Man sollte das Problem schon im Kontext des jeweiligen Landes sehen - und in Italien fand scheinbar (genau weiß ich das aber nicht) eine schwächere Form der Aufarbeitung statt, wie dies in Deutschland der Fall war (analog zu Spanien mit Franco und auch zur Militärdiktatur Griechenlands). Jedenfalls gibt es in Italien nicht nur eine ziemlich erfolgreiche rechtsextreme Partei (Lega Nord), sondern auch eine neofaschistische Partei (Popolo della Libertà) mit der Enkelin von Benito Mussolini, der eine gewisse Nähe zum Verein nachgesagt wird.
In Italien ist es kein großes Ding, sich öffentlich zum "Führer" zu bekennen, oder bei uns verbotene Symbole zu präsentieren. So kann auch nicht die Rede davon sein, dass es sich bei den Irriducibili um einen "kleinen" Teil der Lazio-Fanszene handelt, sondern um einen ziemlich großen und einflussreichen neofaschistischen Mob und eine der größten Ultrà-Organisationen Europas.
Abgesehen davon hat vor allem der aktuelle Präsident Lotito im Kampf gegen die Hydra Irriducibili sehr viel Anerkennung erworben. Wobei dieser Kampf in meinen Augen aussichtslos ist, weil diese Fans am längeren Hebel sitzen...
Was ich damit sagen möchte: Wäre ich Spieler, so wäre mir jeder italienische Club (vielleicht außer Milan wegen Berlusconi) als Lazio lieber als Arbeitgeber.
(Bevor sich hier italienische Teufel auf den Schlips getreten fühlen - das oben geschriebene ist nur ein Teil meiner Sicht auf Italien und beileibe nicht das ganze Bild. Allerdings gehört alles andere nun überhaupt noch weniger hierher...
)
Eine Diskussion über Lazio ist hier wirklich in dem Ausmaße wie wir sie führen nicht so angebracht. Ich denke, wir sollten schauen, dass jeder seine Meinung zum Wechsel kund tun kann und es dabei belassen. Dass der Club unsympathisch ist sehen scheinbar viele so, welche Auswirkung das auf die Reputation von Miroslav Klose hat kann hingegen wahrscheinlich bis zum Sankt Nimmerleinstag vor- und zurückgekaut werden...