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[Nahost] Israel plant Atomschlag gg iranisches Nuklearprogramm

Jonny

Well-Known Member
Israel soll Nuklearschlag gegen Iran planen



Die USA planen einen Atomangriff auf iranische Atomanlagen, hieß es im Frühjahr 2006 - was die Regierung Bush damals dementierte. Jetzt meldet die "Sunday Times", Israel bereite einen solchen Angriff vor. Die Piloten sollen bereits trainieren.



London - Israel plane mit einem einzigen Angriff Atomanlagen in Iran auszuschalten. Dabei sollten Bunkerbrechende Bomben eingesetzt werden, berichtete die "Sunday Times" heute unter Berufung auf mehrere Quellen in der israelischen Armee. Dem Bericht zufolge bereiten sich zwei Luftwaffen-Geschwader auf den Einsatz vor. In den vergangenen Wochen seien die Piloten mehrmals nach Gibraltar geflogen, um den 2000-Meilen-Flug zu trainieren.



Satellitenaufnahme von der Anlage in Arak

Der Plan: Lasergesteuerte konventionelle Raketen öffnen "Tunnel" zu den eigentlichen Zielen in den Bunkeranlagen. Mini-Nuklearwaffen mit einem fünfzehntel der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe werden anschließend in diese Tunnel abgefeuert.



"Sobald wir grünes Licht haben, wird die Mission gestartet. Ein Schlag - und das iranische Atomprogramm wird zerstört sein", zitierte die "Sunday Times" eine Quelle. Ein Nuklearschlag wird nach Angaben des Blattes erwogen, da konventionelle Waffen möglicherweise nicht ausreichten, um die gut geschützten Ziele zu zerstören. Die Anlagen liegen teilweise unter einer 20 Meter dicken Betonschicht.



Die Atomwaffen würden tief unter der Erdoberfläche explodieren, um das Risiko eines nuklearen Niederschlags zu minimieren.



Dieser Plan ähnelt einem vom US-Magazin "New Yorker" im April beschriebenen angeblichen Vorhaben der USA. Das Weiße Haus hatte den Bericht zurückgewiesen, den US-Starjournalist Seymour Hersh damals verfasste.



Nach Informationen der "Sunday Times" haben sich israelische Verantwortliche wiederholt mit US-Experten getroffen, um einen solchen Militäreinsatz zu erörtern. Die Zeitung spekulierte, dass die Offenlegung eines solchen Angriffsplans das Ziel haben könnte, Druck auf den Iran auszuüben, damit dieser sein Atomprogramm einstelle.



Dem Bericht zufolge gelten als Hauptziele:



* Das Forschungslabor und die Produktionsstätten in Natans - dort lagen Tausende Zentrifugen, die zur Urananreichung benötigt werden



* Die Reaktoranlage bei Isfahan. Dort lagern nach Angaben des iranischen Vizepräsidenten 25 Tonnen Gas, die zur Urananreicherung benötigt werden



* Die Produktionsstätten in Arak, wo künftig waffenfähiges Plutonium hergestellt werden könnte.



Die Iraelis glauben dem Bericht zufolge, dass ein Ausschalten dieser Ziele das Atomprogramm des Iran auf unbestimmte Zeit verzögern würde.



Die Regierung hat in der Vergangenheit mehrfach erklärt, dass Iran Atomprogramm nicht hingenommen würde. Schließlich ist Iran Präsident Mahmud Ahmadineschad ein erklärter Feind Israels.



Israel wies die angaben der "Sunday Times" über die angeblichen Angriffspläne zurück. Ein ranghoher israelischer Regierungsbeamter nannte den Zeitungsbericht am Sonntag "absurd". Israel plane nach wie vor keinen militärischen Angriff gegen den Iran, sondern unterstütze die vom Uno-Sicherheitsrat gegen Teheran verhängten Sanktionen. Israel hatte allerdings bereits 1981 einen Angriff gegen einen irakischen Atomreaktor geführt.



Iran warnte Israel vor Angriffen auf sein Territorium drohte und mit Gegenangriffen. Außenamtssprecher Mohammed Ali Hosseini erklärte in Teheran, jegliche Militäraktion gegen die Islamische Republik werde "nicht ohne Antwort bleiben". Der "Agressor" werde seine Tat "sehr schnell bereuen".



jul/phw/AFP/reuters



www.spiegel.de

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,458170,00.htmlhttp://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,458170,00.html
 
Ich halte das noch für einfache Abschreckung.



