Hier nochmals der RP-Artikel:
Sturmlauf in die Herzen der Fans
FUSSBALL: Ovationen machen Mikic stolz - FCK bietet neuen Vertrag an
KAISERSLAUTERN (zkk). Vom Pendler zwischen Bank und Tribüne zum festen Bestandteil der Mannschaft: Mihael Mikic, der im Sommer noch verkauft werden sollte, hat ein Angebot zur Vertragsverlängerung beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern.
„Ich will ihn halten, egal ob in der Ersten oder Zweiten Liga. ,Micky" weiß, wie ich über ihn denke. Ich hoffe, dass schnell Klarheit herrscht", drückt FCK-Trainer Wolf seine Wertschätzung für den 26-Jährigen aus. Das Angebot ehrt den Kroaten: „Ich würde gerne bleiben. Wir entscheiden, wenn mein Berater aus Spanien da ist."
Mihael Mikic ist ein Gewinner des Trainerwechsels. Am 1. Juli 2004 war der frühere kroatische U21-Nationalspieler von Dinamo Zagreb in die Pfalz gekommen. Sechs Einsätze in der Saison 2004/2005 - eine frustrierende Bilanz. Im Somme buhlte der FC Thun, Champions-League-Teilnehmer aus der Schweiz, nicht nur um Thomas Riedl, sondern auch um Mikic, den Trainer Michael Henke nicht auf der Rechnung hatte. „Ich wollte nicht, ich wollte mich hier durchsetzen", sagt der Profi beim Blick zurück.
„Jeder Trainer hat eine andere Philosophie. Was war, das ist vorbei. Wichtig für mich ist, dass Wolf gekommen ist und mir die Chance gibt, mir sagt, was er erwartet", betont Mikic. In 14 der 16 Spiele unter Wolfs Regie kam der Turbo zum Einsatz. Dreimal stand er in der Startelf, elfmal kam er als Joker.
Am Sonntag beim 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach wurde Mikic nach 82 Minuten mit Ovationen verabschiedet - Lohn für eine große kämpferische Leistung. „Micky" brannte wie eine Fackel, die Zuschauer spürten, hier kämpft einer mit allen Fasern seines Körpers um den Bundesliga-Erhalt. Hier lebt einer seine totale Identifikation mit Verein, Mannschaft und Fans aus. Mikic: „Ja, das war sehr schön, als das ganze Stadion geklatscht hat, als ich runter ging. Das ist tief in meinem Herzen. Ich war sehr glücklich nach diesem Sieg."
„Er hatte sich diesen Abgang verdient. Er war einer unserer Besten", lobt Trainer Wolf: „Das ist ein Typ, wie sich ihn jeder Trainer wünscht. ,Micky" kann auf verschiedenen Positionen spielen, er lässt sich nicht hängen, auch nicht, wenn er mal nicht spielt. Er hat noch Luft nach oben." So müsse der Mann mit der Nummer 14 mehr Ruhe am Ball gewinnen: „Er verliert öfter durch ungenaue Pässe noch den Ball, ist aber für jeden Gegner unangenehm, weil er voll drauf geht."
Das Spiel gegen die Gladbacher belegt des Trainers Worte: Mikic initiierte einen grandiosen Konter, spielte seine Schnelligkeit gegen El Fakiri aus, schloss aber überhastet ab. Der „alte" Mikic. Aber dann seine großartige Vorbereitung von Altintops 2:0 nach Körpertäuschung gegen Marcell Jansen. Der „neue" Mikic ...
„Ich will nicht absteigen! Sonst steht mein Name für ewig in dieser Liste", sagt der Vielseitige: „Ich kann auf der ganzen rechten Seite spielen. Eigentlich bin ich ein offensiver Spieler. Aber wenn der Trainer mich hinten braucht, auch als Verteidiger auf Hoilands Position, kein Problem ..."
Typisch Mikics Nachsatz im Interview: „Entschuldigung, mein Deutsch ist noch nicht besser geworden." Falsche Bescheidenheit des Profis, der im Sommer in der Heimat heiraten wird.
KONZOKH / KONZOKH
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