-8-Staaten fortzusetzen. Die Anschläge seien "besonders barbarisch" an einem Tag, an dem die G-8 über Hilfen für Afrika beraten habe.
Die Staats- und Regierungschefs der G-8 verurteilten die Anschläge. "Der Terror wird nicht gewinnen", sagte Blair im Namen der Gipfelrunde.
Von Explosionen getroffen wurde eine U-Bahn zwischen den Stationen Aldgate East und Liverpool Street sowie ein weiterer Zug zwischen Russel Square und Kings Cross. Auch der U-Bahnhof Edgware Road war betroffen. Der Bus stand am Tavistock Square.
Der gesamte öffentliche Verkehr in London brach zusammen. Innenminister Clarke sagte, die Flughafen würden normal funktionieren.
Die EU-Kommission zeigte sich "schockiert und entsetzt über die Nachrichten aus London". Eine Sprecherin sagte in Brüssel, Kommissionspräsident José Manuel Barroso stehe in Gleneagles in ständigem Kontakt mit dem britischen Premierminister. "Wir bekunden unsere Solidarität mit den Angehörigen der Opfer", sagte sie.
Botschaft richtet Krisenstab ein
Die deutsche Botschaft in London richtete einen Krisenstab ein. Außenminister Joschka Fischer habe sofort nach Bekanntwerden der Vorfälle mit dem Botschafter telefoniert, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Die Botschaft und das Auswärtige Amt stünden in engem und ständigem Kontakt mit den britischen Behörden. Über mögliche Opfer und deren Nationalität gebe es derzeit noch keine verlässlichen Informationen.
Quelle:
www.n-tv.de