Allerdings kann ich mir vorstellen, dass daraus ernst wird, wenn der Iran mit seinen Forschungen fortfährt.

Das dumme ist: Ich kanns den Israelis noch nicht einmal verdenken, dass sie Möglichkeiten suchen, um zu verhindern, dass jemand. der wiederholt die Vernichtung Israels gefordert hat, in den Besitz von Atomwaffen gelangt.
 
Jep,die Israelis werden das als Präventivschlag bezeichnen ,zum Schutz der eigenen Bevölkerung .Sehr zwiespältig für die Israelis das Ganze.

Bei mir zieht sich nur der Magen zusammen ,da scheinbar Atomwaffen (auch wenn sie "Mini" sind) eingesetzt werden .Der Rückschlag der Iraner wird ,wenn schon A-Waffen vorhanden sind , wohl dann auch atomarer Natur.

Und den Israelis würd ich das zutrauen ,die sind ja auch nicht von trauriger Natur ,wenn man sich die Kämpfe mit Palästinensern im TV anschaut.
 
bestreiten die israelis ned schon seit jahrzehnten, dass sie überhaupt atomwaffen haben? ich mein das glaubt denen zwar eh keiner, aber zugegeben haben sies noch ned soweit ich weis
 
Grass schreibt Gedicht gegen Israel



Das Gedicht: http://www.tagesschau.de/inland/grassgedicht102.htmlhttp://www.tagesschau.de/inland/grassgedicht102.html



Reaktionen: http://www.tagesschau.de/kultur/grassgedicht100.htmlhttp://www.tagesschau.de/kultur/grassgedicht100.html





"gegen Israel" ... gegen die israelische Politik wäre treffender



Wenn du als Antisemit bezeichnet werden willst, sage öffentlich ein Wort gegen Israel.



Schade, dass die Meinungsfreiheit bei diesem Thema so krass eingeschränkt wird. Schade, dass es in Deutschland keine Diskussion geben darf über Aspekte bei denen Israel in einem kritischen Licht steht. Schade, dass die politische Kultur bei diesem Thema so vor die Hunde gehen muss.





Zum Thema ganz kurz: Ich kann Israels Angst verstehen, ich kann die Rationalität hinter einem Angriff auf die iranischen Atomanlagen verstehen. Ich kann jedoch nicht verstehen, warum Kritik an der israelischen Politik - egal ob an der Atomfrage, an dem Umgang mit Palästinensern und und und - ein absolutes Tabu sein sollte, warum Kritiker dieser Politik sofort von allen Seiten als Antisemiten bezeichnet werden. Deutsche haben eine historische Verantwortung, dass die Völker dieser Erde nach Freiheit und Frieden streben. Und man hat absolut nichts aus der Geschichte gelernt, wenn man Israel bei wirklich jeder Aktion in Schutz nimmt und dadurch das Leiden anderer Menschen (Gaza und Westbank) übersieht und stillschweigend billigt. Deutschland sollte zu einem neutralen Anwalt der Menschen - aller Menschen! - werden und dabei kein Volk geringer schätzen, als andere Völker.



Edit:

Man bekämpft den Antisemitismus in seinen vielfältigen Formen - ob offen, ob verborgen, unterschwellig an einigen Stammtischen zutage tretend - nicht, indem man jeden Kritiker Antisemit schimpft. Ganz im Gegenteil: Damit zieht man die Diskussion auf ein ihr unwürdiges, oberflächliches Niveau. Damit setzt man sich nicht mit den Gedanken und oftmals unbegründeten Ängsten dieser Menschen auseinander. "Antisemit!" führt lediglich dazu, dass diese Menschen ihre Ansichten als verboten ansehen. Sie werden sie dadurch jedoch nicht ändern oder überdenken, sich ihrer nichtmal bewusst werden. Nein, sie werden diese Ansichten weiter unterschwellige und verborgen in sich tragen.
 
Grass schreibt Gedicht gegen Israel



Das Gedicht: http://www.tagesschau.de/inland/grassgedicht102.htmlhttp://www.tagesschau.de/inland/grassgedicht102.html



Reaktionen: http://www.tagesschau.de/kultur/grassgedicht100.htmlhttp://www.tagesschau.de/kultur/grassgedicht100.html





"gegen Israel" ... gegen die israelische Politik wäre treffender



Wenn du als Antisemit bezeichnet werden willst, sage öffentlich ein Wort gegen Israel.



Schade, dass die Meinungsfreiheit bei diesem Thema so krass eingeschränkt wird. Schade, dass es in Deutschland keine Diskussion geben darf über Aspekte bei denen Israel in einem kritischen Licht steht. Schade, dass die politische Kultur bei diesem Thema so vor die Hunde gehen muss.





Zum Thema ganz kurz: Ich kann Israels Angst verstehen, ich kann die Rationalität hinter einem Angriff auf die iranischen Atomanlagen verstehen. Ich kann jedoch nicht verstehen, warum Kritik an der israelischen Politik - egal ob an der Atomfrage, an dem Umgang mit Palästinensern und und und - ein absolutes Tabu sein sollte, warum Kritiker dieser Politik sofort von allen Seiten als Antisemiten bezeichnet werden. Deutsche haben eine historische Verantwortung, dass die Völker dieser Erde nach Freiheit und Frieden streben. Und man hat absolut nichts aus der Geschichte gelernt, wenn man Israel bei wirklich jeder Aktion in Schutz nimmt und dadurch das Leiden anderer Menschen (Gaza und Westbank) übersieht und stillschweigend billigt. Deutschland sollte zu einem neutralen Anwalt der Menschen - aller Menschen! - werden und dabei kein Volk geringer schätzen, als andere Völker.



Edit:

Man bekämpft den Antisemitismus in seinen vielfältigen Formen - ob offen, ob verborgen, unterschwellig an einigen Stammtischen zutage tretend - nicht, indem man jeden Kritiker Antisemit schimpft. Ganz im Gegenteil: Damit zieht man die Diskussion auf ein ihr unwürdiges, oberflächliches Niveau. Damit setzt man sich nicht mit den Gedanken und oftmals unbegründeten Ängsten dieser Menschen auseinander. "Antisemit!" führt lediglich dazu, dass diese Menschen ihre Ansichten als verboten ansehen. Sie werden sie dadurch jedoch nicht ändern oder überdenken, sich ihrer nichtmal bewusst werden. Nein, sie werden diese Ansichten weiter unterschwellige und verborgen in sich tragen.
 
Der Publizist Henryk M. Broder kritisierte die Äußerungen des Literaturnobelpreisträgers als antisemitisch.


Hmm, da machste jetzt natürlich einige Baustellen auf.

Das Gedicht wirkt auf mich, und das ist natürlich eine sehr persönliche Sicht, irgendwie angestrengt. Als hätte Grass versucht ein Statement, dass er unbedingt loswerden wollte, in ein Gedicht zu pressen, um es damit weniger angreifbar zu machen. Das funktioniert bei diesem Thema natürlich nicht. Stilistisch jedenfalls wirkt es ungelenk, dass dann unbedingt noch die deutschen U-Boote mit untergebracht werden müssen, macht die Sache nicht besser.




Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:

Die Atommacht Israel gefährdet

den ohnehin brüchigen Weltfrieden?


Wirkt einseitig und provoziert damit Widerspruch. Tatsächlich ist die Beschreibung des Irans recht schnell abgehakt und auch wenn das Gedicht sich mit Israel beschäftigen soll, wird das natürlich der Situation nicht gerecht.

Einige, wenn nicht viele der politischen Handlungen auf israelischer Seite (aktuelles Stichwort wieder Siedlungsbau) bieten Anlass zur Kritik, und es ist nicht verkehrt, darüber eine Diskussion anschieben zu wollen. Ich gebe dir da absolut Recht, das diese Debatte viel zu oft im Keim erstickt wird. Aber das hätte man in diesem Fall durchaus sachlich ausgewogenen haben können.



Über die möglichen oder tatsächlichen Beweggründe für und gegen eine Intervention Israels im Iran und die Einbettung dieses Konfliktes in geostrategische Interessen der Weltmächte Russland, China und USA erfährt man bei Grass jedenfalls herzlich wenig. Oder ist das vielleicht auch nicht sein Auftrag als... Künstler?
 
Der Publizist Henryk M. Broder kritisierte die Äußerungen des Literaturnobelpreisträgers als antisemitisch.


Hmm, da machste jetzt natürlich einige Baustellen auf.

Das Gedicht wirkt auf mich, und das ist natürlich eine sehr persönliche Sicht, irgendwie angestrengt. Als hätte Grass versucht ein Statement, dass er unbedingt loswerden wollte, in ein Gedicht zu pressen, um es damit weniger angreifbar zu machen. Das funktioniert bei diesem Thema natürlich nicht. Stilistisch jedenfalls wirkt es ungelenk, dass dann unbedingt noch die deutschen U-Boote mit untergebracht werden müssen, macht die Sache nicht besser.




Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:

Die Atommacht Israel gefährdet

den ohnehin brüchigen Weltfrieden?


Wirkt einseitig und provoziert damit Widerspruch. Tatsächlich ist die Beschreibung des Irans recht schnell abgehakt und auch wenn das Gedicht sich mit Israel beschäftigen soll, wird das natürlich der Situation nicht gerecht.

Einige, wenn nicht viele der politischen Handlungen auf israelischer Seite (aktuelles Stichwort wieder Siedlungsbau) bieten Anlass zur Kritik, und es ist nicht verkehrt, darüber eine Diskussion anschieben zu wollen. Ich gebe dir da absolut Recht, das diese Debatte viel zu oft im Keim erstickt wird. Aber das hätte man in diesem Fall durchaus sachlich ausgewogenen haben können.



Über die möglichen oder tatsächlichen Beweggründe für und gegen eine Intervention Israels im Iran und die Einbettung dieses Konfliktes in geostrategische Interessen der Weltmächte Russland, China und USA erfährt man bei Grass jedenfalls herzlich wenig. Oder ist das vielleicht auch nicht sein Auftrag als... Künstler?
 
Ich widerspreche mal in einem Punkt, der aber entscheidend ist. Es geht hier um einen atomaren Erstschlag zur Verhinderung der möglichen Erlangung von Atomwaffen. Ich erinnere mich da immer wieder an die Massenvernichtungswaffen des Saddam Husseins, die auch willfertig als Begründung für den Erstschlag im letzten Krieg herhielten, und bis heute nicht gefunden wurden. Allein die geäußerte Feindschaft gegenüber Israel oder einem anderen Land rechtfertigt es noch lange nicht einen Erstschlag zu führen und steht ebensowenig auf der selben Stufe in der Aggressorfrage bei diesem Thema.
 
Ich widerspreche mal in einem Punkt, der aber entscheidend ist. Es geht hier um einen atomaren Erstschlag zur Verhinderung der möglichen Erlangung von Atomwaffen. Ich erinnere mich da immer wieder an die Massenvernichtungswaffen des Saddam Husseins, die auch willfertig als Begründung für den Erstschlag im letzten Krieg herhielten, und bis heute nicht gefunden wurden. Allein die geäußerte Feindschaft gegenüber Israel oder einem anderen Land rechtfertigt es noch lange nicht einen Erstschlag zu führen und steht ebensowenig auf der selben Stufe in der Aggressorfrage bei diesem Thema.
 
Hmm, da machste jetzt natürlich einige Baustellen auf.
Das Gedicht wirkt auf mich, und das ist natürlich eine sehr persönliche Sicht, irgendwie angestrengt. Als hätte Grass versucht ein Statement, dass er unbedingt loswerden wollte, in ein Gedicht zu pressen, um es damit weniger angreifbar zu machen. Das funktioniert bei diesem Thema natürlich nicht. Stilistisch jedenfalls wirkt es ungelenk, dass dann unbedingt noch die deutschen U-Boote mit untergebracht werden müssen, macht die Sache nicht besser.







Wirkt einseitig und provoziert damit Widerspruch. Tatsächlich ist die Beschreibung des Irans recht schnell abgehakt und auch wenn das Gedicht sich mit Israel beschäftigen soll, wird das natürlich der Situation nicht gerecht.

Einige, wenn nicht viele der politischen Handlungen auf israelischer Seite (aktuelles Stichwort wieder Siedlungsbau) bieten Anlass zur Kritik, und es ist nicht verkehrt, darüber eine Diskussion anschieben zu wollen. Ich gebe dir da absolut Recht, das diese Debatte viel zu oft im Keim erstickt wird. Aber das hätte man in diesem Fall durchaus sachlich ausgewogenen haben können.



Über die möglichen oder tatsächlichen Beweggründe für und gegen eine Intervention Israels im Iran und die Einbettung dieses Konfliktes in geostrategische Interessen der Weltmächte Russland, China und USA erfährt man bei Grass jedenfalls herzlich wenig. Oder ist das vielleicht auch nicht sein Auftrag als... Künstler?




Ich wollte Grass Gedicht auch gar nicht schützen. Ich finde das auch sehr einseitig. Aber genau darüber kann man doch diskutieren (wie du es ja auch sehr gut vorführst) und muss es nicht platt als antisemitisch hinstellen.



Ich finde Grass' Art und Weise auch alles andere als klug. Mich stört es generell, wie von beiden Seiten - Kritiker, wie Verteidiger israelischer Politik - mit dem Thema umgegangen wird.







@ FeindeslandTeufel:

Es geht ganz sicher nicht um einen atomaren Erstschlag. Israel wird, wenn dann konventionell angreifen und nicht mit Atomwaffen.
 
Hmm, da machste jetzt natürlich einige Baustellen auf.
Das Gedicht wirkt auf mich, und das ist natürlich eine sehr persönliche Sicht, irgendwie angestrengt. Als hätte Grass versucht ein Statement, dass er unbedingt loswerden wollte, in ein Gedicht zu pressen, um es damit weniger angreifbar zu machen. Das funktioniert bei diesem Thema natürlich nicht. Stilistisch jedenfalls wirkt es ungelenk, dass dann unbedingt noch die deutschen U-Boote mit untergebracht werden müssen, macht die Sache nicht besser.







Wirkt einseitig und provoziert damit Widerspruch. Tatsächlich ist die Beschreibung des Irans recht schnell abgehakt und auch wenn das Gedicht sich mit Israel beschäftigen soll, wird das natürlich der Situation nicht gerecht.

Einige, wenn nicht viele der politischen Handlungen auf israelischer Seite (aktuelles Stichwort wieder Siedlungsbau) bieten Anlass zur Kritik, und es ist nicht verkehrt, darüber eine Diskussion anschieben zu wollen. Ich gebe dir da absolut Recht, das diese Debatte viel zu oft im Keim erstickt wird. Aber das hätte man in diesem Fall durchaus sachlich ausgewogenen haben können.



Über die möglichen oder tatsächlichen Beweggründe für und gegen eine Intervention Israels im Iran und die Einbettung dieses Konfliktes in geostrategische Interessen der Weltmächte Russland, China und USA erfährt man bei Grass jedenfalls herzlich wenig. Oder ist das vielleicht auch nicht sein Auftrag als... Künstler?




Ich wollte Grass Gedicht auch gar nicht schützen. Ich finde das auch sehr einseitig. Aber genau darüber kann man doch diskutieren (wie du es ja auch sehr gut vorführst) und muss es nicht platt als antisemitisch hinstellen.



Ich finde Grass' Art und Weise auch alles andere als klug. Mich stört es generell, wie von beiden Seiten - Kritiker, wie Verteidiger israelischer Politik - mit dem Thema umgegangen wird.







@ FeindeslandTeufel:

Es geht ganz sicher nicht um einen atomaren Erstschlag. Israel wird, wenn dann konventionell angreifen und nicht mit Atomwaffen.
 
@ FeindeslandTeufel:

Es geht ganz sicher nicht um einen atomaren Erstschlag. Israel wird, wenn dann konventionell angreifen und nicht mit Atomwaffen.


Ok. Hab ich jetzt anders gelesen :




..

Satellitenaufnahme von der Anlage in Arak

Der Plan: Lasergesteuerte konventionelle Raketen öffnen "Tunnel" zu den eigentlichen Zielen in den Bunkeranlagen. Mini-Nuklearwaffen mit einem fünfzehntel der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe werden anschließend in diese Tunnel abgefeuert.



"Sobald wir grünes Licht haben, wird die Mission gestartet. Ein Schlag - und das iranische Atomprogramm wird zerstört sein", zitierte die "Sunday Times" eine Quelle. Ein Nuklearschlag wird nach Angaben des Blattes erwogen, da konventionelle Waffen möglicherweise nicht ausreichten, um die gut geschützten Ziele zu zerstören. Die Anlagen liegen teilweise unter einer 20 Meter dicken Betonschicht.



Die Atomwaffen würden tief unter der Erdoberfläche explodieren, um das Risiko eines nuklearen Niederschlags zu minimieren.



..
 
@ FeindeslandTeufel:

Es geht ganz sicher nicht um einen atomaren Erstschlag. Israel wird, wenn dann konventionell angreifen und nicht mit Atomwaffen.


Ok. Hab ich jetzt anders gelesen :




..

Satellitenaufnahme von der Anlage in Arak

Der Plan: Lasergesteuerte konventionelle Raketen öffnen "Tunnel" zu den eigentlichen Zielen in den Bunkeranlagen. Mini-Nuklearwaffen mit einem fünfzehntel der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe werden anschließend in diese Tunnel abgefeuert.



"Sobald wir grünes Licht haben, wird die Mission gestartet. Ein Schlag - und das iranische Atomprogramm wird zerstört sein", zitierte die "Sunday Times" eine Quelle. Ein Nuklearschlag wird nach Angaben des Blattes erwogen, da konventionelle Waffen möglicherweise nicht ausreichten, um die gut geschützten Ziele zu zerstören. Die Anlagen liegen teilweise unter einer 20 Meter dicken Betonschicht.



Die Atomwaffen würden tief unter der Erdoberfläche explodieren, um das Risiko eines nuklearen Niederschlags zu minimieren.



..
 
Hab auch grad gesehen, dass du dich auf den Threadtitel und das eigentliche Thema beziehst. Sorry. Ich glaub aber, dass sind alte Infos.
 
Hab auch grad gesehen, dass du dich auf den Threadtitel und das eigentliche Thema beziehst. Sorry. Ich glaub aber, dass sind alte Infos.
 
Davon ab, es muss ja nicht unbedingt ein atomarer Erstschlag sein. Erstschlag an sich hat eine andere Qualität als bloße Drohungen und verbale Aggressionen. Das ist wie mit einem Hammer auf ein Wespennest draufhauen, um dann evtl. festzustellen, dass es Bienen waren. Bringt dann nur nix mehr, weil auch angegriffene Bienen dann wie wild stechen. Was damit an Sicherheit zu gewinnen wäre, sehe ich nicht.
 
Davon ab, es muss ja nicht unbedingt ein atomarer Erstschlag sein. Erstschlag an sich hat eine andere Qualität als bloße Drohungen und verbale Aggressionen. Das ist wie mit einem Hammer auf ein Wespennest draufhauen, um dann evtl. festzustellen, dass es Bienen waren. Bringt dann nur nix mehr, weil auch angegriffene Bienen dann wie wild stechen. Was damit an Sicherheit zu gewinnen wäre, sehe ich nicht.
 
Davon ab, es muss ja nicht unbedingt ein atomarer Erstschlag sein. Erstschlag an sich hat eine andere Qualität als bloße Drohungen und verbale Aggressionen. Das ist wie mit einem Hammer auf ein Wespennest draufhauen, um dann evtl. festzustellen, dass es Bienen waren. Bringt dann nur nix mehr, weil auch angegriffene Bienen dann wie wild stechen. Was damit an Sicherheit zu gewinnen wäre, sehe ich nicht.


Selbstverständlich hat ein massiver Militäreinsatz eine andere Qualität als die, wenn auch seit Jahrzehnten bestehenden, Drohungen in Richtung Israel. Das muss man nicht mal unbedingt "Erstschlag" nennen, was ein wenig an den Kalten Krieg erinnert und damit ein weit größeres Ausmaß an Vernichtung suggeriert als man vermutlich bei einem gezielten Schlag gegen iranische Atomanlagen erwarten kann.

Auch dass Grass tatsächlich die Formulierung "iranische Volk auslöschen könnte" wählt, suggeriert im Grunde einen Genozid, für den es keinerlei Hinweise gibt.
 
Davon ab, es muss ja nicht unbedingt ein atomarer Erstschlag sein. Erstschlag an sich hat eine andere Qualität als bloße Drohungen und verbale Aggressionen. Das ist wie mit einem Hammer auf ein Wespennest draufhauen, um dann evtl. festzustellen, dass es Bienen waren. Bringt dann nur nix mehr, weil auch angegriffene Bienen dann wie wild stechen. Was damit an Sicherheit zu gewinnen wäre, sehe ich nicht.


Selbstverständlich hat ein massiver Militäreinsatz eine andere Qualität als die, wenn auch seit Jahrzehnten bestehenden, Drohungen in Richtung Israel. Das muss man nicht mal unbedingt "Erstschlag" nennen, was ein wenig an den Kalten Krieg erinnert und damit ein weit größeres Ausmaß an Vernichtung suggeriert als man vermutlich bei einem gezielten Schlag gegen iranische Atomanlagen erwarten kann.

Auch dass Grass tatsächlich die Formulierung "iranische Volk auslöschen könnte" wählt, suggeriert im Grunde einen Genozid, für den es keinerlei Hinweise gibt.
 
Letzlich ist es ja aber ein "Erstschlag", weil ich einem möglichen Angriff des Irans zuvorkommen würde. Letztlich kann man Israel und die Weltgemeinschaft vor diesem Schritt nur warnen, denn die Gefahr, dass dieser Schlag nach hinten losgeht ist weitaus größer, als ein erfolgreicher Verlauf der Operation.
 
Letzlich ist es ja aber ein "Erstschlag", weil ich einem möglichen Angriff des Irans zuvorkommen würde. Letztlich kann man Israel und die Weltgemeinschaft vor diesem Schritt nur warnen, denn die Gefahr, dass dieser Schlag nach hinten losgeht ist weitaus größer, als ein erfolgreicher Verlauf der Operation.
 
Auch dass Grass tatsächlich die Formulierung "iranische Volk auslöschen könnte" wählt, suggeriert im Grunde einen Genozid, für den es keinerlei Hinweise gibt.


Naja, ich bin dafür zu wenig Experte, aber ich halte die Folgen für nicht absehbar, wenn auch Grass Worte evtl. zu drastisch sind. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann kein Mensch in Israel sagen, wie es in den Anlagen genau aussieht. Wüssten sie es, bräuchte man es nicht mehr zu vermuten und ergo zu fürchten, weil man dann entweder Beweise für Schuld oder Unschuld vorlegen könnte. Also wissen sie eher wenig. Jetzt nehmen wir mal an, die arbeiten da wirklich nur an ner zivilen Nutzung. Was passiert wenn man sowas in die Luft jagt? Wie "schmutzig" von Strahlung etc. wird das dann für die Bevölkerung? Die Militärs sprechen in solchen Fällen immer von der "Minimierung von Kollateralschäden", aber ein Militärschlag ist eben in der Regel doch mehr Schwert/Axt als Skalpell, mit dem man im Zweifel keine "Herz-OP" im Korpus "NahOSt" durchführen sollte.
 
Auch dass Grass tatsächlich die Formulierung "iranische Volk auslöschen könnte" wählt, suggeriert im Grunde einen Genozid, für den es keinerlei Hinweise gibt.


Naja, ich bin dafür zu wenig Experte, aber ich halte die Folgen für nicht absehbar, wenn auch Grass Worte evtl. zu drastisch sind. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann kein Mensch in Israel sagen, wie es in den Anlagen genau aussieht. Wüssten sie es, bräuchte man es nicht mehr zu vermuten und ergo zu fürchten, weil man dann entweder Beweise für Schuld oder Unschuld vorlegen könnte. Also wissen sie eher wenig. Jetzt nehmen wir mal an, die arbeiten da wirklich nur an ner zivilen Nutzung. Was passiert wenn man sowas in die Luft jagt? Wie "schmutzig" von Strahlung etc. wird das dann für die Bevölkerung? Die Militärs sprechen in solchen Fällen immer von der "Minimierung von Kollateralschäden", aber ein Militärschlag ist eben in der Regel doch mehr Schwert/Axt als Skalpell, mit dem man im Zweifel keine "Herz-OP" im Korpus "NahOSt" durchführen sollte.
 
Man bekämpft den Antisemitismus in seinen vielfältigen Formen - ob offen, ob verborgen, unterschwellig an einigen Stammtischen zutage tretend - nicht, indem man jeden Kritiker Antisemit schimpft. Ganz im Gegenteil: Damit zieht man die Diskussion auf ein ihr unwürdiges, oberflächliches Niveau. Damit setzt man sich nicht mit den Gedanken und oftmals unbegründeten Ängsten dieser Menschen auseinander. "Antisemit!" führt lediglich dazu, dass diese Menschen ihre Ansichten als verboten ansehen. Sie werden sie dadurch jedoch nicht ändern oder überdenken, sich ihrer nichtmal bewusst werden. Nein, sie werden diese Ansichten weiter unterschwellige und verborgen in sich tragen.


Mehr noch: Wie jedes Stigma in eine selbstbewusste Eigenbezeichnung umgewandelt werden kann, wird eines Tages einer sagen: "Na schön, wenn alles über unterwürfige Akklamation hinausgehende für euch Antisemitismus ist, wenn ihr das tatsächlich so haben wollt, wenn ihr mir keinen Ausweg lasst - auch gut: dann bin ich eben Antisemit." Dies kann ein Politiker, ein Künstler oder ein sonstiger Promi sein - auf jeden Fall jemand, der als moralisch integer und des Rassismus unverdächtig gilt. Ich weiß nicht wann, aber es wird eines Tages passieren...
 
Man bekämpft den Antisemitismus in seinen vielfältigen Formen - ob offen, ob verborgen, unterschwellig an einigen Stammtischen zutage tretend - nicht, indem man jeden Kritiker Antisemit schimpft. Ganz im Gegenteil: Damit zieht man die Diskussion auf ein ihr unwürdiges, oberflächliches Niveau. Damit setzt man sich nicht mit den Gedanken und oftmals unbegründeten Ängsten dieser Menschen auseinander. "Antisemit!" führt lediglich dazu, dass diese Menschen ihre Ansichten als verboten ansehen. Sie werden sie dadurch jedoch nicht ändern oder überdenken, sich ihrer nichtmal bewusst werden. Nein, sie werden diese Ansichten weiter unterschwellige und verborgen in sich tragen.


Mehr noch: Wie jedes Stigma in eine selbstbewusste Eigenbezeichnung umgewandelt werden kann, wird eines Tages einer sagen: "Na schön, wenn alles über unterwürfige Akklamation hinausgehende für euch Antisemitismus ist, wenn ihr das tatsächlich so haben wollt, wenn ihr mir keinen Ausweg lasst - auch gut: dann bin ich eben Antisemit." Dies kann ein Politiker, ein Künstler oder ein sonstiger Promi sein - auf jeden Fall jemand, der als moralisch integer und des Rassismus unverdächtig gilt. Ich weiß nicht wann, aber es wird eines Tages passieren...
 
Lieber Günter Grass,

erst vor einem Monat durfte ich bei meinen israelischen Bekannten das Deutschlandbild wieder gerade rücken, nachdem einige Leute beim FCK-Training mit wenig qualifizierten Äußerungen aus dem Rahmen gefallen sind. Und jetzt geben auch noch Sie zum Besten, "was gesagt werden muss", aber besser nicht an die Öffentlichkeit gelangt wäre. Es hat auch dieses Mal nicht lange gebraucht, und die israelischen Medien waren voll davon. Meinen Bekannten durfte ich eben erklären, was bei uns jetzt wieder los ist. Dabei fiel mir wieder ein, was man Ihnen als der selbsternannten moralischen Instanz Deutschlands vor einigen Jahren geraten hatte: Trinken Sie Ihren Rotwein, aber halten Sie die Klappe!
 
Lieber Günter Grass,

erst vor einem Monat durfte ich bei meinen israelischen Bekannten das Deutschlandbild wieder gerade rücken, nachdem einige Leute beim FCK-Training mit wenig qualifizierten Äußerungen aus dem Rahmen gefallen sind. Und jetzt geben auch noch Sie zum Besten, "was gesagt werden muss", aber besser nicht an die Öffentlichkeit gelangt wäre. Es hat auch dieses Mal nicht lange gebraucht, und die israelischen Medien waren voll davon. Meinen Bekannten durfte ich eben erklären, was bei uns jetzt wieder los ist. Dabei fiel mir wieder ein, was man Ihnen als der selbsternannten moralischen Instanz Deutschlands vor einigen Jahren geraten hatte: Trinken Sie Ihren Rotwein, aber halten Sie die Klappe!
 
Er hat auf eine sehr sehr unglückliche und auch wie ich finde unangebrachte Weise seine Meinung geäußert und sich dabei für mein Empfinden zu sehr auf eine Seite geschlagen aber es täte wohl jedem gut, wenn er sich mit dem Inhalt und der Kritik sachlich außeinander setzen würde und es nicht reflexartig in die Ecke des Antisemitismus schieben würde.



Edith: Darüber wurde übrigens aber schon an anderer Stelle im Forum gesprochen. Vielleicht sollte man das durch die Mods mal bündeln.
 
Er hat auf eine sehr sehr unglückliche und auch wie ich finde unangebrachte Weise seine Meinung geäußert und sich dabei für mein Empfinden zu sehr auf eine Seite geschlagen aber es täte wohl jedem gut, wenn er sich mit dem Inhalt und der Kritik sachlich außeinander setzen würde und es nicht reflexartig in die Ecke des Antisemitismus schieben würde.



Edith: Darüber wurde übrigens aber schon an anderer Stelle im Forum gesprochen. Vielleicht sollte man das durch die Mods mal bündeln.
 
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